Entspannter durch den Winter

Fahrspaß:Entspannter durch den Winter

Sie sind wieder da: die langen Nächte, das usselige Wetter und die kalten Temperaturen. Da ist es Zeit für den Winter-Check.

Vorbei ist die Zeit weitgehend angenehmer Sommertemperaturen und der langen Tage; Herbst und bald auch der Winter haben die Menschen zunehmend mehr in Griff mit Kälte, Regen, mitunter mit Schnee und Frost. Das Auto will frühzeitig darauf vorbereitet sein.

Putzen, prüfen, füllen, tauschen

Nichts stört in der dunklen Jahreszeit mehr als eine schlechte Sicht. Schmutz, Streusalz und Schneematsch trüben die Autolichter rasant schnell ein. Nach Angaben des TÜV Süd sinkt die Leuchtweite innerhalb von nur 15 Minuten um bis zu 80 Prozent. Kritisch wird es auch für den Gegenverkehr, denn schon leicht verschmutzte Scheinwerfer blenden gefährlich. Waren es im Sommer Baumharz, Insektenfriedhöfe und Vogeldreck, muss im Winter Streusalz, Schneematsch und Straßenschmutz von der Frontscheibe entfernt werden. Damit die freie Sicht auch bei Minusgraden gelingt, ist dem Wischwasser jetzt Frostschutz beigefügt – minus 20 Grad Celsius sollte es mindestens aushalten. Erst den Sommerreiniger wegpumpen, dann die frostige Mischung einfüllen. Nicht vergessen: Ein Behälter Fertigmischung für zwischendurch wiegt nicht nur auf großer Fahrt in Sicherheit. Gerade im Winter sind die Scheibenwischer im Dauereinsatz, das Wischwasser ist schnell verbraucht. Mit weichen Tüchern und viel Wasser kommt wieder Licht ins Dunkel. Bloß nicht mit einem Fliegenschwamm und niemals trocken putzen. Wer gleich nach der Fahrt wäscht, erzielt die besten Reinigungsergebnisse. Hartnäckiger Schmutz verschwindet, wenn man ihn vorher einweicht.

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In der kalten Jahreszeit gehört nicht nur Frostschutz ins Wischwasser. Die Reiniger sollten effektiv arbeiten sowie hartwasserbeständig sein. Für Abschlussscheiben, die heute fast alle aus Kunststoff bestehen und einen Lacküberzug haben, gibt es spezielle Produkte. Auf den Kanistern stehen Hinweise wie „Für Abschlussscheiben aus Kunststoff“ oder „Polycarbonat geeignet“. Automobilklubs, Sachverständige und Fachzeitschriften prüfen das Sortiment an Scheibenreinigern regelmäßig – mit teils überraschenden Ergebnissen. Das teuerste Produkt muss nicht immer das Beste sein. Klar, dass bei so viel Schmuddelwetter viel gesprüht werden muss. Ein Kanister oder Beutel Scheibenreiniger gehört also an Bord.

Je nach Scheinwerfertyp und -alter können beim Abstellen des Autos in der Kälte die Scheiben beschlagen. Problematisch wird es, wenn eine tröpfchenartige Betauung nach unten in den Scheinwerfer läuft. Meist sind Dichtungen spröde, Kabel oder Stecker defekt. In der Regel müssen die schadhaften Komponenten oder der betroffene Scheinwerfer in der Werkstatt ausgetauscht werden. Bei neuen Autos sollten sich die Fahrzeugbesitzer keinesfalls selbst am Scheinwerfersystem zu schaffen machen. Autobesitzer sind gut beraten, matte, rissige oder milchige Scheinwerfer von den Kfz-Profis austauschen zu lassen.

Frostschutz hält selbst bei Temperaturen bis minus 25 Grad Celsius alles am Laufen. Der Allrounder kühlt nicht nur den Motor, sondern schützt auch vor Korrosion und Kalkablagerungen. Ist der Frostschutz im transparenten Behälter unter das Minimum gesunken, füllen die Fachleute nach – und zwar nur das vom Hersteller freigegebene Mittel. Sonst droht während der Garantiezeit der Verlust der Ansprüche an den Hersteller. Eingeschenkt wird der bunte Cocktail nur bei kaltem Motor und mit Schutzhandschuhen. Weil sich die im Frostschutzmittel enthaltenen Schutz-Additive mit der Zeit abbauen, empfehlen die Fahrzeughersteller alle vier bis vier Jahre den Austausch beim Fachmann.

