Cooler Offroader

Fahrspaß

Cooler Offroader

Ford will seinenModellen mit Ikonen wie dem F-150 und dem Mustang mehr Konturschärfe geben. Wir zeigen, was der neue Ford Bronco draufhat.

Fahrbericht Ford Bronco 2.7 Ecoboost

Der Ford Bronco weckt Begehrlichkeiten, die es lange nicht gab. Lange mussten die Ford-Fans auf den vor vielen Jahren eingestellten Bronco warten. Seither war der kleine Offroader im automobilen Untergrund zu einer Ikone gereift, die von zahlreichen Veredlern zum coolen Trendoffroader umgebaut wurde.

Dabei hat der 4,41 Meter lange Ford Bronco, der auch als Viertürer mit längerem Radstand zu bekommen ist, in erster Linie den Jeep Wrangler im Blick. Der rustikale Nachfahre des Willys Jeeps, der nicht nur unter amerikanischen Allradfans einen Ruf wie ein gefährliches Wolfsrudel hat, konnte sich in den letzten Jahren darüber freuen, dass es an sich keine Wettbewerber mehr für ihn gab. Der Land Rover Defender ist seit seiner Neuauflage nicht wiederzuerkennen, die Mercedes GKlasse wurde zum für viele unbezahlbaren Luxuskraxler, und der Toyota Land Cruiser hat sich in höhere Preisund Kundenregionen verabschiedet.

Diese Lücke hat Ford erkannt und sie nun mit dem neuen Bronco geschlossen. Ein Auto, das mit seiner kantigen Form bereits vor dem mehrfach verschobenen Marktstart Kult wurde. Es werden Smartphones gezückt, geplaudert, gefragt und begehrt. Immer wieder wird Cash geboten – eine so heiße Ware ist der Bronco. Er wird deutlich teurer gehandelt als die 51.000 Dollar, die das Topmodell des Ford Bronco mit dem 2,7 Liter großen V6-Turbo kostet.

„Wir haben die Bronco-Familie gegründet, um jeden Aspekt des Offroad-Abenteuers zu verbessern, und sie mit erstklassiger Chassis-Hardware und exklusiven Technologien ausgestattet, um die Messlatte im robusten 4x4-Segment höher zu legen“, so Ford-CEO Jim Farley, „sie sind mit der Robustheit eines Pick-Ups der F-Serie und dem Leistungsgeist eines Mustang gebaut. Und in einem der beeindruckendsten und funktionalsten Offroad-Designs verpackt, das der ursprünglichen Bronco-Design-DNA entspricht.“

Robuster Charmebolzen

Der neue Bronco hat den Charme und das Design des alten Modells behalten. Dabei fährt er sich wie ein moderner Geländewagen mit zugegeben spürbar hohem Schwerpunkt. Allzu flott sollte man daher auf kurvenreichen Straßen nicht unterwegs sein. Kann man aber, denn je nach Reifen ist der Bronco bis zu 160 oder 180 km/h schnell und bietet einen Praxisverbrauch von 10,8 Litern Super auf 100 Kilometern.

Im Normalbetrieb wird die Motorleistung an die Hinterachse übertragen. Über einen Drehschalter am Mitteltunnel gibt es Allradantrieb oder gar eine Untersetzung. Oben am Armaturenbrett können die Differenzialsperren zugeschaltet werden, wenn es abseits befestigter Pisten besonders brenzlig wird. Die stattliche Bodenfreiheit von rund 30 Zentimetern sorgt dafür, dass man bestens auch abseits befestigter Straßen unterwegs sein kann. Die Basisversion ist zudem mit einer Siebengang-Handschaltung zu bekommen, die jedoch kaum eine Chance gegen die Automatikversionen haben dürfte. Unterschiedliche Fahrprogramme sorgen dafür, dass der Bronco bestens durch Geröllfelder, Schneepisten, Matsch oder Sand kommt. Die Wattiefe durch Wasser liegt bei über 85 Zentimetern.

„Ähnlich wie beim Modell der ersten Generation sind die quadratischen Proportionen, die kurzen Überhänge und die breite Haltung von Bronco für Offroad-Abenteuer optimiert“, so Bronco-Chefdesigner Paul Wraith, „das Seitenprofil verfügt über eine flache, schnörkellose Oberfläche mit klaren Kanten und robust ausgestellten Kotflügeln.“ Dabei hat der Ford Bronco in Details etwas von einem Lego- oder Playmobilmodell. Schalter, Bedienmodule und Karosseriedetails – alles ist wie aus einem Guss und eben perfekt für ein amerikanisches Freizeitmobil. Dabei ist der Bronco als Badlands oder Wildtrak sogar mit Offroadreifen bis zu seiner Größe von 35 Zoll zu bekommen. Mit einigen Handgriffen lassen sich bei Zwei- und Viertürer die Dachmodule in einzelnen Segmenten entfernen und hinten im Fahrzeug verstauen, wo die Rücksitze eher zum Umklappen, denn zum realen Personentransport taugen. Neben diesem mehrteiligen Hartschalendach gibt es auf Wunsch auch ein Softtop, wobei sich die rahmenlosen Türen mit etwas mehr Aufwand ebenfalls entfernen lassen – ganz wie beim Jeep Wrangler.

Auch beim Preis spielen die beiden in einer Liga. Das Basismodell des Ford Bronco 2.3 startet bei 28.500 US Dollar. Kauftipp ist der Outer Banks mit dem 2.7 Ecoboost V6-Motor, der mit Teilledersitzen, dem Luxuspaket nebst Sound- und Navigationssystem sowie ein paar netten Details statt der 38.000 dann knapp 51.000 Dollar kostet. So wäre der Ford Bronco auch in Europa ein Renner – her damit.

Stefan Grundhoff; press-inform