Eigene Kompetenzen erkennen

Azubi Startpunkt Richtung Zukunft

Eigene Kompetenzen erkennen

Mitarbeiter des Jobcenters unterstützen Jugendliche in der beruflichen Orientierungsphase. Mit sogenannten Berufsorientierungscamps werden auch für schwierige Fälle Angebote gemacht.

Andreas Kletzander ist Geschäftsführer des Wuppertaler Jobcenters.

Durch Corona hat ein Teil der Jugendlichen, die noch vor der Berufswahl stehen, den Anschluss verloren. Das berichtet Dr. Andreas Kletzander, Geschäftsführer des Wuppertaler Jobcenters. „Diejenigen, die schon genau wissen, was sie einmal machen wollen, haben auch jetzt keine Probleme. Aber jene Jugendlichen, die noch unsicher sind, wohin es beruflich für sie gehen könnte, konnten wir in dieser Zeit nur schwer erreichen und haben daher auch viele verloren.“ Der Grund: Die Beratungsgespräche des Jobcenters konnten lange Zeit nicht stattfinden. Und digitale Formate können persönliche Gespräche nach Kletzanders Worten nicht ersetzen. Verglichen mit der Vor-Corona-Zeit besuchen bis zu 20 Prozent weniger junge Leute derzeit die Berufsschulen, berichtet Kletzander. Und auch Praktika und andere Berufsfelderfahrungen waren weggefallen.

Inzwischen finden die Beratungsgespräche in Präsenz beim Jobcenter wieder statt. Und auch darüber hinaus kann Kletzander den jungen Leuten in der beruflichen Orientierungsphase Mut machen. „Wir vom Jobcenter können Orientierung geben, so sprechen wir die jungen Leute schon frühzeitig in der Schule an. Und wir haben aktuell zusätzlich 200 Vorbereitungsplätze, die zur Arbeit hinführen sollen, eingerichtet.“

In einer Werkstatt einen bestimmten Beruf ausprobieren

Dabei können junge Menschen herausfinden, welche Kompetenzen sie haben, etwa indem sie in einer Werkstatt konkret einen bestimmten Beruf ausprobieren. Darüber hinaus können sie bei diesen niedrigschwelligen Angeboten auch testen, ob sie eher handwerklich oder kaufmännisch interessiert sind. Diese berufsvorbereitenden Angebote sind zeitlich begrenzt und von unterschiedlicher Dauer. „Innerhalb dieser Berufsorientierungscamps können wir jedem jungen Menschen ein Angebot machen“, betont Kletzander.

Wert legt der Leiter des Jobcenters auf die Tatsache, dass die Beratung und Begleitung in seinem Haus ganzheitlich geschieht. Denn es seien vielfach mehrere Umstände, die eine Berufswahl schwierig gestalteten. Da seien zum einen sprachliche Probleme, etwa bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Oder auch psychische Probleme, die einer berufliche Ausbildung erschweren. Auch Fachkräfte für Familiencoaching sind im Jobcenter tätig, wenn etwa die Probleme im familiären Umfeld liegen. Dafür geht man auch gezielt in die Quartiere. Kletzander: „Jeder Jugendliche, der eine Ausbildung machen will, bekommt bei uns einen Platz, der darauf hinführt.“

Oder die jungen Leute treten einen der mehr als 120 außerbetrieblichen Ausbildungsplätze an, die das Jobcenter vermittelt. Diese werden von Bildungsträgern für Menschen angeboten, die auf dem ersten Arbeitsmarkt aktuell (noch) nicht unterkommen. Kletzander: „Das ist eine ganz normale dreijährige Ausbildung in ganz unterschiedlichen Bereichen, etwa dem Einzelhandel, in der Metall- oder der Maler-und Lackierer-Branche. Der Fokus liegt hier neben der Ausbildung auf der sozialpädagogischen Betreuung. Und schließlich bietet das Jobcenter auch während der regulären Ausbildung den Azubis seine Begleitung an, falls dies gewünscht wird.

„Wir wollen bei denjenigen, die während Corona den Anschluss verloren haben, jetzt die Zeit nutzen, um sie ausbildungsreif zu machen. Idealerweise bis Herbst, aber spätestens im nächsten Jahr.“


Portal für Jobsuche im EU-Ausland

Europaweit eine Stelle suchen? Hier hilft eine EU-Karriereplattform.

Von Bozen nach Frankfurt, von Lyon nach Brüssel: Wer sich europaweit für Jobs bewerben will, muss seine Kompetenzen und Qualifikationen länderübergreifend verständlich darstellen. Hilfestellung will hier „Europass“ der Europäischen Kommission bieten.

Das Portal ist nach Angaben der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) ein kostenfreies Angebot für Karriereplanung, Bewerbung und Jobsuche in der EU.

Die Karrierewebseite richtet sich somit an alle, die sich etwa für ein Studium, eine Ausbildung oder einen Jobeinstieg im europäischen Ausland interessieren. Nutzer können zum Beispiel ein Profil in mehreren Sprachen anlegen, einen international verständlichen Lebenslauf in verschiedenen Sprachen und Designs mit Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern teilen oder herausfinden, ob ihr Abschluss im Ausland anerkannt wird.

Sie finden darüber hinaus Jobangebote in ganz Europa und können länderspezifische Infos zum Lernen und Arbeiten recherchieren. Die Europäische Kommission bietet den Dienst kostenlos in 29 Sprachen an.

Eine Übersicht zu den Funktionen von Europass sowie Beratung bietet das „Nationale Europass Center in Deutschland“ an, das bei der NA beim BIBB angesiedelt ist.

europa.eu/europass/de