Gesund und lecker

Generation Plus - Mitten im Leben:Gesund und lecker

Saisonale Obst- und Gemüsesorten sorgen im Sommer für Abwechslung auf dem Teller.

Nach den coronabedingten Engpässen sind die Regale in den Geschäften wieder gut gefüllt. Kunden haben gerade bei der Lebensmittelversorgung hierzulande die Qual der Wahl. Doch durch die scheinbar grenzenlose Verfügbarkeit kann das Wissen darüber verlorengehen, was zu welcher Jahreszeit passt. Dabei lohnt es sich, genau hinzuschauen. Frische saisonale Obst- und Gemüsesorten schmecken nicht nur gut, sondern haben durch kurze Wege auch viele Nährstoffe. Außerdem schonen heimische Produkte nicht selten den Geldbeutel und stärken die Landwirtschaft vor Ort. Einschränken muss sich dabei niemand.

„Die Vielfalt ist riesengroß“, erklärt Landwirtin Irmgard Bröcker vom Gut zur Linden im Wuppertaler Westen. In den Sommermonaten locken beim Gemüse unter anderem Möhren, Salat, Kartoffeln, Bohnen, Radieschen, Kohlrabi, Blumenkohl, Spitzkohl oder Weißkohl. Aus letzterem lässt sich etwa ein schmackhafter Salat zubereiten, was auch mit den meisten anderen Gemüsesorten geht. Ansonsten glänzen diese als leckere Beilagen oder werden in Form von Aufläufen oder Eintöpfen zum kulinarischen Hauptdarsteller. Beim Obst ist die Auswahl im Sommer ebenfalls vielfältig. Die Palette reicht von Äpfeln in vielen heimischen Varianten über Mirabellen, Stachelbeeren, Johannisbeeren bis zu Pflaumen und Kirschen. Bei reicher Ernte lohnt sich das Einkochen, was besonders für Beeren ideal ist. Allerdings kommt es auf das Zubehör an.
     

„Ein richtiger Einkochkessel muss schon sein, sonst funktioniert es nicht“, sagt Irmgard Bröcker. „Früher gab es den an jeder Ecke“, berichtet die erfahrene Landwirtin. Im Fachhandel werden Interessenten aber immer noch fündig. Die Investition lohnt sich. „Die Sachen lassen sich immer wieder verwenden“, erklärt Irmgard Bröcker. Für den Erfolg ist eine sorgfältige Reinigung der Gläser und Gummidichtungen mit kochendem Wasser unerlässlich. Viele Verbraucher schätzen selbst gemachte Marmeladen und Konfitüren, weil sie fruchtiger und nicht so süß sind wie die Produkte aus dem Handel. Zu wenig Zucker sollte es aber auch nicht sein. „Sonst leidet die Haltbarkeit“, sagt Irmgard Bröcker. Sie empfiehlt ein Mischungsverhältnis ab 500 Gramm für ein Kilo Früchte. So kann die Ernte auch noch im Winter genossen werden.


"Mich freut, dass der Trend wieder zurück zu Althergebrachtem geht."


Bei Gemüse ist Einmachen nicht immer sinnvoll, da ein Nährwertverlust droht. „Manchmal ist Einfrieren besser“, rät Bröcker. Bereits gekochter Rotkohl lasse sich so lange haltbar machen. Weder zum Einkochen noch zum Einfrieren eignet sich Kohlrabi. Dieser sollte frisch genossen werden. „Alles hat seine Zeit“, erklärt Irmgard Bröcker. Man freue sich dann auch auf die Gemüsesorten, die es eben nur saisonal gebe, was diese besonders mache. „Ich käme nicht auf die Idee, Grünkohl im Hochsommer zu essen“, sagt Irmgard Bröcker.
    

Foto: supamas - stock.adobe.com
Foto: supamas - stock.adobe.com

Ein saisonaler Hochgenuss sind ab der zweiten Jahreshälfte die sogenannten „neuen“ Kartoffeln. Diese lassen sich einfach abbürsten oder abwaschen und nach dem Kochen mit Schale essen. Mit Kräuterquark sind sie ein Gedicht und sehr nährstoffreich. Eingekellerte Kartoffeln sollten dagegen immer geschält werden. Saisonales Obst eignet sich auch als Alternative zu süßen Limonaden mit viel Zucker. „Kaltes Wasser mit Apfelspalten und einen Spritzer Zitrone ist sehr erfrischend“, sagt Irmgard Bröcker. Das gelte auch für Erdbeer- oder Holundersaft, der etwas verdünnt als Schorle den Durst auf gesunde Weise löscht.

Idealerweise können Obst und Gemüse selber angebaut werden. Das geht auch im heimischen Garten, rückenschonend mit einem Hochbeet. Wer diese Möglichkeit nicht hat, kann auf Selbsterntegärten zurückgreifen, die auch das Gut zur Linden anbietet. Die vorgepflanzten Parzellen werden bis in den Spätherbst bewirtschaftet. Die Nutzer ergänzen die Aussaat mit ihrem Lieblingsgemüse und kümmern sich um die Pflege. „Damit lassen sich Kinder sehr gut und spielerisch an das Thema Landwirtschaft heranführen“, sagt Irmgard Bröcker. So lernen sie etwa, dass ihre heißgeliebten Pommes nicht im Supermarkt wachsen und der Anbau von Lebensmitteln mit Aufwand verbunden ist.

„Mich freut, dass der Trend wieder zurück zu Althergebrachtem geht“, sagt Irmgard Bröcker. Das Thema Selbstversorgung sei gerade in schwierigen Zeiten, wie während der Coronakrise, ein nicht zu unterschätzender Aspekt. Grundsätzlich habe gesunde Ernährung aber bei immer mehr Menschen einen hohen Stellenwert. „Das merken wir auch in unserem Hofladen“, sagt Irmgard Bröcker. Auch viele andere landwirtschaftliche Betriebe bieten diese Versorgungsmöglichkeit als Alternative zur Massenproduktion aus dem Supermarkt an. Dabei gilt die Devise: Saisonal, gesund und lecker. Von Eike Birkmeier

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