Sicherheitsrisiko Scheinwerfer

„Wenn Scheinwerfer nicht funktionieren oder falsch eingestellt sind, steigt das Unfallrisiko. Der Gegenverkehr wird gefährlich geblendet, die eigene Sicht ist erheblich beeinträchtigt“, warnt Ulrich Köster vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Jedes fünfte Auto war 2019 mit defekten Hauptscheinwerfern unterwegs, fast jedes zehnte Fahrzeug blendete oder leuchtete zu kurz. Das gefährdet die eigene Sicherheit und die der anderen. Zudem droht ein Bußgeld.

Zu hoch eingestellte Scheinwerfer blenden den Gegenverkehr, aber auch Vorausfahrende. Ehe man sich am rechten Straßenrand orientiert hat, sind etliche Meter im Blindflug zurückgelegt. Das ist gefährlich, nervt und wird von den Betroffenen mit Blinken oder Hupen häufig auf der Stelle moniert. Nicht selten kommt es allerdings zum Unfall.

Die Lenker funzelnder Autos mit zu kurz eingestellten Scheinwerfern haben es da um einiges schwerer, dem Mangel auf die Spur zu kommen. An eine schlecht ausgeleuchtete Straße gewöhnt man sich. Das Abblendlicht ist korrekt eingestellt, wenn die trockene Fahrbahn 50 bis 100 Meter vor dem Auto hell sichtbar ist, Schilder und Bäume deutlich erkennbar sind. Zur Orientierung: Der Abstand zwischen zwei Leitpfosten beträgt zumeist 50 Meter.

Blenden die Scheinwerfer oder leuchten sie die Straße schlecht aus, hat das Auto möglicherweise schwere Last an Bord, oder die Grundeinstellung der Scheinwerfer ist fehlerhaft. Besitzer von Fahrzeugen mit modernen Lichtsystemen (Xenon, LED, Laser) mit über 2000 Lumen Lichtstrom müssen sich bei wechselnder Beladung keine Gedanken machen. Die Anpassung von Abblend- und Fernlicht übernimmt die automatische Leuchtweitenregulierung. In älteren Autos helfen das Einstellrädchen neben dem Lenkrad und ein Blick in die Bedienungsanleitung mit den entsprechenden Schalterpositionen. Separat verbaute Nebelscheinwerfer müssen in der Regel manuell und vom Fachmann eingestellt werden.

Der Check und die Korrektur der Scheinwerfer-Grundeinstellung sind eindeutig Werkstatt-Sache. Die Profis verfügen über zertifizierte Lichteinstellplätze mit Diagnosegeräten und die fachliche Kompetenz.

Volle Ladung voraus

Jahr für Jahr sorgen schwächelnde oder alte Batterien für die meisten Autopannen. Auch im vergangenen Jahr war der frühe Akku-Tod mit 42 Prozent Pannenursache Nummer eins. Eigentlich ist es die Hitze, die Batterien verschleißt. Die hochsommerlichen Temperaturen führen zur Selbstentladung. Dadurch altert der Akku schneller. Wird es ab Herbst draußen dann ungemütlich, legen viele Menschen kurze Strecken lieber mit dem Auto anstatt zu Fuß oder mit dem Rad zurück. Dabei haben Batterien kaum Gelegenheit, sich wieder aufzuladen. Wenn dann noch aufgrund der Kälte die Batterieleistung sinkt und der Motorstart dem Stromspender mehr abverlangt, ist das für alte, strapazierte Akkus zu viel.

Jede gute Autowerkstatt kennt die passenden Austauschbatterien. Generell gilt: Eine Technologie darf nur durch dieselbe Technologie ersetzt werden. Ist beispielsweise ein Auto mit Start-Stopp-Technologie ausgerüstet und wurde eine AGM-Batterie (Absorbent Glass Material) eingebaut, gehört auch diese wieder ins Fahrzeug. Es gibt auch Online-Portale von Batterie-Herstellern, auf denen mit einem Blick klar wird, welche Batterie wo verbaut ist.

