Neue Ausbildungsberufe und Modernisierungen

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Neue Ausbildungsberufe und Modernisierungen

Um Berufsbilder an geänderte Anforderungen in der Praxis anzupassen, sind jetzt neue Ausbildungsordnungen in Kraft getreten.

Die Ausbildung zum Fahrzeuginnenausstatter heißt jetzt Fahrzeuginterieur-Mechaniker und wird auch inhaltlich angepasst.

Im August sind neue Ausbildungsordnungen in Kraft getreten. Modernisiert wurden folgende Ausbildungsberufe: Brauer und Mälzer, Elektroniker (Handwerk), Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik nach dem Berufsbildungsgesetz (bisher: Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik), Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik nach der Handwerksordnung (bisher: Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik), Fahrzeuginterieur-Mechaniker (bisher: Fahrzeuginnenausstatter), Friseur, Informationselektroniker sowie Maler und Lackierer. Aufgehobene wurden die Ausbildungsberufe Bauten- und Objektbeschichter und Systemelektroniker.

Der Beruf des Brauers und Mälzers wurde modernisiert, um diesen an geänderte Anforderungen in der Berufspraxis anzupassen. Meist findet die Ausbildung in Brauereibetrieben statt. Dabei reicht die Spanne von großen exportierenden bis hin zu kleinen regionalen Brauereien mit weniger standardisierten Prozessen, deren Anzahl immer mehr zunimmt. Eine Modernisierung der Ausbildung war erforderlich, um sie etwa im Hinblick auf die zunehmende Produktvielfalt und hinsichtlich des unterschiedlich ausgeprägten Technisierungs- und Automatisierungsgrads so anzupassen, dass sie sowohl in kleineren, handwerklichen Betrieben als auch in größeren Betrieben mit einem hohen Anteil an Prozesstechnik erfolgen kann.

Bier ist eines der beliebtesten deutschen Exportgüter. Hergestellt wird es von Brauern und Mälzern, die jetzt eine modernisierte Ausbildung durchlaufen.
Bier ist eines der beliebtesten deutschen Exportgüter. Hergestellt wird es von Brauern und Mälzern, die jetzt eine modernisierte Ausbildung durchlaufen.

Im Elektronikerbereich gibt es nunmehr eine neue Aufteilung unter anderem in Elektroniker Fachrichtung Automatisierungs- und Systemtechnik, Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik, Elektroniker für Gebäudesystemintegration sowie für Maschinen und Antriebstechnik. Die Ausbildungen wurden jeweils modernisiert, um sie an die geänderten technischen Anforderungen in der Berufspraxis anzupassen. Aufgrund der voranschreitenden Digitalisierung und der Energiewende etwa haben sich viele Neuerungen ergeben hinsichtlich des wachsenden Bedarfs an qualifizierten Fachkräften in den Bereichen Smart Home, Smart Building, Energiemanagement und Gebäudesystemintegration.

Es entstand ein neuer Monoberuf: der Beruf Elektroniker für Gebäudesystemintegration. Die zukünftigen Fachkräfte werden unter anderem bei der Planung und Projektierung neuer Anlagen im Bereich intelligenter Gebäudetechnik mitwirken. Auch der steigenden Bedeutung von mobilen elektrischen Antriebssystemen wurde mit neuen Berufsbildern im Bereich des Elektrikers Rechnung getragen.

Beim Ausbildungsberuf Fahrzeuginnenausstatter ergab sich Modernisierungsbedarf ebenfalls aufgrund der Digitalisierung, die sowohl die Fahrzeuge an sich (etwa vernetzte Systeme, Hightech-Sitze) als auch die Fahrzeugproduktion (vernetzte Produktion, 3-D-Druck von Ausstattungsteilen) betrifft. Darüber hinaus rücken Montagetechniken für das Interieur neben klassischen Ausstattungsthemen immer weiter in den Vordergrund. Aufgrund dieser Entwicklungen wurde die Berufsbezeichnung in Fahrzeuginterieur-Mechaniker geändert. Außerdem können Auszubildende während der Ausbildung die Zusatzqualifikation „Additive Fertigungsverfahren“ erwerben. Auch die Prüfung wurde neu konzipiert.

Beim Beruf des Friseurs betreffen die Änderungen unter anderem die Wahlqualifikationseinheiten; Die Wahlqualifikation Nageldesign/-modellage wurde gestrichen.

Die Ausbildungsberuf des Informationselektronikers wurde modernisiert, weil wegen der technischen Entwicklungen die Elektro- von der Informationstechnik nicht mehr zu trennen ist. So sind beispielsweise Geräte und Systeme in Netzwerke eingebunden und Diagnosen, Anpassungen und Instandhaltungen erfolgen unter Nutzung softwaregestützter Werkzeuge. Gleichzeitig hat sich die Telekommunikationstechnik durch die Nutzung von IP-Technologien diesem Bereich angenähert und ist somit zu einer Basistechnologie geworden. Daher wurde die Fachrichtung „Informations- und Telekommunikationstechnik“ des Berufs Elektroniker inhaltlich in den Beruf Informationselektroniker integriert.

Aufgrund von Entwicklungen durch die Energiewende und zunehmender Tätigkeiten in den Bereichen Putz-, Stuck-, Trockenbau- oder Verglasungsarbeiten wurden die bisherigen drei Fachrichtungen beim Maler/Lackierer überarbeitet und zwei weitere („Ausbautechnik und Oberflächengestaltung“ sowie „Energieeffizienz- und Gestaltungstechnik“) neu geschaffen. Die zweijährige Ausbildung als Bauten- und Objektbeschichter wurde im Zuge der Modernisierung eingestellt. Weiterhin möglich ist die Anrechnung einer abgeschlossenen Ausbildung als Bauten- und Objektbeschichter auf die dreijährige Ausbildung als Maler und Lackierer.

Die Digitalisierung und die Energiewende führten auch beim Systemelektroniker zu Änderungen: Er wurde inhaltlich in den Beruf Elektroniker der Fachrichtung Automatisierungs- und Systemtechnik integriert, die Ausbildung zum Systemelektroniker somit aufgehoben.

berufenet.arbeitsagentur.de