Corona-Pandemie: Tipps für Ältere

Generation Plus - Mitten im Leben:Corona-Pandemie: Tipps für Ältere

   

Gerade für Senioren ist die aktuelle Situation belastend. Sie gehören zur Risikogruppe und viele haben Angst, unter Menschen zu gehen. Regelungen wie die Mundschutzpflicht können zusätzlich für Probleme sorgen.  

Hilfe für Hörgeschädigte

Seit Ende April müssen Menschen in NRW in Geschäften, sowie im öffentlichen Nahverkehr einen Mund-Nase-Schutz tragen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Das ist vor allem für Hörgeschädigte ein Problem. Sie verstehen bis zu 20 Prozent des Gesagten über das Lippenbild des Gesprächspartners. Wenn der Mund bedeckt ist, fällt das Lippenlesen weg. Außerdem klingt alles automatisch leiser, gedämpfter und die Mimik geht verloren. Grundsätzlich sollten Menschen mit einer Hörminderung die Versorgung mit Hörsystemen nicht aufschieben – auch und gerade nicht unter den gegenwärtigen Umständen. Das rät der Bundesverband der Hörgeräte-Industrie. Betroffene sollten gegebenenfalls ihren Hörakustiker um Hilfe bitten. Menschen mit Hörminderung können sich in Geschäften sowie in Bussen und Bahnen außerdem mittels Block und Stift behelfen oder via Smartphone kommunizieren.

Wenn das Haus verkauft werden muss

Der Tod des Partners oder ein Umzug ins Pflegeheim sorgen oft dafür, dass man sich vom Haus trennen muss. Gerade in Coronazeiten will man aber nicht unzählige fremde Menschen zwecks Besichtigung in die eigene Immobilie lassen. „Es gibt dafür digitale Möglichkeiten“, erklärt Maklerin Vanessa Feyer von Wohnweisend. „Im ersten Schritt können 360-Grad-Rundgänge gefilmt werden, die sich Interessenten anschauen können.“ Besteht weiterhin Interesse, bietet man den Kunden eine Online-Liveführung an, bei der Fragen direkt beantwortet werden. Zusätzlich klärt sie in einem persönlichen Telefonat weitere Wünsche mit dem Interessenten. „Erst wer dann noch als Käufer infrage kommt, schaut sich die Immobilie vor Ort an. Jedwede weitere Fragen werden nicht in der Wohnung oder dem Haus geklärt, sondern im Anschluss vor dem Gebäude“, sagt die Expertin. Auf diese Weise steht dem sicheren Hausverkauf auch in Coronazeiten nichts im Weg.

Betrug mit der Corona-Angst

Kriminelle nutzen die Angst vor dem Corona-Virus momentan auf vielfältige Weise aus. Auf Fake-Shops bieten sie medizinische Geräte und Atemschutzmasken an, die Kunden nie erhalten. Oder sie geben sich als infizierte Angehörige aus, um Geld bei ihren Opfern zu erschleichen. In neuen Varianten geben sie sich als Amtspersonen aus, die vor allem bei älteren Menschen Tests auf das Sars-CoV-2-Virus durchführen wollten. Die Polizei NRW warnt eindringlich vor solchen Betrügern. Grundsätzlich sollte man die Tür nur mit vorgelegtem Sperrriegel öffnen, kein Geld an vermeintliche Tester an der Haustür übergeben und Fremde auf gar keinen Fall in die Wohnung lassen. Wer telefonisch zu kostenpflichtigen Tests aufgefordert wird, sollte sich bei seinem Hausarzt oder Gesundheitsamt erkundigen, ob ein Test angeordnet wurde. Grundsätzlich sollte man solche Vorfälle der Polizei melden und in akuten Bedrohungslagen auch umgehend die 110 wählen. Von Julia Klinkusch