Versicherungen bekommen die Auswirkungen von Corona zu spüren

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Versicherungen bekommen die Auswirkungen von Corona zu spüren

Durch die Corona-Pandemie gab es im vergangenen Jahr weniger Kfz-Schäden, weniger Einbruchdiebstähle und in diesem Jahr weniger Grippefälle. Dafür steigen die psychischen Belastungen und Skeletterkrankungen.

Durch Lockdown und Homeoffice gab es im vergangenen Jahr weniger Verkehrsunfälle und weniger Einbrüche. Andererseits klagen Arbeitnehmer zunehmend über körperliche und seelische Belastungen, wie eine aktuelle Auswertung des Institutes für Betriebliche Gesundheitsförderung der AOK Rheinland/Hamburg zeigt.

Die Corona-Pandemie hat das Leben grundlegend verändert. Vor allem die negativen Aspekte stehen bei den meisten Menschen im Vordergrund. Denn sie sind auf den ersten Blick erkennbar und werden täglich zum Beispiel durch Neuinfektionen und die Zahl der Verstorbenen belegt. Es gibt aber auch Auswirkungen, an die denkt vielleicht nicht jeder. So beeinflusst die Pandemie andere Krankheiten und wirkt sich auf Einbrecher und das Fahrverhalten der Menschen aus. Bei den großen Wuppertaler Versicherungen hat die Pandemie zudem den Arbeitsalltag verändert und beeinflusst den Kontakt mit den Kunden.
     

Dass es, vor allem bedingt durch Lockdown und Homeoffice, im vergangenen Jahr weniger Verkehr auf den Straßen gab, spürt man bei der Barmenia. „Es ist ein signifikanter Rückgang von Kfz-Schäden feststellbar“, sagt Martina Cohrs. Die Leiterin Presse und Vorstandsstab der Barmenia erklärt zudem, dass es einen Rückgang bei Einbruchdiebstählen gab. Das sei darauf zurückzuführen, dass die Menschen mehr zu Hause waren.

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Auch die Krankenkassen spüren Auswirkungen der Corona-Pandemie. „Zu den Folgen der Pandemie zählen zunehmende körperliche und seelische Belastungen, wie eine aktuelle Auswertung des Institutes für Betriebliche Gesundheitsförderung der AOK Rheinland/Hamburg zeigt. Der Krankenstand in Wuppertal liegt in den Bereichen Muskel-Skelett-Erkrankungen mit 35,72 Arbeitsunfähigkeitsfällen je 100 Versicherte über dem Rheinland-Schnitt mit 32,79 AU-Fällen und im Bereich der Psyche mit 14,18 Fällen ebenfalls über dem Rheinlandniveau von 11,98 Fällen je 100 Versicherte. Auch in solchen Zahlen kommen die massiven Auswirkungen von Lockdown, Homeschooling und Heimarbeit zum Ausdruck“, sagt AOK-Fachbereichsleiterin Biggi Hübner. Auch die DAK stellt vermehrt psychische Probleme fest. „Die Krankheitstage haben hierbei bei Frauen noch stärker zugenommen als bei Männern“, erklärt DAK-Pressesprecher Rainer Lange.

Infektionskrankheiten allgemein sind deutlich zurückgegangen

Doch es gibt auch erfreuliche Auswirkungen bei den Krankenkassen. „Infektionskrankheiten allgemein sind durch die Abstands- und Hygienemaßnahmen deutlich zurückgegangen“, sagt Lange. Das gilt vor allem für die Grippe, die normalerweise in den Wintermonaten für die meisten Infektionen sorgt. Eine Analyse der Barmer hat ergeben, dass die Grippewelle nahezu ausgefallen ist. „Ganz offensichtlich senken die Abstand- und Hygieneregeln zum Schutz vor Corona auch das Influenza-Risiko. Wenn sich die Menschen weiterhin an die Vorgaben halten, wird die Grippe auch in nächster Zeit keine nennenswerte Rolle spielen. Das ist mit Blick auf die steigenden Corona-Zahlen sehr wichtig, damit unser Gesundheitssystem nicht überlastet wird“, sagt Annabelle Michy von der Presseabteilung der Barmer. Auch wenn man in der derzeitigen Lage vielleicht glauben könnte, dass Corona für viele Krankschreibungen verantwortlich sei, so ist es das Virus nicht. „Insgesamt verzeichnete die Techniker Krankenkasse (TK) im letzten Jahr in Deutschland rund 5,3 Millionen Krankschreibungen, davon 26 833 aufgrund von Covid-19“, berichtet Christian Elspas, Pressereferent der TK.

