Virtuelle Arbeitsplätze und starke Sicherheitssysteme

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Virtuelle Arbeitsplätze und starke Sicherheitssysteme

Unternehmen wie die beiden Wuppertaler Versicherungen Barmer und Barmenia haben in der Krise größtenteils auf Heimarbeit umgestellt.

Schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie haben viele der großen heimischen Unternehmen Erfahrungen mit Homeoffice-Lösungen gesammelt.

In viele Büros in Wuppertal und dem Umland ist in diesen Monaten Ruhe eingekehrt. Schreibtische sind verwaist, Mitarbeiter in ihren eigenen vier Wänden im Einsatz. „Aktuell sind bei uns 90 Prozent der Mitarbeiter regelmäßig im Homeoffice“, berichtet Werner Mittelstädt, Leiter des Bereichs Personal und Organisation bei der Barmenia. Auch Annabelle Michy von der Barmer berichtet von rund 12 000 der insgesamt 15 000 Mitarbeiter, die vom heimischen Schreibtisch aus arbeiten.

In fast allen Arbeitsbereichen und Tätigkeitsfeldern am Standort Wuppertal sei es inzwischen möglich, aus dem Homeoffice zu arbeiten, erklärt Mittelstädt. Natürlich gebe es Ausnahmen und auch „anlassbezogene Präsenzerfordernisse“. Annabelle Michy erinnert außerdem an jene Aufgaben, die wegen der Gewährleistung einer datenschutzsicheren Verarbeitung sensibler Informationen nicht für den heimischen Schreibtisch geeignet sind. „An jeder Stelle muss gewährleistet sein, dass alle Daten nach strengsten Sicherheitsvorschriften verarbeitet werden“, erklärt Annabelle Michy. Dazu komme natürlich, dass zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs bestimmte Mitarbeiter ihren Dienst in den Liegenschaften verrichten müssten.
  

Wirtschaftsförderung Wuppental

Lösungen für Sicherheit und Datenfluss

Für diejenigen, die während der Pandemie im Homeoffice arbeiten, haben die heimischen Unternehmen Lösungen gefunden – um Sicherheit und Datenfluss zu ermöglichen. Bei der Barmenia gebe es zwei Ansätze, erklärt Mittelstädt. Es gebe Mitarbeiter, die Homeoffice in Telearbeit erledigen. In diesen Fällen stellt das Unternehmen das Equipment wie PC, Bildschirm, Schreibtisch, Telefon und DSL-Router. Anderen Mitarbeitern wird ein gesicherter technischer Zugang zum virtuellen Arbeitsplatz ermöglicht. „Alle Mitarbeiter, die mobil arbeiten oder einen Telearbeitsplatz nutzen, sind über Sicherheitsaspekte informiert und geschult“, erklärt Mittelstädt. Entsprechende Datenschutz- und Sicherheitsbelehrungen wurden akzeptiert. Und es gebe eine Betriebsvereinbarung, die für eine geregelte Handhabung sorge.

„Die Grundlage der Arbeit im Homeoffice bildet natürlich eine stabile Internetverbindung“, erinnert Annabelle Michy von der Barmer. Nötige Hard- und Software für das mobile Arbeiten stellt auch hier das Unternehmen zur Verfügung. „Wichtig sind verschiedene Kommunikationstools, die die digitale Zusammenarbeit erleichtern“, sagt Michy. Schließlich sollen die Teams weiterhin im Gespräch bleiben, die Kommunikation und Abstimmung darf in der Krise nicht leiden: „Es braucht also Meeting-Tools, Kollaborations-Tools, Intranet und auch Anwendungssoftware für Geschäftsvorfälle, die digitale Prozesse ermöglichen oder unterstützen“, erklärt Mittelstädt. Auch bei der Suche nach neuen Arbeitskräften und bei Weiterbildungen seien digitale Möglichkeiten gesucht und gefunden worden. „Unsere Erfahrungen sind überaus positiv“, sagt Mittelstädt und erinnert an die Barmenia Kultur „Vertrauen und Verantwortung“.

