Tatü Tata, der Corona-Test ist da

Fahrspaß:Tatü Tata, der Corona-Test ist da

MAN hat ein mobiles Coronavirus Testfahrzeug entwickelt, mit dessen Ausrüstung innerhalb von rund 40 Minuten bestimmt werden kann, ob ein positiver Befund vorliegt.

Die Corona-Pandemie hat die Welt weiter im Griff. Hotspots schießen wie Pilze aus der Erde und Zungenbrecher wie „Inzidenzwert“ gehören mittlerweile zum Standard-Repertoire eines jeden Nachrichtensprechers. „Gerade in Zeiten wie diesen ist es wichtig, dass man schnelle Testergebnisse bekommt“, sagt Dennis Affelt, der beim Münchner Nutzfahrzeugspezialisten MAN für die Strategie und neue Konzepte zuständig ist.

Ein wichtiges Projekt

Vermutlich waren nur wenig seiner Projekte so wichtig wie das aktuelle. Der MAN-Manager hat zusammen mit Leeloo Medical, dem Ambulanzdienstleister MKT-Krankentransport und Bosch Healthcare ein Corona-Mobil entwickelt, das innerhalb von 39 Minuten ein zuverlässiges Testergebnis abliefert, ob die betroffene Person einen positiven COVID-19 Befund hat. Sobald dieses Resultat vorliegt, kann es per Wlan in Echtzeit an die entscheidenden Stellen übermittelt werden. Gegenüber dem bisherigen Prozedere, das mindestens 24 bis 48 Stunden in Anspruch nimmt, ein eindeutiger Fortschritt, der essenziell für die Eindämmung der Pandemie ist.

Im Zentrum dieses Verfahrens steht das von Bosch Healthcare entwickelte Analysegerät namens „Vivalytic“. Das Verfahren basiert übrigens auf dem PCR-Verfahren, das im Gegensatz zum Antigen-Test vom Robert Koch Institut und der „World Health Organisation“ (WHO) anerkannt wird. In dem MAN Corona-Testmobil sind 16 von diesen Geräten verbaut, damit sind theoretisch pro Tag 500 bis 800 Überprüfungen möglich.

Dabei drängt sich die Frage auf, warum man nicht gleich einen MAN Bus nimmt und damit die Testkapazität deutlich erhöht. „Ein solcher Bus ist unhandlich und man braucht einen speziellen Führerschein“, erklärt Dennis Affelt. Damit würde dieses Mobil einer seiner Stärken beraubt, nämlich, dass es sehr schnell an einem Corona-Brennpunkt sein kann. Die Basis für dieses mobile Testlabor ist ein MAN TGE 3,5 Tonner mit 177 PS und einer Achtgangautomatik, der mit einem herkömmlichen Führerschein gefahren werden kann. Der Fahrer legt dann auch die Schutzkleidung an, nimmt den Abstrich vor Ort und führt die Tests an Ort und Stelle durch.

Mit einem Preis von rund 600.000 Euro ist dieses spezielle Gefährt nicht ganz billig. Wobei die MAN-Basis lediglich mit etwa 45.000 Euro zu Buche schlägt. Der größte Kostentreiber sind die Analysegeräte, von denen eines etwa 25.000 Euro kostet. Dafür sind es die schnellsten zugelassenen PCR-Testgeräte, die es derzeit auf dem Markt gibt. Dazu kommt die medizinische Innenausstattung, die in Handarbeit eingebaut wird. Dabei sind wichtige Details zu beachten: Zum Beispiel müssen alle Oberflächen möglichst glatt und abwischbar sein. Ein bloßes Abspritzen mit Desinfektionsmittel ist nicht effektiv genug. Deswegen ist zum Beispiel der Himmel des rollenden Labors aus Kunstleder und nicht aus Stoff. Außerdem ist der fugenlose Boden auswaschbar, und die Wasserhähne sind berührungslos zu bedienen. Auch an das Ende des Prozederes ist gedacht: Die benutzte Schutzkleidung kann in einem keimdichten Behälter, der an dem Fahrzeug angebracht ist, entsorgt werden.

Damit alle diese seuchenrelevanten Parameter auch exakt umgesetzt und beachtet werden, haben die MAN-Planer einen Fachberater Seuchenschutz vom Medizinischen Katastrophen-Hilfswerk Deutschland e.V. (MHW) hinzugezogen, der dann schließlich sein Placet gab. Die Idee für dieses ambulante Testlabor reifte schon im Frühjahr dieses Jahres, als der COVID-19 Virus seine unheilvolle Weltreise begann. In weiser Voraussicht hat Dennis Affelt bereits einiger dieser Sonder-Fahrzeuge produzieren lassen, da die Fertigung eines Corona-Testmobils rund sechs Wochen dauert. Zugreifen sollen medizinische Dienstleister, große Firmen oder auch Behörden und Labore. Wolfgang Gomoll; press-inform


Hebt sich ab

Das Model 3 von Tesla hat mittlerweile auch Einzug in den europäischen Straßenverkehr gehalten. Doch die elektrische Mittelklasselimousine ist vielen Kunden optisch zu fad. Abhilfe schafft zum Beispiel ein Optikpaket von Brabus-Ableger Startech.