Auswirkungen hat die Pandemie auch auf den Kontakt zu den Kunden. Denn der ist auch in Coronazeiten wichtig. „Zu Beginn der Pandemie haben wir den Vertrieb mit der Software Go-To-Meeting flächendeckend ausgestattet, um Kunden virtuell beraten zu können. Die Nutzungsdauer und die Anzahl der Nutzer von Go-To-Meeting haben sich sehr schnell positiv entwickelt. Auch die Akzeptanz gegenüber dieser Art von Kommunikation hat sich seit der Pandemie sowohl bei unseren Vermittlern als auch bei den Kunden erhöht. Besuche in unseren Außenstellen sind unter Terminabsprache möglich. Natürlich sind die Außenstellen mit einem Hygienekonzept ausgestattet worden, um unsere Kunden und Mitarbeiter bestmöglich zu schützen“, sagt Martina Cohrs von der Barmenia. Ähnlich läuft es auch bei den Krankenkassen. „Die Geschäftsstellen bleiben grundsätzlich geöffnet, zum Schutz unserer Versicherten und Mitarbeiter mussten die Kontakte jedoch reduziert werden. Kundenbesuche sind unter Abstandswahrung und Einhaltung sämtlicher Sicherheitsvorkehrungen nach Terminabsprache und in dringenden Fällen aber weiter möglich. Parallel haben wir unsere Erreichbarkeit auf anderen Wegen, beispielsweise telefonisch und per E-Mail, erhöht und Plattformen wie unsere Online-Geschäftsstelle ausgebaut sowie zusätzliche Serviceleistungen für unsere Versicherten geschaffen. Dieses Konzept stößt auf eine breite Zustimmung: Die Kanäle werden intensiv genutzt“, sagt Biggi Hübner von der AOK. Besonders positiv findet sie, dass beim Online-Seminar „Fit für die Prüfung“ eine Steigerung von 475 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht worden sei.

Die DAK hat ihre Servicezentren hingegen bis auf Weiteres geschlossen. Auch Wuppertal ist davon betroffen. „Die Betreuung der Versicherten erfolgt grundsätzlich telefonisch und per Mail. Die Resonanz ist sehr gut. Wir freuen uns zwar darauf, die Versicherten auch wieder persönlich zu beraten, sehen aber den Schutz der Gesundheit für Besucher und Mitarbeiter als vorrangig an“, sagt dazu Rainer Lange von der DAK.

Bei der Barmer ist die Geschäftsstelle nur für dringende Fälle und nach vorheriger Terminabsprache geöffnet. Ähnliches berichtet die TK: „Nach einer telefonischen Kontaktaufnahme kann in dringenden Fällen ein persönliches Gespräch mit einem TK-Mitarbeiter vereinbart werden. Natürlich unter Beachtung aller Hygienevorschriften. Die meisten Anfragen können bereits über andere Kanäle wie zum Beispiel telefonisch, per Chat oder die TK-App geklärt werden. Entsprechend verzeichnen die Kollegen an beiden Wuppertaler Standorten einen deutlichen Anstieg bei telefonischen und Chat-Anfragen“, sagt Christian Elspas von der TK. Und Michael Lobscheid, Pressereferent der IKK classic berichtet: „Das Service-Center ist zwar noch geöffnet, für einen persönlichen Besuch muss aber vorher ein Termin vereinbart werden, damit alle notwendigen Schutzmaßnahmen eingehalten werden können. Darum bitten wir unsere Kunden wenn möglich, unsere Online-Filiale zu nutzen oder uns anzurufen.“

Bis zu 90 Prozent der Mitarbeiter im Homeoffice

Gemein haben alle Versicherungen, dass die meisten Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten. Bei der TK sind es rund 75 Prozent, bei der Barmer rund 80 Prozent. Die Zahlen sollen noch gesteigert werden. Bei der Barmenia arbeiten rund 90 Prozent der Beschäftigten im Homeoffice. „Zusätzlich stellen wir allen Mitarbeitern kostenlos medizinische und FFP2-Masken zur Verfügung. Auch haben alle Mitarbeiter bereits Corona-Schnelltest erhalten“, sagt Michael Lobscheid. Auch die AOK-Mitarbeiter können Selbsttests nutzen.