Mit dem letzten Willen Ärger vermeiden

Abschied nehmen:Mit dem letzten Willen Ärger vermeiden

Niemand setzt sich gerne mit seinem eigenen oder dem Tod eines geliebten Menschen auseinander. Aber nichtsdestotrotz sollte in Sachen Vererben an ein entsprechendes Testament gedacht werden – und das beizeiten.

Wer etwas hinterlassen möchte, sei es ein Haus, Mobiliar, Schmuck oder Geld, der macht sich Gedanken, wer der Begünstigte sein soll. Der Gedanke allein reicht aber nicht aus. Die nötigen Schritte müssen rechtlich abgesichert festgelegt werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, seinen Nachlass zu regeln. Klare Regelungen helfen, einen möglichen späteren Streit und Ärger über den Nachlass zu vermeiden.

Wird zu Lebzeiten keine Regelung getroffen, tritt die im Bürgerlichen Gesetzbuch vorgesehene gesetzliche Erbfolge ein. Diese sieht vor, dass in erster Linie Kinder und Ehegatten erben. Sind keine Nachkommen vorhanden, schließen sich, je nach Verwandtschaftsgrad, die Angehörigen an. Ist der letzte Wille nicht in einem Testament oder in einem Erbvertrag – anders als ein Testament ist der Erbvertrag grundsätzlich unwiderruflich – festgehalten, wird das Erbe nach den gesetzlichen Bestimmungen unter dem Ehegatten und den weiteren Verwandten verteilt. Wer glaubt, der Ehepartner würde automatisch alles erben, liegt falsch. Ein Ehegatte beziehungsweise eine Gattin erhält aufgrund der gesetzlich vorgegebenen Erbfolge nicht mehr als Dreiviertel des Nachlasses solange noch ein weiterer Erbe lebt. Es ist also wichtig, klare Regel aufzustellen, wer was erben soll. Das eigenhändige Testament muss vom ersten bis zum letzten Buchstaben handschriftlich verfasst und unterschrieben sein, sonst ist es ungültig. Ein Datum ist unabdingbar. Ein Testament kann ein jeder aufbewahren, wo er möchte. Liegt es aber in einer Schreibtischschublade und niemand weiß etwas davon, dann besteht die Gefahr, dass das Testament verloren geht oder vergessen wird. Damit es nach dem Tod auch nicht beiseite gebracht werden kann, empfiehlt es sich, ein Testament beim Amtsgericht in amtliche Verwahrung zu geben. Das Gericht wird automatisch vom Tod des Erblassers benachrichtigt und eröffnet den Erben den Inhalt. Für die amtliche Verwahrung des Testaments fällt eine Gebühr an. Für die Registrierung des Testaments im Zentralen Testamentsregister erheben der Notar beziehungsweise das Gericht ebenfalls eine Gebühr. In jedem Fall sollte eine Person des Vertrauens über ein Testament informiert sein. Wer sichergehen will, bei der Abfassung seines Testaments keinen Fehler zu machen, sollte ein notarielles Testament errichten. Der letzte Wille wird in diesem Fall mit Hilfe eines Notars festgelegt. Die Kosten richten sich nach der Höhe des Erbgutes. Für das Aufstellen eines Erbvertrages ist ebenfalls ein Notar von Nöten. Wer erbt, muss in der Regel zahlen. Ob und in welcher Höhe eine Erbschaftsteuer zu entrichten ist, richtet sich nach dem Wert des Erwerbs und dem Verwandtschaftsverhältnis des Erwerbers zum Erblasser. Jedem Erwerber steht ein persönlicher Freibetrag zu. Zwischen Ehegatten bleibt ein Haus oder eine Eigentumswohnung steuerfrei, wenn sie zu eigenen Wohnzwecken genutzt wird. Auch Kinder erben ein Familienheim bis zu einer Wohnfläche von 200 Quadratmetern steuerfrei. Voraussetzung ist in allen Fällen, dass der Erwerber das Familienheim zehn Jahre lang nach dem Erwerb selbst zu Wohnzwecken nutzt. Wird das Familienheim innerhalb dieser Frist verkauft oder vermietet, entfällt die Steuerbefreiung rückwirkend. Ausnahmen von der Nachversteuerung gibt es dann, wenn die Selbstnutzung aus zwingenden objektiven Gründen aufgegeben werden musste wie zum Beispiel bei erheblicher Pflegebedürftigkeit.

Natürlich ist es auch möglich, mit sogenannten warmen Händen zu geben und zu Lebzeiten eine Schenkung zu veranlassen. Der Vermögenszuwachs des Beschenkten unterliegt der Schenkungssteuer, die nach den gleichen Bestimmungen wie die Erbschaftssteuer erhoben wird.