Metallbauer haben gut zu tun

Handwerk in Wuppertal

Metallbauer haben gut zu tun

Metall-Innung

Eine Auswahl: Die Palette der Produkte und Tätigkeitsfelder im Metallbereich ist groß. Foto: Flüss

Obermeister Christian Flüss freut sich auf Auszubildende. 

Gut gefüllte Auftragsbücher einerseits, schleppende Nachfrage und Produktion andererseits: Über Sonnen- und Schattenseiten in den Betrieben der Metall-Innung berichtet Obermeister Christian Flüss. Denn die Unternehmen der Bereiche Metallbau und Feinwerkmechanik seien recht unterschiedlich durch die vergangenen beiden Jahre gekommen.

Bei den Metallbauern laufe es, sagt Flüss, der auch im Vorstand des Fachverband Metall NRW ist, „da habe ich noch nichts Gegenteiliges gehört“. Viel zu tun sei insbesondere bei Haus- oder Wohnungsneubauten oder Renovierungen, wo es um Überdachungen und Geländer, Tür- und Fenstererneuerungen, Balkongestaltungen oder auch Metallzäune gehe. „Das sind ja teilweise auch Einzelanfertigungen“, so Flüss.

Christian Flüss, Obermeister der Metall-Innung. Foto: Flüss
Christian Flüss, Obermeister der Metall-Innung. Foto: Flüss

Nachfrage auf gutem Weg, aber noch ausbaufähig

Anders sehe es beim Maschinen- und Werkzeugbau aus – insgesamt sei in den Betrieben der Feinwerkmechanik die Stimmung zuletzt weniger optimistisch gewesen, „weil durch die Pandemie dort nicht so viele Produkte wie zuvor benötigt wurden bzw .hergestellt werden konnten durch die fehlenden Halbleiter“, erklärt der Obermeister. Das betreffe gerade auch den Automotivbereich oder die sogenannte Weiße Ware. Dazu gehört unter anderem die komplette Palette der Haushaltsgeräte, beispielsweise Waschmaschinen oder Kühlschränke.

Zwar sei die die Nachfrage Anfang des Jahres wieder angelaufen, sagt Christian Flüss im WZ-Gespräch. „Aber sie ist noch nicht wieder auf dem Stand von 2019, und natürlich spielt der Ukraine-Krieg ebenfalls eine Rolle.“ Mit all seinen Auswirkungen auch auf die Wirtschaft, mit Lieferproblemen, Materialknappheit und ausgelagerten Fertigungsstätten.“

Weiterhin ein großes Thema ist jedoch auch im Metallbereich der allerorten benötigte Nachwuchs.

„Wir sind dringend auf qualifiziertes Personal angewiesen. Doch leider streben noch immer zu viele junge Menschen dem Studium entgegen.“ Nicht nur Flüss hält es für wichtig, Haupt-, Realschülern und Abiturienten den Beruf des Facharbeiters im Feinwerkmechaniker- und Metallbauer-Handwerk näher zu bringen.

Werkzeugmacher: Ein spannender und komplexer Beruf

„Hierbei sind auch unsere Schulen gefragt. Denn ohne gut ausgebildete Fachkräfte könne man das hohe Niveau der Produkten nicht halten. Dabei bietet das Handwerk viele gute Perspektiven. Da sind zum einen die klassische Ausbildung und natürlich die Meisterprüfung und der Betriebswirt im Handwerk. Ein Komplettpaket bietet das Triale Studium mit Ausbildung, Meisterbrief und einen Bachelor-Studienabschluss in einem.“

Und was genau macht beispielsweise ein Werkzeugmacher, eine Werkzeugmacherin? „Sie fertigen Stanzwerkzeuge, Gieß- und Spritzgussformen oder Vorrichtungen für die industrielle Serienproduktion und den Maschinenbau“, erklärt Christian Flüss. „Zudem auch feinmechanische beziehungsweise chirurgische Instrumente. Für die Herstellung setzen sie meist computergesteuerte Werkzeugmaschinen ein, die sie auch selbst programmieren. Mithilfe der Dreh-, Fräs-, Schleif- und Bohrmaschinen fertigen sie die Einzelteile der oft komplexen Werkzeuge an. Dabei halten sie die durch technische Zeichnungen vorgegebenen Maße exakt ein. Einzelteile montieren sie zu fertigen Werkzeugen und bauen sie in die Produktionsmaschinen ein, zum Beispiel in Stanzmaschinen. Sie führen Probeläufe durch und kontrollieren die fertigen Erzeugnisse. Auch die Wartung und Instandhaltung von Werkzeugen und Maschinen gehört zum Aufgabengebiet.“ kas

Weitere Infos im Netz: www.metallhandwerk-wuppertal.de