Rückzugsort Garten

Generation Plus - Mitten im Leben:Rückzugsort Garten

  

Angesichts der Tatsache, dass viele Menschen in diesem Sommer auf eine größere Urlaubsreise verzichten müssen oder wollen, ist ein erholsamer Ausgleich umso wichtiger. Garten oder Terrasse werden zur grünen Oase. Generation plus sprach mit Christoph Janthur, Gärtnermeister im Garten- und Landschaftsbau und Sprecher des Bezirksverbands Bergisch Land. 

Herr Janthur, sobald sich die Ausgangbeschränkungen etwas gelockert hatten, bildeten sich lange Schlangen vor den Gartencentern. Welche Erfahrungen haben Sie als Gärtnermeister mit der Corona-Pandemie gemacht?

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CHRISTOPH JANTHUR: Wir, und soweit ich weiß auch die meisten Kollegen, hatten durch die Coronakrise keine größeren Einschränkungen. Was sich gezeigt hat: Es kamen mehr ernsthafte Anfragen seitens der Kunden. Zudem hat man festgestellt, dass die Menschen entspannter waren – auch wenn es mit der Materiallieferung mal ein zwei Tage länger gedauert hat. Denn auch wir konnten nicht einfach zu unseren Lieferanten fahren, sondern mussten vorher alles telefonisch anmelden.

Wie sehen im Sommer 2020 die Trends bei der Gartenbepflanzung aus?

JANTHUR: Sehr häufig werden bienenfreundliche Gärten nachgefragt. Eine vielfältige Bepflanzung, Wildblumenwiesen, keine Steinbeete. Die Kunden legen Wert auf natürliche Gärten und auf Naturmaterialien. Auch Beete für die eigene Gemüse- und Kräuterzucht werden gewünscht. Der entgegengesetzte Trend sind großformatige Keramikplatten und klare, schlichte Linien. Wer einen bienenfreundlichen Garten haben will, sollte wissen, dass Wildblumenwiesen erst im zweiten Jahr richtig schön aussehen und dass man sie nur einmal im Jahr mähen darf.

Älteren Menschen fehlt oft die Kraft, den Garten zu pflegen. Welche Möglichkeiten gibt es, den Garten pflegeleicht zu gestalten?

JANTHUR: Wichtig wäre in erster Linie der Rückbau von pflegeintensiven Flächen, wie aufwendigen Wechselbepflanzungen oder auch Nutzbeeten. Dafür gibt es pflegeleichte Alternativen in Form von dauerhaften Staudenpflanzungen. Es ist ratsam, zweimal im Jahr die Grundpflege von einem Experten durchführen zu lassen. Das ist meistens gar nicht so teuer wie man denkt.

Wer sich den Trubel am Badesee in Coronazeiten nicht antun will, denkt vielleicht über ein Becken im eigenen Garten nach. Welche Möglichkeiten gibt es da?

JANTHUR: Auch das ist aktuell ein großer Trend: Wasser im Garten. Egal ob Schwimmteich, Naturpool, Pool, Hot Tub, Whirlpool, Zierfischteich oder Brunnen. Alles ist möglich. Wir haben allein in diesem Jahr bereits sieben Teichanlagen gebaut. Bei Schwimmteichen ist es wichtig, auf eine Mindesttiefe von 1,20 Meter zu achten – darüber hinaus lassen sich fast alle Wünsche umsetzen.

Wenn der Sommer warm wird, ist ein Sonnenschutz unumgänglich? Gibt es „natürliche“ Schattenspender?

JANTHUR: Ja, da gibt es verschiedene Pflanzen, die sich dafür eignen, zum Beispiel bereits in Form geschnittene Platanen.

Wer keinen Urlaub machen kann, will sich vielleicht den Süden nach Hause holen. Gibt es mediterrane Pflanzen, die sich mit dem rauen Bergischen Klima vertragen?

JANTHUR: Es dürfte schwer werden, im Bergischen Land Olivenbäume zu kultivieren. Es gibt jedoch eine Birne, die aussieht wie ein Olivenbaum – ein Laie kann den Unterschied rein optisch nicht feststellen. Von Julia Klinkusch

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