Spaß für vier

Fahrspaß 11/2019:Spaß für vier

Auf den Spuren des Leaf Die Gran-Coupé-Versionen im Hause BMW sind echte Erfolgsmodelle. Der 8er Gran Coupé löste jüngst den schicken 6er ab und die Bayern bringen im kommenden Jahr auch den 4er wieder als viertürige Gran-Coupé-Variante zu den Kunden. Ab März 2020 erstmals auch einen 2er als Gran Coupé.

Die Entscheidung ist den Portfolioplanern im Münchner Petuelring diesmal wohl recht leicht gefallen. Alle bisherigen Gran-Coupé-Varianten der Bayern waren erfolgreich. Die Mischung aus vier Türen und einer Coupélinie scheint den Kunden zu gefallen. Zudem will man abseits aller Luxusbestrebungen gerade die Anzahl der Einstiegsmodelle hochfahren, um Neukunden an sich zu binden. Mercedes hat auf seiner Frontantriebplattform mittlerweile sieben Derivate und der Konkurrenz damit eine schmerzhafte Nase gedreht. Gerade Modelle wie der Mercedes CLA oder ein CLA Shooting Brake sorgen für Image und Kunden auf der ganzen Welt. Auf diesen Zug will auch BMW mit seinem neuem 2er Gran Coupé aufspringen.

Auto Parc France GmbH

Technisch ist der coupéhafte 2er BMW ein 1er und hat nichts mit dem besonders sportlichen 2er Coupé oder gar dem Topmodell BMW M2 gemein, der mittlerweile mit bis zu 410 PS angeboten wird. Doch statt des Kompaktklassehecks des frischen 1ers bietet das 2er Gran Coupé eine weich auslaufende Dachlinie und einen kleinen Kofferraumbürzel. In Europa erfreuen sich diese Modelle keiner großen Beliebtheit; da sind Schrägheckmodelle deutlich beliebter. Doch in Südamerika oder speziell den USA sieht das ganz anders aus. Da die Mercedes A-Klasse in den USA ebenso wenig wie der 1er BMW angeboten wird, ist das neue Gran Coupé die günstigste Möglichkeit, einen BMW zu fahren. Ansonsten geht das Portfolio beim BMW X1 oder dem BMW 3er als 330i los. Mit dem 2er Gran Coupé will BMW die Kunden ebenso zu der deutschen Premiummarke locken, wie dies vor Jahren Mercedes mit dem CLA gelungen war, der als Basisversion des CLA 250 mit 211 PS unter 30.000 Dollar kostete und somit völlig neue Kundengruppen ansprach.

Verbrauchsangaben: städtisch l/100 km 7,5-7,3 (6,5-6,2); außerstädtisch l/100 km 4,7-4,3 (4,7-4,3) insgesamt l/100 km 5,7-5,4 (5,4-5,0). CO2 g/km 131-123 (123-114); Emissionseinstufung EU6d-TEMP
Verbrauchsangaben: städtisch l/100 km 7,5-7,3 (6,5-6,2); außerstädtisch l/100 km 4,7-4,3 (4,7-4,3) insgesamt l/100 km 5,7-5,4 (5,4-5,0). CO2 g/km 131-123 (123-114); Emissionseinstufung EU6d-TEMP

Gleiches will BMW mit dem 2er Gran Coupé und macht diesen gleich zu einem Weltauto. Optisch muss man sich um einen Erfolg wohl keine Sorgen machen, denn obwohl das Gran Coupé im 2er BMW nicht die Länge und damit die Eleganz seiner größeren Brüder hat, kann er sich allemal sehen lassen. Dabei entspricht der Vorderwagen komplett dem neuen BMW 1er. Doch hinten gibt es ein knackiges Bürzelheck, das gerade die Sportlichkeit der Topversion M 235i unterstreicht. Mit einer Länge von 4,53 Metern ist der Viertürer an sich der Kompaktklasse knapp entwachsen. Im Vergleich zum BMW 2er Coupé, der über die Hinterachse angetrieben wird, ist das 2er Gran Coupé auf der Frontantriebsplattform unterwegs. Die stärkeren Versionen sind jeweils als Allradler zu bekommen. Durch die Frontantriebsplattform bietet das viertürige Gran Coupé mit 430 Litern 40 Liter mehr Laderaum als das 2er Coupé und gut drei Zentimeter mehr Beinraum im Fond. Große Türen sollen das Ein- und Aussteigen zudem deutlich erleichtern. Ernsthaft möchte man den Fond jedoch nur zwei und nicht drei Personen zumuten.

