Viertel gezeichnet

Luisenviertel:Viertel gezeichnet

 

Wolf Birke

Fotograf Wolf Birke ist Viertelbewohner mit Leib und Seele. Für ihn ist das Luisenviertel weit mehr als ein Kneipenviertel. Zum Beispiel glänzt das Wohngebiet mit zahlreichen denkmalgeschützten Gebäuden, die zu einem großen Teil den Charme des Stadtteils ausmachen. Um das sichtbar zu machen, hat Birke ausgewählte Gebäude genauer unter die Lupe genommen und auf Papier gebannt. Die St.-Laurentius-Kirche ist natürlich dabei und die Sophienkirche.

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Außerdem einige besonders prägnante Wohnhäuser in der Luisenstraße, die Villa Frowein am Deeweerth’schen Garten und die Herder-Schule. Die schönsten Zeichnungen hat er auf einem Poster zusammengestellt, das es in zwei Größen (DIN A1 und A2) in den Buchhandlungen v. Mackensen (Laurentiusstraße 12) und Baedeker (Friedrich-Ebert-Straße 31) zu kaufen gibt. Da es Wolf Birke wichtig ist, dass das Luisenviertel durchaus größer ist als die Straßen Luisen- und Friedrich-Ebert-Straße, sind auf dem Poster unter anderem auch die Laurentiusschule an der Bundesallee sowie das ehemalige Amtsgericht an der Aue verewigt.


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„Fast 40 Jahre sitze ich in der Mitte vom Viertel, von Annies Goldener 118 zum Fundus mit Jette und Fongi, manchmal Orje. Es war ja noch Polizeistunden-Zeitalter und man musste schon wissen, wo und wie nach 1 Uhr zu klopfen war. Nachbarschaftskneipen mit ein paar Kunstfritzen aufgefrischt. Kneipen, um die uns selbst unsere Gäste aus Berlin oder New York beneideten. Dann übernahm Jean Louis, der halbe Franzos’, die 118 und Café Congo war der neue Name, es stellte sich heraus, dass er doch ein ordentlicher Kerl war und wir waren zufrieden mit unserem Bermuda-Dreieck. Aber Veränderungen zeichneten sich ab, es gab ein Menü und mehrere Sorten Bier und Wein, den man trinken konnte. Köhlerliesl und Katzengold waren auf einmal da. Und es gab die ersten Läden mit Second-Hand-Ware, Schmuck, Kunstgewerbe, mehr Restaurants mit Geschmack aus aller Welt, die übliche Entwicklung. Das Gute ist, die Nachbarschaft ist geblieben, am Wochenende klappt man am besten die Schlagläden zu, wenn man welche hat. Zum Wegziehen bin ich zu alt – wohin auch? Bin schon gerne hier.“

Peter Brötzmann


Das Buch „Ich wünsch mir einen Engel“ von Leonard Erlbruch ist 2020 im Peter Hammer Verlag erschienen.
Das Buch „Ich wünsch mir einen Engel“ von Leonard Erlbruch ist 2020 im Peter Hammer Verlag erschienen.

Leonards Engel

Ausstellung

Ein höchst ungewöhnliches Angelus-Bestiarium: Im Jahr 1993 wünschte sich die Mutter des 9-jährigen Leonard Erlbruch zum Geburtstag einen Engel. Der Engel, den das Kind zeichnete, war aber kein niedlich gelockter Himmelsbote. Es war eine Ratte, ausgestattet mit mächtigen Flügeln. Darunter stand: „Für Mama zum Geburtstag von Leo“. Es wurde ein Brauch daraus. Aus dem ursprünglich einmaligen Geschenk ging mit den Jahren eine ganze himmlische Heerschar hervor – und jetzt dieses Buch mit dem Titel „Ich wünsch mir einen Engel“.


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Leonard Erlbruch, der wie sein berühmter Vater Wolf, Illustrator wurde, griff für seine Engelsbilder nie auf die Stereotypen der abendländischen Kunstgeschichte zurück. Er bewahrte sich die Freiheit des Kindes und verhalf der ganzen irdischen Fauna zur Schwerelosigkeit. Durch dieses Buch flattern Bären, Elefanten, Schweine, Hunde und bisweilen sogar alte Männer. Alle emporgehoben von artfremden Schwingen und der großartigen Imagination des Künstlers. Die Originale sind ab dem 15. November in der Buchhandlung v. Mackensen zu sehen.