Lebens-Projekt: Märklin BR64

Der Sprockhöveler:Lebens-Projekt: Märklin BR64

Aloys Bauerdick, Vorsitzender des Dampfbahnclubs, ist schon immer von der Eisenbahn fasziniert.

Als Junge wollte er Lokführer werden. Das sei ihm klar geworden, als er seine erste Modelleisenbahn geschenkt bekommen hatte. Der Beruf ist es zwar nicht geworden. Das Leben hat für Aloys Bauerdick die Weichen anders gestellt. Aber wer weiß? Vielleicht hätte es ihn sonst auch gar nicht zum Dampfbahnclub geführt. Dort ist er inzwischen erster Vorsitzender. Und man kann ihn bei den öffentlichen Fahrtagen auf der Anlage Am Beermannshaus treffen. Oder, wenn man an normalen Wochenenden auf der Trasse unterwegs ist, sehen, wie er mit anderen Vereinsmitgliedern im Arbeitseinsatz schuftet. „So eine Anlage ist im Grunde genommen eigentlich nie fertig“, sagt Bauerdick.

Bauerdick ist eigentlich Wuppertaler. Aber erst einmal Station für Station: Tatsächlich hat Aloys Bauerdick sich bei der Bahn ausbilden lassen. Er ist Maschinenbaumechaniker, sogar Meister. Aber als er damals mit der Ausbildung fertig war – ein technischer Beruf ist Voraussetzung für einen Lokführer – wurden gerade keine solchen eingestellt. Jetzt arbeitet er als Technischer Leiter in einem Betrieb für gewerbliche Spültechnik.

Nebenbei hat sich seine kleine Modelleisenbahn aus Kinderzeiten zu einer stattlichen Märklin-Anlage ausgewachsen. Und eine ganz wichtige Rolle spielt eine Dampflok der Baureihe 64. Gut 500 wurden zwischen 1928 und 1940 gebaut und vor allem für Personenzüge auf Nebenbahnen eingesetzt. Nur 19 Stück sind in Europa erhalten geblieben. Eine von ihnen, mit der Nummer 393, steht als Denkmal in Konz bei Trier.

Schon vor der Gründung des Dampfbahnclubs stand für Bauerdick fest: „Die baue ich nach.“ Im Maßstab 1:11. Getreu bis ins Detail. Funktionstüchtig. Märklin- Anlage, RB64-Projekt – das nahm zuhause nach und nach immer mehr Platz ein. Und dann hörte er, „durch einen glücklichen Zufall“, von der Vereinsgründung. 2004 war das. Aloys Bauerdick war eines der ersten neuen Mitglieder, die zu den Gründungsmitgliedern dazukamen. Ganze zwei Jahre sollte es noch dauern, bis das Gelände gefunden war. Dann ging es los. Die angefangene BR 64 zog auch an die Trasse.

Wann immer es seine Zeit zulässt, baut Bauerdick weiter an seinem Lebens-Projekt. „15 Jahre werde ich dafür wohl schon noch brauchen“, schätzt er. Dann kann sie mit den anderen Loks am Beermannshaus um die Wette schnaufen.

Obwohl seine Eltern, als sie in Wuppertal eine Dependence einer Speditionsfirma gründen sollten, nach Langerfeld zogen und Aloys auch dort geboren wurde, habe er für Wuppertal nie so richtig ein Heimatgefühl entwickelt. „Und irgendwie waren wir durch die räumliche Nähe schon mehr nach Sprockhövel orientiert.“ Da gilt fürs Einkaufen, für Arztbesuche, der Hochzeitstag wird traditionell in einem Sprockhöveler Restaurant begangen. Freunde wohnen hier. Die Schwester. Die Tochter ist Mitglied im Reit- und Fahrverein. Und dann natürlich die Wochenenden auf dem Gelände des Dampfbahnclubs.

Da wird Aloys Bauerdick mit den anderen zum Gärtner, Betonbauer, Elektriker, Stahlbauer, Kfz-Mechaniker, Arbeiter im Tiefbau. Sprockhövel, das ist für ihn der Ort, wo er seinen Traum leben kann. Und an dem er andere teilhaben lassen kann. „Wenn man die Kinder sieht, die mit großen Augen auf die Dampflok schauen, das ist einfach toll. Sie können das hören, den Geruch spüren. So eine Dampflok kann einfach süchtig machen.“

Bauerdick hat dazu beigetragen, dass sein Sprockhövel eine weitere Facette bekommen hat. Der Dampfbahnclub ist zu einer anerkannten Attraktion geworden, die auch Menschen von außerhalb anzieht. Und wenn im Frühjahr die Fahrtage beginnen und angedampft wird, dann schaut auch die heimische Politik am Beermannshaus vorbei. Martin Juhre
  

MEIN SPROCKHÖVEL

SERIE
In der Serie „Mein Sprockhövel“ kommen ganz verschiedene Menschen zu Wort, die von sich erzählen und von dem Ort, in dem sie leben. Es entsteht so nach und nach ein immer facettenreicheres Bild der Stadt und ihrer Bewohner.

Treffen im Steinbruch

Beim NRW-Merchantday trafen sich E-Commerce-Vertreter.

Der NRW-Merchantday fand diesmal im Steinbruch Weuste statt. F.: Bindmann
Der NRW-Merchantday fand diesmal im Steinbruch Weuste statt. F.: Bindmann

Der Steinbruch Weuste wurde jetzt zu einem Businesstreffpunkt. Denn rund 20 Vertreter aus verschiedenen Branchen des E-Commerce kamen zum NRW-Merchantday zusammen. Dieser findet regelmäßig vier bis fünf Mal im Jahr an unterschiedlichen Standorten in Nordrhein Westfalen statt. Im Fokus stehen dabei professionelle Fachvorträge, Networking und der Austausch von Erfahrungen. Nach einer Tour mit Gastgeber Thomas Lange durch den Steinbruch gab es Wissenswertes rund um das Thema Onlinehandel. Zu guter Letzt wurden in rustikaler Atmosphäre bei einem Barbecue Erfahrungen ausgetauscht und Kontakte geknüpft. abi