Für ältere Fahrzeuge ohne Start-Stopp-Funktion beziehungsweise Autos mit geringen Energieverbrauchern genügt eine einfache SLI-Batterie (Starting-Lightning-Ignition). Die mittlere Kategorie kommt in der Regel mit einer EFB-Batterie (Enhanced Flooded Battery) aus. Dazu zählen Start-Stopp-Fahrzeuge mit Grundausstattung. Rund 80 Prozent der Neuzulassungen benötigen einen AGM-Akku (Absorbent Glass Material). Er stellt Start-Stopp-Zyklen sicher, bedient ein komplexes Bordnetz und ist stressresistent gegen extreme Kälte und Hitze. So einfach wie früher ist der Batterietausch heute keineswegs. Bei den anspruchsvollen Elektroniksystemen sollten Profis ans Werk. Wird die Stromzufuhr unterbrochen, könnten Daten wie die für die Fensterheber verloren gehen. Die Software muss neu aufgespielt werden.

Sobald wieder Strom fließt, heißt es, manche Radios oder Multimediageräte per Sicherheitscode wieder freizuschalten. Bisweilen muss die neue Batterie auch in die Fahrzeugelektronik erneut einprogrammiert werden. Außerdem befinden sich die Akkus heute längst nicht mehr nur unter der Motorhaube, sondern auch unter dem Fahrersitz oder im Fußraum. Besonders beim Umgang mit Blei-Säure-Akkus ist Vorsicht geboten. Der Elektrolyt in Starterbatterien kann bei unsachgemäßer Handhabung auslaufen oder verspritzen, eine Überladung hat nicht selten eine Knallgasbildung zur Folge.

Wer seine Batterie pflegt, lädt, ein- oder ausbaut, sollte Schutzbrille und Schutzhandschuhe tragen. Um einen Kurzschluss zu vermeiden, ist beim Verbinden der Pole der Kontakt mit metallischen oder leitenden Materialien untersagt. Es droht ein Stromschlag. Besitzer von älteren Fahrzeugen mit einer nicht wartungsfreien Batterie fahren zum Laden am besten in die Fachwerkstatt.

Mit Euromünzen und vier Augen

Mit dem silbernen Rand einer Zwei-Euro-Münze lässt sich checken, ob die Winterreifen noch die vom ADAC empfohlene Profiltiefe von mindestens vier Millimetern aufweisen. Der silberne Münzrand ist genauso breit. Wer die Münze ins Profil steckt, sieht, ob noch genug vorhanden ist. Wer nur eine 1-Euro-Münze hat: Deren Rand ist drei Millimeter breit, sollte also von der Seite her gesehen im Profil verschwinden. Gesetzlich vorgeschrieben sind nur 1,6 Millimeter Restprofil.

Kleine Helfer

Trotz aller Technik in den neuen Automobilen braucht es in der kalten Jahreszeit einige kleine Helfer, um erfolgreich über die Runden zu kommen. Mit Besen und Kehrschaufel lässt sich das Auto schnell und einfach säubern. So sind die Lüftungsöffnungen frei. Heizung und Klimaanlage arbeiten effektiver. Enteisersprays sind sanft zum Glas und einfach im Gebrauch. Da die Scheibe meist in verschmutztem Zustand mit Eis überzogen wird, verursacht Eiskratzen oft mikrofeine Beschädigungen des Glases, weil die Schmutzkörper wie Schleifpapier wirken. Das führt auf Dauer zu steigender Blendgefahr im Gegenverkehr. Eine gute Alternative zu Sprays und Kratzen ist es, die Frontscheibe abends mit einer Frostschutzmatte abzudecken. Ideal sind Folien mit Magneten an beiden Längskanten, die eine Fixierung an der Motorhaube und dem Autodach ermöglichen. Keine Alternative bilden Zeitungspapier oder Pappe. Sie nehmen Wasser auf und gefrieren dann an der Scheibe fest. Antibeschlagtücher, Scheibenschwämme oder Mikrofasertücher gegen Feuchtigkeit auf kalten Scheiben und Mittel aus Talkum, Glycerin, Hirschtalg, Vaseline oder Silikon zum Imprägnieren der Türgummis sind weitere wichtige Helfer.

Und dann gibt es noch Hausmittel.

Darauf weist der Automobilclub von Deutschland hin. So eignet sich mit Wasser verdünnter Brennspiritus genauso gut wie Glasreiniger aus dem Supermarkt zum Reinigen der Innenseite der Autoscheiben. Beschlagene Scheiben vor dem Losfahren lassen sich vermeiden, indem man Walnüsse in ein Leinentuch wickelt und in den Fußraum des Beifahrers legt. Den gleichen Effekt kann ein Schälchen mit Speisesalz haben, so der AvD.