Neue E-Learning-App für die Azubis

Handwerk in Wuppertal

Neue E-Learning-App für die Azubis

Die Kfz-Branche ist durch die Corona-Krise arg gebeutelt, der Autoverkauf ist nahezu komplett zum Erliegen gekommen. Ärger bereiten „schwarze Schafe“ – Betriebe, die nicht der Innung angehören und sich an den Pandemie-Bestimmungen vorbeimogeln. In der Ausbildung setzt die Innung inzwischen erfolgreich auf die Digitalisierung.

Christof Lyttek, stellvertretender Obermeister der Kfz-Innung, dankt auch im Namen seiner Kollegen den Kunden für ihre Treue in der Corona-Krise.

Die Wuppertaler Kfz-Innung bedankt sich bei ihren Kunden für das faire Verhalten in der Corona-Krise. „Angesichts der zahlreichen Auflagen und Einschränkungen können wir sagen, dass sich unsere Kunden ausgesprochen fair verhalten haben und dies noch tun, indem sie unter anderem die Regeln beim Bring- und Abholdienst genau einhalten“, sagt Christof Lyttek, stellvertretender Obermeister der Kfz-Innung. Die Corona-Krise hat die Branche hart getroffen. Der Autoverkauf ist so gut wie komplett eingebrochen, bis zu 80 Prozent Einbußen gibt es hier für die Betriebe, so Lytteks Einschätzung. Der Werkstattbetrieb kann weiterlaufen aber eben nur in strenger zeitlicher Taktung und mit den entsprechenden Abstandsregeln.

Ärger über „schwarze Schafe“

Während die Innungsbetriebe akribisch auf die Einhaltung der Vorschriften achten, gibt es laut Lyttek in der Branche aber auch schwarze Schafe: Nichtinnungsbetriebe, meist kleine Werkstätten, die sich darüber hinwegsetzen. „Die machen uns das Leben schwer“, sagt Lyttek, „denn die arbeiten in der Regel schwarz, also ohne Rechnung. Wir können zwar auch preiswerte Leistungen anbieten, diese Betriebe arbeiten aber billig.“ Das bedeute, so Lyttek, dass auch bei Ersatzteilen gespart werde. Und das könne gravierende Folgen haben, etwa wenn es um den Einbau von Bremsen gehe. „Wenn da minderwertige Teile eingebaut werden, kann das im Ernstfall für den Fahrer schlimm enden. Und wenn dann keine Rechnung vorliegt, kann er nicht einmal nachweisen, was genau eingebaut wurde.“ In diesem Bereich sollte nach Lytteks Meinung und der seiner Innungskollegen weit strenger kontrolliert werden als das bisher der Fall sei. Nach seine Beobachtung besinnen sich aber in jüngster Zeit die Kunden wieder auf die Qualitätsarbeit der Innungsbetriebe und schätzen auf die Sicherheit in puncto Abstandsregeln, die dort herrscht.
      

Die Wuppertaler Kfz-Innung setzt bei der Ausbildung jetzt auf E-Learning für ihre angehenden Kfz-Mechatroniker. Mittels einer speziellen App können die Azubis digital Aufgaben lösen.
Die Wuppertaler Kfz-Innung setzt bei der Ausbildung jetzt auf E-Learning für ihre angehenden Kfz-Mechatroniker. Mittels einer speziellen App können die Azubis digital Aufgaben lösen.

Dass der Autoverkauf komplett untersagt wurde ist für Lyttek nur bedingt nachvollziehbar. „Man hätte doch auch hier auf Abstand achten und Kunden nur einzeln ins Autohaus lassen können.“ Die Maßnahmen zum Schutz vor Corona seien zwar wichtig und richtig, im Einzelnen aber doch nur „bedingt nachvollziehbar“. Dass es bereits am 7. März wieder Lockerungen gibt, erwartet Lyttek eher nicht.

Positiv weiter voran geht es in der Wuppertaler Kfz-Branche bei der Nachwuchsbetreuung. Neben der Erweiterung und dem Ausbau der Überbetrieblichen Werkstatt ist ein weiterer Punkt die Digitalisierung der Nachwuchsausbildung. Die handschriftliche Führung des Berichtsheftes durch die Auszubildenden ist bald Vergangenheit. An deren Stelle tritt die neue Ausbildungs-App „Electude“, also E-Learning für angehende Kfz-Mechatroniker. „Dort können die Azubis ihre Berichte direkt einsprechen und digital Aufgaben lösen. Die Berufsschullehrer und die Ausbildungsleiter im Betrieb haben parallel die Möglichkeit, den Lernstand jeweils zu überprüfen“, berichtet Lyttek. Im ersten Jahr war dieses E-Learning für die Betriebe kostenlos, ab August soll das System , das sich nach Einschätzung der Innung bewährt hat, verpflichtend eingeführt werden. Auch in der Gesellenprüfung soll „Electude“ künftig zum Einsatz kommen.

