Elektrohandwerk: Von E-Mobilität bis Smart Home

Handwerk in Wuppertal

Elektrohandwerk: Von E-Mobilität bis Smart Home

Elektro-Innung

Ein Auszubildender im Elektrohandwerk, fotografiert durch eine Kabelrolle: Auch auf dem Wuppertaler Lehrstellenmarkt gibt es im Handwerk zahlreiche freie Ausbildungsplätze. Archivfoto: Julian Stratenschulte/dpa

Für Ingo Kursawe und seine Kollegen gehört ständige Weiterbildung selbstverständlich mit zum Job. 

Ob E-Mobilität oder Smart Home: Die Fachbetriebe der Elektro-Innung sind zu vielen aktuellen Themen gefragt, wie Obermeister Ingo Kursawe berichtet. Auch bei der energetischen Sanierung oder Modernisierung von Gebäuden werden gerade vor dem Hintergrund der Klimaschutzverordnungen Fachleute des Elektrohandwerks gebraucht. Smart Home und alles, was damit zusammenhängt, ist ein weiteres aktuelles Feld für Elektriker, was über bekannte Tätigkeiten wie Reparaturen oder Steckdosenverkabelungen hinausgeht.

„Alle haben gut zu tun“, sagt Kursawe, ich kenne niemanden, der in seiner Werkstatt sitzt und Däumchen dreht“, scherzt der Obermeister. Im Gegenteil - ähnlich wie auch im Bereich Sanitär und Heizung gibt es Wartezeiten, wobei Notfälle selbstverständlich vorgezogen werden.

Ingo Kursawe, Obermeister der Wuppertaler Elektro-Innung. Archivfoto: Stefan Fries
Ingo Kursawe, Obermeister der Wuppertaler Elektro-Innung. Archivfoto: Stefan Fries

Immer noch ein Beruf, für den sich vorwiegen Jungs interessieren

Wie ihre Kollegen in anderen Gewerken müssen auch die Elektro-Betriebe mit Lieferschwierigkeiten und Materialknappheit umgehen. Vielfach wisse man sich zu helfen, manchmal seien Wartezeiten aber nicht zu vermeiden. Probleme machen den Betrieben Engpässe: Waren in der Vergangenheit Kabel und Leitungen schwierig zu bekommen, so sind nun Produkte betroffen, die mit Kunststoff zu tun haben. „Da fehlen die Rohstoffe.“

Eine wichtige Rolle spielt die Weiterbildung für die Mitglieder der Elektro-Innung. So gebe es regelmäßig Entwicklungen im Bereich Photovoltaik, zum Beispiel neue Module mit mehr Leistung. „Oder Wechselrichter, die nun über eine Notstromfunktion verfügen“, zählt Kursawe auf. „Um da auf dem Laufenden zu bleiben, muss man sich zwangsläufig regelmäßig weiterbilden.“

Die Berufsausbildung ist anspruchsvoll, Mathe gehört zu den Grundlagen. Eine Neigung dafür und technisches Verständnis sind wichtig. Insgesamt sei es immer noch ein Beruf, für den sich vorwiegend Jungs interessierten, sagt Kursawe, der auch im Prüfungsausschuss tätig ist: „Aktuell gibt es innungsweit genau eine weibliche Auszubildende, die im Sommer ihre Prüfung macht.“

Immerhin können, anders als im vergangenen Jahr, nun wieder Infoveranstaltungen, Schulbesuche und Ausbildungsmessen stattfinden, bei denen sich das ganze Spektrum des Handwerks vorstellen könne, beziehungsweise vertreten sei. Die Bergischen hoffen auf rege Beteiligung, denn für so manch traditionsreiches Unternehmen kann fehlender beruflicher Nachwuchs zum existenziellen Problem werden. kas