Stilvolle Kondolenzschreiben

Abschied nehmen:Stilvolle Kondolenzschreiben

In einer schriftlichen Beileidsbekundung kommt es nicht nur auf die passenden Worte an. Die stilvolle, persönliche Note beginnt schon mit der Auswahl des richtigen Briefpapiers.

Ein Kondolenzschreiben gehört zum guten Ton. Wer schriftlich Abschied nehmen und zugleich mit tröstenden Worten den Hinterbliebenen zeigen möchte, dass sie mit ihrer Trauer nicht alleine sind, ringt nicht selten um die richtigen Zeilen.

Ungewollt kann man in viele Fettnäpfchen treten. Es beginnt schon mit der Suche nach stilvollem Briefpapier. Auf keinen Fall darf man zu einer Karte mit schwarzem Trauerrand greifen, wie sie in Papierfachgeschäften oder Buchhandlungen angeboten werden. Mit solchen Karten und Umschlägen gibt nur das Trauerhaus den Trauerfall bekannt.

Jérome´s Die Bestatter

Kondolenzschreiben verschickt man auf qualitativ hochwertigem, schlicht weißem oder ganz leicht cremefarbenem Papier oder auf einer Büttenkarte. Der dazugehörige Umschlag ist am besten neutral gefüttert, ohne Fenster und handschriftlich adressiert.

Überhaupt: die Handschrift. Es ist nicht die makellos schöne Handschrift, die zählt. Die Handschrift jedes Menschen ist wie ein Fingerabdruck, einzigartig und unverwechselbar. Egal ob kurze Trauerkarte oder langer Kondolenzbrief, beides gehört handschriftlich verfasst. Nur eine mit der Hand geschriebene Beileidsbekundung besitzt eine persönliche Note. Aus Gründen der Wertschätzung gehören dazu angemessene Schreibutensilien. Wer in unserem digitalen Zeitalter noch einen besitzt, greift zum Füllfederhalter, ansonsten wählt man einen feinen Tintenschreiber oder einen guten Kugelschreiber.

Zu einer stilvollen schriftlichen Kondolenz gehören auch persönliche, sorgsam ausgewählte Worte. Auf leere Floskeln wie „Die Zeit heilt alle Wunden“ oder plumpe Lebensweisheiten wie „Der Tod gehört zum Leben“ sollte man verzichten. Der Text sollte das ehrende Andenken des Verstorbenen bewahren und zugleich den Angehörigen signalisieren, dass sie mit ihrer Trauer nicht allein sind. Die individuelle Note und die eigenen Worte zählen. Jegliche Theatralik ist fehl am Platz. Wie emotional oder distanziert die Kondolenz ausfällt, kommt ganz darauf an, wie nahe man dem Verstorbenen stand. Wenn man keinen engen Kontakt mit dem Verstorbenen pflegte, reicht es völlig aus, eine vorgedruckte, geschmackvolle Beileidskarte zu kaufen und nur die Anrede und die Schlussformel mit der Hand zu schreiben.