Antworten aus Wuppertal auf globale Krisen

Starke Partner im Bergischen

Antworten aus Wuppertal auf globale Krisen

Starke Partnerschaften sind der Königsweg in Zeiten der Pandemie, des Klimawandels und der Digitalisierung. Automotiveland.nrw und Circular Valley sind nur zwei Beispiele dafür, wie die Stadt Wuppertal und die bergische Region auf Herausforderungen reagieren.

Ein großer Pluspunkt des Standorts Wuppertal/Bergisches Land ist die Vernetzung regionaler Unternehmen mit der Bergischen Universität und die Einbindung der heimischen Wirtschaft in landesweit bedeutende Projekte.  

Es war eine Nachricht, die in diesen Tagen positiv überrascht hat: Eine Studie zur Zukunft der Automobilindustrie in NRW und speziell im Bergischen Städtedreieck hat bei der hiesigen Zulieferindustrie große Hoffnungen geweckt. Sollten die Potenziale in den Bereichen E-Mobilität, automatisiertes Fahren und digitale Vernetzung genutzt werden können, dann sind trotz einer nur noch moderaten Steigerung bei den Neuzulassungen für die heimischen Unternehmen auch langfristig bis 2040 noch Steigerungen der Umsätze möglich, so die zentrale Botschaften der Untersuchung. Das Cluster „automotiveland.nrw“, dem sich zahlreiche Unternehmen aus dem Bergischen Städtedreieck angeschlossen haben, hat die Studie mitinitiiert und war daran gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen des Instituts der Deutschen Wirtschaft IW Consult und dem Fraunhofer Institut beteiligt. Diese Studie, deren Entstehen einer Initiative aus dem Bergischen Land zu verdanken ist, ist nur ein Beleg dafür, dass die Vernetzung starker Partner der Königsweg aus der Krise sein kann – unabhängig davon, ob diese Krise nun Corona-Pandemie, Klimawandel, Strukturwandel oder verschlafene Digitalisierung heißt.
     

Das Tempo der Digitalisierung und des Klimawandels nimmt zu. Das kann man als Problem verstehen und von unlösbaren Aufgaben sprechen, aber auch von Herausforderungen, denen es mit klugen Lösungen zu entsprechen gilt. Das große Potenzial der heimischen Zulieferindustrie liegt zum Beispiel bei den innovationsfreudigen, flexiblen Unternehmen, die es gelernt haben, sich dem Wandel anzupassen. Man könnte auch salopp von dem gesunden Menschenverstand sprechen, dessen es bedarf, um digitale Standards zu setzen und Künstliche Intelligenz einzusetzen.
     

Andreas Boller, Leiter der Lokalredaktion Wuppertal der Westdeutschen Zeitung
Andreas Boller, Leiter der Lokalredaktion Wuppertal der Westdeutschen Zeitung

Ein weiterer großer Pluspunkt ist die Vernetzung der Unternehmen mit der Bergischen Universität und die Einbindung der heimischen Wirtschaft in landesweit bedeutende Projekte wie „Bergisch. Smart_Mobility“ oder des Interdisziplinären Zentrums Mobility and Energy (IZME).

Starke Partner finden aber nicht nur in der Schlüsselindustrie Automotive zusammen, sondern auch in der Gesundheitsbranche sowie im sozialen Bereich – wo die Pandemie für den größten Innovationsdruck sorgt. Auch hier finden sich Beispiele in Wuppertal, wo zukunftsweisende Lösungen gefunden worden sind.

Geradezu ein Musterbeispiel für die Kraft starker Partnerschaften ist das Projekt Circular Valley der Wuppertalbewegung. Carsten Gerhardt und seinen Mitstreitern ist es innerhalb weniger Monate gelungen, ein Netz von bedeutenden Unterstützern zu gewinnen. Das Spektrum reicht von Global Playern wie Bayer und BASF bis zu den Hidden Champions, den mittelständischen Weltmarktführern, von denen es in Wuppertal alleine 15 gibt. Sie stellen das Thema Kreislaufwirtschaft in den Mittelpunkt ihrer strategischen Überlegungen. Am Anfang stand die Idee von Carsten Gerhardt, dem Tal der Wupper auf dem Gebiet der Kreislaufwirtschaft die Bedeutung zu geben, die das Silicon Valley in Kalifornien für die Bereiche Digitalisierung und Künstliche Intelligenz hat. Die Idee, Unternehmen so aufzustellen, dass sie, vereinfacht gesagt, in ihren Produktionsabläufen keine Abfälle mehr produzieren, hat inzwischen schon viele begeisterte Anhänger gefunden – im Circular Valley finden starke und hochmotivierte Partner zusammen.