„So führen wir die Azubis bereits an die Digitalisierung heran, denn sie können viele Dinge virtuell am Bildschirm erlernen, etwa die Bauteile einer Lichtmaschine von innen kennenzulernen. Wie bei einem Videospiel, das kommt bei den jungen Leuten einfach gut an. Anders als die alten Berichtshefte, wo ja auch noch Rechtschreibkenntnisse erforderlich waren, um die es inzwischen ja nicht mehr bei allen jungen Leute so gut bestellt ist“, sagt Lyttek. Er hat bereits beobachtet, dass die Azubis sich regelmäßig gegenseitig in der Pause ihre Fortschritte bei „Electude“ zeigen: „Nichts ist ja so attraktiv wie die neueste App.“

KFZ-Innung Wuppertal

Frühjahrsputz: So wird das Auto wieder richtig sauber

Manche Flecken oder Rückstände im Auto sehen nicht nur unschön aus, sondern riechen auch unangenehm.

ei starken Verschmutzungen im Innenraum müssen Autobesitzer nicht gleich in Panik verfallen. Aber manchmal ist etwas Eile geboten. „Je geringer die Einwirkzeit ist, desto einfacher lässt sich die Verunreinigung entfernen“, sagt Fahrzeugpflege-Profi Christian Petzoldt aus Hagen. Hartnäckigen Dreck wie Kaugummi, Schokolade oder andere klebrige Speisen lassen sich am einfachsten mit Kältespray aus der Apotheke entfernen. „Einfach aufsprühen bis der Schmutz bröckelt, ausbürsten, dann absaugen“, erklärt Petzoldt.

Gegen Milch, Urin, Blut oder Erbrochenes helfen biologische Reiniger mit Mikroorganismen. „Die werden auf die Stelle gesprüht und fressen alles Organische rückstandslos auf. Nach ein bis zwei Tagen ist die entsprechende Stelle sauber sowie geruchsfrei und die Mikroorganismen sterben ab“, sagt Petzoldt. Gegen Tierhaare helfen spezielle Gummibürsten, Handschuhe und ein starker Sauger.

Auf harte Bürsten und Tücher verzichten

Wer generell den Innenraum auf Vordermann bringen will, setzt am besten zunächst den Staubsauger ein und saugt lose grobe Verschmutzungen und Sandpartikel ab. Bei der Reinigung sollten Autofahrer generell auf harte Bürsten und Tücher verzichten, weil sonst feine Kratzer oder Schrammen entstehen. Besser seien weiche Werkzeuge, auch wenn die Arbeit dann länger dauert.

Petzoldt rät, die Reiniger oder Pflegemittel zuerst auf einen Lappen aufzutragen und nicht direkt auf die Fahrzeugteile zu sprühen. Andernfalls könne Nässe in Ritzen dringen und elektrische Schalter sowie elektrische Bauteile schädigen. Bei Leder verursacht zu viel Wasser irreparable Schrumpfungen.

Beim Saubermachen von Sitzen gilt zudem, das Reinigungsmittel wieder aus dem Polster oder Leder zu entfernen, und zwar möglichst vollständig. „Es ist wie beim Haarewaschen. Wenn das Shampoo nicht ganz ausgespült wird, greift es Kopfhaut und Haarwurzeln an.“

Generell empfiehlt der Fachmann milde Seifen oder Reiniger mit milden Tensiden. „Grundreiniger aus dem Haushalt sind meist zu aggressiv. Die reinigen zwar vordergründlich, schädigen aber später die Substanz“, sagt er. Und im Gegensatz zu Haushaltsmitteln bieten spezielle Kfz-Reiniger für Kunststoffteile einen UV-Schutz. „Der ist wichtig, da die meisten Fahrzeuge draußen oft in der Sonne stehen. Ohne UV-Schutz kann der Kunststoff schneller altern, ausbleichen und dadurch grau und unansehnlich werden“, sagt er. Philipp Ballas, Sattler-Meister der Autosattlerei Ballas in Köln, rät bei normaler Verschmutzung auf Sitzen zu einem feuchten Schwamm und wenig oder mildem Reiniger. „Autofahrer sollen auf keinen Fall zu chemischen Produkten oder Alkohol greifen. Bei verschmutzten Ledersitzen reicht häufig ein bisschen Sattelseife, um den ersten Schmutz zu entfernen“, sagt Ballas.

KFZ-ZULASSUNG

Christof Lyttek weist darauf hin, dass sich der Verwaltungsakt der Zulassungsstelle Wuppertal für Neu- und Gebrauchtwagen auf zwei Tage beläuft, wenn der Zulassungsdienst die Unterlagen pünktlich abholt und dem Autohaus auch wieder zuführt, also insgesamt maximal fünf Werktage vergehen (TÜV plus). Sollten allerdings die Unterlagen nicht komplett sein, verzögere sich der Ablauf, was allerdings nicht der Zulassungsstelle angelastet werden könne, sagt Lyttek. Eine gute Vorabprüfung der Unterlagen schließe solche Fehler aus.