Fahrbericht Tesla Model 3 by Startech
Fahrbericht Tesla Model 3 by Startech

Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat Tesla sein Modellangebot beim Model 3 mittlerweile entsprechend ausgeweitet. Viele Kunden entscheiden sich für die Kombination aus Allradantrieb und maximaler Reichweite, was den Preis von gut 42.900 Euro mit ein paar Klicks auf über 50.000 Euro steigen lässt. Tesla verweist in seinem Konfigurator bei der Basisversion des Model 3 auf einen partiellen Premium-Innenraum im Paket Standard Plus. Premium ist an diesem Paket allerdings nicht viel, denn Sitze, Oberflächen und Verkleidungen verbreiten vieles, aber keinerlei Premiumcharme. Den gibt es allenfalls durch das mächtige Zentraldisplay in der Mitte der Armaturentafel. Doch wie schön wäre es, wenn es hinter dem Lenkrad mit spärlichen zwei Drehreglern ein echtes Cockpit oder darüber zumindest ein Head-Up-Display geben würde, das die wichtigsten Informationen ins Blickfeld des Fahrers projiziert? Doch nichts von alledem. Blinker, Tacho, Klimatisierung oder sämtliche Komfort- und Sicherheitsfunktionen gibt es nur auf dem großen Bildschirm, der sich problemlos per Fingerberührung bedienen lässt. Doch der Fahrer muss jeweils seinen Blick von der Fahrbahn neben, wenn er Funktionen ändert. Manchmal muss man gar in niedere Ebenen suchen, um zentrale Funktionen zu ändern. Die beiden Drehregler am Steuer können zahlreiche Funktionen bedienen – zwei oder vier Taster mehr hätten dem Model 3 gut getan.

Für die 42.900 Euro des Basismodells gibt es 191 kW / 260 PS und rund 500 Nm, die sich in 225 km/h Spitze und einen Spurt 0 auf Tempo 100 in 5,6 Sekunden verwerten lassen. Der Normverbrauch inklusiv entsprechender Realdistanz liegt mit 430 Kilometern nennenswert unter dem vergleichbarer Elektromodelle. Wem diese üppige Distanz nicht reicht, der entscheidet sich für die Version mit großer Reichweite, die im Paket gleich noch einen Allradantrieb beinhaltet. Für 52.000 Euro gibt es dann etwas mehr Wertigkeit im Innern, ohne dass das Model 3 damit auch nur in die Nähe eines BMW 3er oder Audi A4 käme. Doch im Paket enthalten ist nicht nur mehr Premiumcharme im Innern, sondern auch eine maximale Entfernung von stattlichen 580 Kilometern ohne Nachzuladen und eine Höchstgeschwindigkeit von 223 km/h. Für weitere 6.000 Euro extra spurtet die Performance-Variante mit seinem 75-kWh-Akku Dank 487 PS in spektakulären 3,3 Sekunden auf Tempo 100 und schafft 261 km/h Spitze – das ist absolutes Sportwagenniveau und lässt die Konkurrenz älter als alt aussehen.

Vortrieb überrascht

Wer nicht auf den Cent schauen muss – und das scheint bei einem Teslafahrer selten der Fall zu sein, sollte sich für die leistungsstärkeren Varianten entscheiden, denn dann gibt es nicht nur mehr Dampf und nennenswert mehr Reichweite, sondern auch den nicht nur jahreszeitbedingt sinnvollen Allradantrieb, der seine Motorleistung variabel zwischen beiden Achsen verteilen kann. Der Vortrieb des entsprechend erstarkten Model 3 überrascht einen bei jedem Mal. Er ist schnell, er ist sportlich und hängt klasse am Gas. Dass die Lenkung keine perfekte Rückmeldung von der Fahrbahn bietet, können auch die 20-Zöller aus dem Hause Startech mit 245er Reifen vorn und 285er Pneus hinten nicht ändern. Die Lenkung des 1,7 Tonnen schweren Allradlers wirkt synthetisch, doch zugegeben gewöhnt man sich schneller als man denkt an sie. Das gilt für das leicht hölzerne Fahrwerk nur bedingt, denn selbst für eine sportliche Abstimmung wirkt die Vorderachse gerade bei Querfugen stößiger, als es durch die Turbinenräder an sich sein dürfte. Was auffällt: das geringe Geräuschniveau des Tesla Model 3, für das auch der exzellente cW-Wert von 0,23 sorgt. Der Verbrauch: rund 20 kWh pro 100 Kilometer.

Beim Platzangebot des 4,70 Meter langen Tesla Model 3 gibt es nichts zu meckern. Für diese Klasse ist man großzügig dimensioniert unterwegs. Die Verstellmöglichkeiten der elektrischen Sitze könnten jedoch etwas besser und die Oberfläche griffiger sein. Immerhin gibt es vorne wie hinten eine Sitzheizung, die nicht nur bei einem Elektromobil mehr als sinnvoll ist. Wünschen würden sich jedoch die Insassen in der zweiten Reihe größere und vor allem bequemere Kopfstützen mit Höhenjustierung. Das Ladevolumen ist mit 340 Litern im hinteren Kofferraum trotz verstecktem Elektromotor und Akkus zwischen den Achsen überschaubar. Zusätzlich gibt es noch den Frunk (Front Trunk = vorderer Laderaum) sowie ein Abteil unter dem Ladeabteil mit insgesamt weiteren 85 Litern für Kleinteile oder eben Ladekabel.

Wertiger Innenraum

Üppig dimensioniert im Innenraum: die beiden Ladeschalen für Smartphones und die große Mittelkonsole mit entsprechenden Becherhaltern. Und mit dem Alcantara-Kit von Brabus fühlt sich der Innenraum gleich ein ganzes Stück wertiger an. Sonnenblenden, Griffe, Dachhimmel und weitere Details mit dem Handschmeichler-Material sollten einem die mindestens 2.600 Euro Aufpreis allemal wert sein. So lässt sich jedoch der Preis locker über die 70.000-Euro-Marke drücken. Immerhin kann das Model 3 mittlerweile nicht nur an Supercharger nachladen, sondern kann auch an anderen Ladesäulen erstarken. Und laden kann der Einsteiger-Tesla beinahe so schnell wie beschleunigen. Stefan Grundhoff; press-inform