Sitze, Cockpit und Bedienelemente sind mit dem neuen BMW 1er ebenso identisch wie die Komfort- und Sicherheitsausstattung. Das gilt auch für die Antriebe. So bleibt der 306 PS starke BMW M 235i xDrive das Topmodell, das viel Abstand zum 410 PS starken BMW M2 Competition, dem 421 PS starken Mercedes AMG CLA 45 oder einem 400 PS starken Audi RS3 lässt. Wenn das BMW 2er Gran Coupé auf der Los Angeles Autoshow Mitte November seine offizielle Weltpremiere feiert, dann werden neben dem BMW M 235i Gran Coupé auch schwächere Motorvarianten wie der 218i (140 PS), ein 220d (190 PS) und der ausschließlich für die USA vorgesehene 228i xDrive (231 PS) vorgestellt. Marktstart in Deutschland ist im März 2020, wenn es für das BMW 218i Gran Coupé bei 31.950 Euro losgeht. Der BMW 220d startet bei 39.900 Euro, während der BMW M 235i xdrive mindestens 51.900 Euro kostet. Stefan Grundhoff; press-inform


Auf den Spuren des Leaf

Mit dem Leaf hat Nissan lange Jahre das erfolgreichste Elektroauto der Welt produziert. Auf der Tokio Motorshow zeigen die Japaner erstmals einen elektrischen Crossover. Der dürfte noch mehr von sich reden lassen, als einst der Leaf, denn mit ihm klopfen die Asiaten an die Tür zur Premiumliga.

Ähnlich wie BMW mit dem Serienmodell vom iNext ist der Nissan Ariya, der auf der Tokio Motorshow erstmals enthüllt wurde, mehr als die seriennahe Elektrostudie eines Crossovers. Neben dem Elektroautotrieb und einer neuen Designsprache will Nissan mit dem Mittelklasse-SUV auch hoch automatisierte Fahrfunktionen einführen. Ebenso wie der BMW iNext hat der Nissan Ariya seinen internationalen Serienstart Mitte 2021. „Das Fahrzeug ist extrem elegant, nahtlos, scharf und kraftvoll“, sagt Alfonso Albaisa, Senior Vice President Global Design bei Nissan. „Die von unseren Ingenieuren erträumte und durch unseren elektrischen Antriebsstrang geformte Plattform hat unser globales Designteam zu den Innovationen inspiriert, die im Inneren zu finden sind. Ariya wird als Synonym für die brillante neue Design- und Technik-Vision bei Nissan stehen.“

Auslieferung ab Mitte 2021

Nach der Weltpremiere der seriennahen Konzeptstudie wird die Serienversion im kommenden Mai enthüllt und dann ab Mitte 2021 ausgeliefert werden. Das Leistungsspektrum des Mittelklasse-SUV, der mit Zwei- und Vierradantrieb verfügbar sein wird, liegt zwischen 210 und knapp 400 PS. Wahlweise gibt es zwei Akkupakete mit 66 und 90 kWh, die für Reichweiten von 370 und rund 500 Kilometern sorgen. Per Schnellladung soll es in 15 Minuten aus der Steckdose neue Energie für weitere 200 Kilometer geben. Die Höchstgeschwindigkeit wird wohl bei 200 km/h liegen und aus dem Stand beschleunigt das Topmodell in deutlich unter fünf Sekunden auf Tempo 100. In einem ersten Schritt ist der Nissan Ariya mit dem erweiterten Nissan Pro Pilot Fahrerassistenzsystem 2.5 ausgestattet, das im Stau bis Tempo 60 autonom unterwegs sein kann. Das Preisspektrum des neuen Ariya dürfte zwischen 45.000 und 60.000 Euro liegen.

An Front und Heck fallen bei dem Japaner die hoch positionierten Leuchteneinheiten ins Auge, die gerade von vorne leicht an den Byton M-Byte erinnern. Am Heck gibt es wie bei immer mehr neuen Modellen eine durchgehende LED-Einheit, der die nach hinten ansteigende Gürtellinie am Heckdeckel abschließt. Besonders schick wirkt der Mittelklasse-SUV durch den langen Radstand und die abfallende Dachlinie von der Seite. Große Türen sorgen für einen bequemen Einstieg in den puristisch gestalteten Innenraum. Im Innenraum gibt es viel Platz für vier bis fünf Personen, wobei das Cockpit von einem großen Doppeldisplay dominiert wird, das die wichtigsten Informationen animiert hinter dem Lenkrad darstellt und zur Mitte hin in einen zweiten Multifunktionsbildschirm übergeht, über den sich die wichtigsten Einstellungen, Navigation oder Komfortfunktionen regeln lassen.

„Als neue Ikone von Nissan Intelligent Mobility schlägt das Konzeptfahrzeug das nächste Kapitel im Bestreben von Nissan auf, das Leben der Menschen zu bereichern. Daher hatten wir das Gefühl, dass dieses Konzept ein besonderes Namensschild verdient“, erläutert Yasuhiro Yamauchi, Representative Executive Officer, Nissan Motor Co., Ltd. Stefan Grundhoff; press-inform