Das Sahnehäubchen am Buttermarkt

725 Jahre Kempen:Das Sahnehäubchen am Buttermarkt

Im Café Peerbooms werden nicht nur Pralinenträume wahr.

Das Café Peerbooms hat eine lange Tradition in Kempen. Im Herzen der Altstadt, am Buttermarkt, liegt „das Sahnehäubchen“. Dort kann man nicht nur ein leckeres Frühstück oder ein Stück Torte genießen, sondern auch Geschenke kaufen, individuelle Torten bestellen und Pralinen selbst anfertigen.

Schokolade schmeckt nicht nur verführerisch gut, vor allem in Form von hochwertigen Pralinenkreationen ist sie auch noch wunderschön anzusehen. Doch wie entstehen die kleinen Kunstwerke, die in der Auslage des Café Peerbooms zu sehen sind? „Von September bis Mai bieten wir Pralinenseminare an, in der die hohe Kunst der Confiserie erlernt werden kann“, sagt Manfred Oomen, Unternehmensleiter der Landbäckerei Oomen, zu der auch das Kempener Café gehört.

Kunden können aus zwei unterschiedlichen Seminaren wählen: dem Basis-Seminar und dem Guten-Morgen-Seminar. Letzteres beginnt am Samstag um 10 Uhr mit einem ausgiebigen Frühstück, das bereits im Preis enthalten ist. Um 11 Uhr startet das Pralinenseminar, das bis ungefähr 13.30 Uhr dauert. Das Basis-Seminar findet an Wochentagen, jeweils von 17 bis ungefähr 19.30 Uhr und an ausgewählten Samstagen in der Zeit von 14 bis etwa 16.30 Uhr statt. Für geschlossene Gruppen richtet das Café Sonder-Seminare aus, bei dem auch individuelle Wünsche berücksichtigt werden können.

Oomen Café Peerbooms

In den Kursen komponieren die Teilnehmer unter Anleitung eines erfahrenen Chocolatiers ihre eigenen Pralinenträume. Doch bevor sie sich ans Handwerk machen, erfahren sie zunächst Wissenswertes über den süßen Rohstoff Schokolade und verfolgen den Weg von der Bohne zur Kuvertüre. Im theoretischen Teil werden die wichtigsten Fragen beantwortet: „Wie wird die Schokolade richtig fürs Pralinenmachen temperiert? Welche Hilfsmittel können zum Füllen und Veredeln verwendet werden und wie wird’s gemacht? Was zeichnet eine gute Canache aus? Und wie kann man Pralinen durch Igeln, Tauchen und Rollen noch verführerischer gestalten?“ Im Praxisteil, in den Räumlichkeiten der alten Backstube, zeigt der Chocolatier dann Schritt für Schritt, wie die Seminarteilnehmer ihre eigenen Pralinen kreieren und verzieren können. Und natürlich dürfen alle die süßen Unikate nach dem Kurs in einer schönen Box mit nach Hause nehmen. Besonders beliebt sind im Café Peerbooms auch die vielen Saisonartikel, wie Erdbeer- oder Pflaumengebäck, Printen und Stollen. Für den Stollen, den man einfach probieren muss, wurde der Familienbetrieb mit dem Zacharias-Preis ausgezeichnet. Momentan ist jedoch Pflaumen-Zeit. „Ich empfehle Blechkuchen (mit oder ohne Sahne), Plunderteilchen und den Original Sommerkuchen – alles gebacken nach altem Familienrezept. Für uns kommen nur Pflaumen mit dem 3-S-Faktor in den Teig: saftig, süß, saulecker.“

„Die Kunden loben aber auch, dass wir sehr viel Wert auf das Handwerk legen“, sagt Oomen. Das heißt natürlich nicht, dass keine modernen Geräte eingesetzt werden. Aber in der Backstube wacht nicht eine Maschine, sondern ein gestandener Bäckermeister darüber, dass das Backwerk den hohen Ansprüchen gerecht wird. Vieles entsteht noch nach den Rezepturen, die schon in der Gründerzeit vor mehr als 60 Jahren verwendet wurden.