Viel beachtet: die neue Schwebebahn

130 Jahre in Wuppertal:Viel beachtet: die neue Schwebebahn

Im engen Tal der Wupper überzeugte die leichte Konstruktion von Eugen Langen.

Damals unterbrach noch keine Autobahn die Sonnborner Straße – die Schwebebahnen fuhren bis Vohwinkel über den Autos. Foto: Sammlung Reinald Schneider
Damals unterbrach noch keine Autobahn die Sonnborner Straße – die Schwebebahnen fuhren bis Vohwinkel über den Autos. Foto: Sammlung Reinald Schneider
Auf dieser historischen Postkarte ist die markante Eisenbahnbrücke in Sonnborn zu sehen. Die Schwebebahnstrecke führt ebenso hindurch wie die heutige Friedrich-Ebert-Straße. Repro: Archiv Wolfgang Sauber
Auf dieser historischen Postkarte ist die markante Eisenbahnbrücke in Sonnborn zu sehen. Die Schwebebahnstrecke führt ebenso hindurch wie die heutige Friedrich-Ebert-Straße. Repro: Archiv Wolfgang Sauber
Schon früh war die Schwebebahn ein beliebtes Motiv auf Postkarten. WZ-Leser Heinz-Rolf Holtemeier hatte uns dieses Motiv aus den ersten Jahren der Schwebebahn zur Verfügung gestellt, das er im Nachlass seines Großonkels Hugo Dittert gefunden hatte. Foto: Nachlass Hugo Dittert
Schon früh war die Schwebebahn ein beliebtes Motiv auf Postkarten. WZ-Leser Heinz-Rolf Holtemeier hatte uns dieses Motiv aus den ersten Jahren der Schwebebahn zur Verfügung gestellt, das er im Nachlass seines Großonkels Hugo Dittert gefunden hatte. Foto: Nachlass Hugo Dittert
Der Krieg zerstörte auch die wichtigste Wuppertaler Verkehrsverbindung. Wie hier im März 1945 am Bahnhof Wupperfeld waren die Gleise vielerorts unbrauchbar. Erst ab Ostern 1946 konnte die Schwebebahn auf der gesamten Strecke fahren. Foto: Wuppertaler Stadtwerke
Der Krieg zerstörte auch die wichtigste Wuppertaler Verkehrsverbindung. Wie hier im März 1945 am Bahnhof Wupperfeld waren die Gleise vielerorts unbrauchbar. Erst ab Ostern 1946 konnte die Schwebebahn auf der gesamten Strecke fahren. Foto: Wuppertaler Stadtwerke

Das enge Tal der Wupper war schon Mitte des 19. Jahrhunderts dicht bebaut. Für Straßenbahnen blieb da wenig Platz. U-Bahnen schieden wegen des felsigen Untergrunds und des vielen Grundwassers aus. Deshalb begeisterten sich die Elberfelder und Barmer Stadtväter für die neue Erfindung von Eugen Langen. Er überzeugte durch seine leichte Konstruktion, die – anders als traditionelle Hochbahnen – auch im kurvigen Wupperverlauf hohe Geschwindigkeiten ermöglichte.

1898 begann der Bau des Gerüsts. Es musste zu Zeiten aufgebaut werden, in der die Wupper wenig Wasser führte. Insgesamt wurden für die 13 Kilometer lange Strecke zwischen Barmen und Vohwinkel 19 200 Tonnen Stahl verarbeitet. Die Baukosten betrugen damals rund 16 Millionen Mark.

Zuerst war der Abschnitt zwischen Zoologischer Garten und Westende fertig. Die ersten Schwebebahnwagen mussten mit Hilfe eines Holzgestells von der Straße auf den Fluss gebracht und dann per Flaschenzug zur Schiene gehoben werden. Am 1. März 1901 wurde der Abschnitt vom Zoologischen Garten bis Kluse eröffnet, am 24. Mai die Ausweitung bis Vohwinkel. Zwei Jahre später, am 27. Juni 1903, wurde der Abschnitt von Kluse bis Rittershausen in Betrieb genommen. Kaiser Wilhelm II. probierte das neue Verkehrsmittel jedoch schon am 24. Oktober 1900 bei einem Besuch aus.

Am Anfang mussten sich die Fahrgäste offensichtlich erst an die Schwebebahn gewöhnen: Im Oktober 1901 soll ein Mann von der Haltestelle Bruch auf die Straße gefallen sein, 1904 stürzte an der Kluse ein Schüler in die Wupper.

So sahen die ersten Versuche von Schwebahn-Erfinder Eugen Langen aus: Per Schwebe-Fahrrad demonstrierte er 1895 auf einer Teststrecke in Köln-Deutz seine Idee eines schwebenden Gefährts. Die Industriellen aus dem engen Wupper-Tal waren begeistert. Foto: aufgenommen um 1895 von einem unbekannten Fotografen, aus dem Buch „Wuppertal und die Schwebebahn“ von Michael Malicke, Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv.
So sahen die ersten Versuche von Schwebahn-Erfinder Eugen Langen aus: Per Schwebe-Fahrrad demonstrierte er 1895 auf einer Teststrecke in Köln-Deutz seine Idee eines schwebenden Gefährts. Die Industriellen aus dem engen Wupper-Tal waren begeistert. Foto: aufgenommen um 1895 von einem unbekannten Fotografen, aus dem Buch „Wuppertal und die Schwebebahn“ von Michael Malicke, Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv.
Spektakuläre Bilder auch schon aus der Frühzeit der Schwebebahn: Am 1. Mai 1917 kollidierte eine Schwebebahn mit einem defekten Zug und fiel daraufhin in Höhe der heutigen Brändströmstraße in die Wupper. Foto: aus dem Bildband „Die Wuppertaler Schwebebahn“ von Jürgen Eschmann
Spektakuläre Bilder auch schon aus der Frühzeit der Schwebebahn: Am 1. Mai 1917 kollidierte eine Schwebebahn mit einem defekten Zug und fiel daraufhin in Höhe der heutigen Brändströmstraße in die Wupper. Foto: aus dem Bildband „Die Wuppertaler Schwebebahn“ von Jürgen Eschmann