Günstiger Einsteiger

Fahrspaß

Günstiger Einsteiger

Unterwegs im neuen Dacia Duster, denn der günstigste SUV in Deutschland bekommt eine Modellpflege. Die Überarbeitungen halten sich im Rahmen, doch gerade das Doppelkupplungsgetriebe dürfte bei den Kunden gut ankommen.


Geht es um alternative Antriebe, reißen sich die meisten Autohersteller geradezu einen Arm aus, um bei den Kunden zu landen. Plug-in-Hybrid, Elektroantrieb oder doch schon träumen vom Wasserstoff? Dafür hat man bei Dacia nur ein müdes Lächeln übrig, denn ein Stecker spielt bei den Franzosen keinerlei Rolle. Ein alternativer Antrieb, der heißt Autogas, und diese Variante gibt es ganz nebenbei ohne Aufpreis zum normalen 90-PS-Benziner. Bei den Kunden in diesem Segment und in der Preisklasse von 12.000 bis 18.000 Euro kommt das prächtig an.

Wirklich neu ist dieses Antriebspaket jedoch nicht, und so ist die wichtigste Neuerung beim aufgefrischten Duster die, dass der 150-PS-Topbenziner nunmehr auch mit einem sechsstufigen Doppelkupplungsgetriebe geordert werden kann. Diese Motor-Getriebe-Kombination dürfte sich gerade in Zentraleuropa einer großen Beliebtheit erfreuen, hat jedoch den Nachteil, dass diese aktuell nun als Fronttriebler zu bekommen ist. Die Allradversion bleibt erst einmal außen vor und das, obwohl der Dacia Duster trotz seiner günstigen Preisposition weltweit einen Allradanteil von knapp 30 Prozent vorzuweisen hat. Viele Märkte liegen sogar nennenswert darüber. Auch der Diesel steht bei den Dacia-Kunden nach wie vor hoch im Kurs, denn auch hier sind es weltweit ebenfalls knapp 30 Prozent, die einen Selbstzünder in ihrem Einstiegscrossover bewegen wollen. Bei anderen Modellen liegt der Verkaufsanteil sogar bei über 40 Prozent. Eine große Nachfrage nach Plug-in-Hybriden oder gar einem Elektroantrieb gibt es nach Aussagen der Dacia-Produktmanager aktuell nicht, und handeln will man nur, wenn rechtliche Vorgaben oder Kunden es fordern.


Fahrbericht - Dacia Duster TCe 150 4x2


Ob es die 150-PS-Variante des 1,3 Liter großen Zylinderquartetts sein muss oder es auch ein günstigeres Einstiegsmodell tut, muss jeder Interessent für sich entscheiden. In jedem Fall ist der Dacia Duster TCe 150 flott motorisiert, und die Kombination mit dem sechsstufigen Doppelkupplungsgetriebe passt gut, weil die Schaltvorgänge dezent im Hintergrund ablaufen, ohne dass der Fahrer eingreifen muss. Die 250 Nm maximales Drehmoment sorgen dafür, dass der knapp 1,4 Tonnen schwere Fronttriebler auch in unteren Drehzahlbereichen munter durchzieht und allemal flott beschleunigt. Der Motorklang bleibt dabei trotz mäßiger Geräuschisolierung weitgehend im Hintergrund und tönt nur nervig, wenn man den aufgeladenen Vierzylinder ausdreht. Mit einem Normverbrauch von 5,4 Liter Super auf 100 Kilometern ist der Doppelkuppler mehr als einen halben Liter sparsamer als die 150-PS-Variante mit Allradantrieb und Sechsgang-Handschaltung. Selbst der 130-PS-Benziner mit dem gleichen Triebwerk verbraucht mehr. Die Höchstgeschwindigkeit des TCe 150: stattliche 199 km/h, wobei der Fronttriebler in 9,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigt.
 

Beim Fahrwerk zeigt der Dacia Duster jedoch kleine Schwächen, denn das Anfedern ist speziell an der Vorderachse auf holpriger Fahrbahn leicht stößig, und die Lenkung deutlich zu leichtgängig, ohne dabei eine nennenswerte Rückmeldung von der Fahrbahnoberfläche zu geben. Der hohe Schwerpunkt und die holprige Dämpfung bringen den Crossover zudem bei schnell gefahrenen Kurven in Bedrängnis, und so hat der 4,34 Meter lange SUV mit Wankbewegungen zu kämpfen. Wer das Tempo auf der Landstraße dagegen zurücknimmt und es gemächlicher angehen lässt, wird dies schnell zu schätzen wissen.

Im Innenraum hat sich durch die Überarbeitung kaum etwas getan. Die Stühle haben neue Bezüge, doch die Sitzfläche ist kurz und der Reisekomfort allzu mäßig. Im Bereich der Sitze sollte nicht nur für groß gewachsene Personen nachgebessert werden, denn auch kleinere Personen vermissen Seitenhalt, Konturierung und eine stramme Polsterung. Das neue Navigationssystem kann mit einfacher Bedienung überzeugen, und so sollte man das eigene Smartphone einfach auf dem acht Zoll großen Touchscreen spiegeln können. Auch bei Instrumenten, Verkleidungen oder Bedienung ist der Dacia Duster nicht ganz auf dem Niveau des kleinen Bruders Sandero, der hier mehr glänzen kann.

Preislich geht es beim Dacia Duster und der Variante TCe 90 unverändert bei 11.990 Euro los. In der zweiten Ausstattungsversion kostet der 90-PSBenziner mit 13.190 Euro genauso viel wie die 100-PS-Eco-G-Variante mit Autogas. Der 150-PS-Benziner in der Kombination mit dem Doppelkupplungsgetriebe kostet mindestens 20.190 Euro und damit 2.400 Euro mehr als der 130-PS-Benziner mit Handschaltung in der schicken Ausstattungsvariante Prestige. Dafür gibt es unter anderem LED-Scheinwerfer, Bildschirmnavigation, sechs Airbags oder einen schlüssellosen Zugang.

Doch es bleibt wie es ist: Beim Dacia Duster, der auf einigen Märkten wie in Russland oder Südamerika nach wie vor als Renault Duster verkauft wird, macht der günstige Preis die Musik. Und der schmeckt fast allen. Stefan Grundhoff; press-inform

VERBRAUCHSANGABEN Dacia Duster TCe 150 (Vierzylinder mit Turboaufl adung) 110 kW / 150 PS / 121 g CO2