Ohnehin hatten viele der großen heimischen Unternehmen schon vor der Pandemie Erfahrungen mit Homeoffice-Lösungen gesammelt. „Weite Teile der Belegschaft der Barmer hatten schon vorher die Möglichkeit, von zu Hause aus oder von unterwegs zu arbeiten“, berichtet Annabelle Michy. Deswegen sei die Barmer in Sachen Homeoffice gut auf die Pandemie vorbereitet gewesen. Schon mit Beginn des ersten Lockdowns im März 2020 konnten 3000 Beschäftige sofort ihr Homeoffice nutzen. Inzwischen wurde die Zahl vervierfacht. „Und wir arbeiten weiterhin daran, diese Zahl zu erhöhen“, sagt Michy. Schließlich sprechen nicht nur in der Krise viele Faktoren für die Möglichkeit eines Arbeitsplatzes in den heimischen vier Wänden: „Flexibleres Arbeiten, die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, eine ruhigere Umgebung für Konzentrationsaufgaben und keine oder weniger Anfahrten zum Arbeitsplatz“, zählt Mittelstädt auf. Auch für die Mitarbeiterwerbung könnten das entscheidende Faktoren werden. Das „Aber“ folgt auf den Fuß: Die digitale Arbeit könne persönliche Kontakte nicht ersetzen, sagt Annabelle Michy. Und auch Mittelstädt weiß, dass viele Mitarbeiter die Kollegen vermissen. „Persönliche Gespräche zwischen Führungskräften und Mitarbeitern sollten ohnehin nur in Ausnahmefällen digital stattfinden“, sagt der Barmenia-Personalchef. Sowohl bei der Barmer als auch bei der Barmenia weiß die Unternehmensleitung auch um den Wunsch vieler Mitarbeiter, Berufs- und Privatleben bessern voneinander abgrenzen zu können – was im Homeoffice zur Herausforderung werden kann.

Veränderungen der Arbeitswelt durch die Corona-Pandemie

Trotzdem: „Die Digitalisierung und die entsprechenden Veränderungen der Arbeitswelten haben durch die Corona-Pandemie einen kräftigen Schub erhalten“, sagt Annabelle Michy. Diese Beschleunigung werde wohl auch nach der Pandemie anhalten, wenn nicht sogar zunehmen. „Uns liegt die Gesundheit unserer Mitarbeiter sehr am Herzen“, sagt Michy. Aktuell werde deswegen gemeinsam mit der Universität St. Gallen seit Juli 2020 eine repräsentative Studie zu dem Thema durchgeführt. Sie soll auch Erkenntnisse darüber liefern, wie sich mobile Arbeit auf Mitarbeiter auswirkt.

Auch Werner Mittelstädt glaubt daran, dass sich die Arbeitswelt weiter verändert: „Es wird teilweise einen Trend geben zu flexiblen Arbeitsplätzen“, sagt er. Andererseits werde es auch Mitarbeitern, und zwar aus allen Generationen, wichtig bleiben, ihre Tätigkeit an einem anderen Ort als zu Hause verrichten zu können.“ Meint: Die einen werden lieber zu Hause arbeiten, die anderen werden aber lieber im Büro arbeiten wollen und eben ganz bewusst nicht daheim.


Digitalisierungshilfe für den Handel

Wirtschaftsförderung: Experten beraten zu Online-Handel.


Das Elberfelder Traditionsgeschäft Freaky Style bietet seit 30 Jahren Streetware, Schuhe und Accessoires. Inhaber Reza Ghaderi setzt dabei auf digitale Unterstützung. „Ohne kommt man als Händler heute nicht mehr voran“, sagt Ghaderi. Digitale Präsenz und Vertriebskanäle als Ergänzung zum stationären Geschäft gewinnen bei der Kundengewinnung und -bindung zunehmend an Bedeutung.

Die Digitalisierung im Einzelhandel umfasst aber nicht nur Instrumente, die dem direkten Kundenkontakt dienen, wie Online-Shops oder Newsletter-Systeme. Auch interne Betriebsprozesse lassen sich mit automatisierten Systemen deutlich optimieren.

Reza Ghaderi setzt für sein Geschäft auf den Einsatz eines Warenwirtschaftssystems mit Schnittstelle zur Online City Wuppertal. Bisher musste er Produkte per Hand in den Computer eingeben, wenn er sie online anbieten oder wieder aus dem Shop herausnehmen wollte.

Das neue System bietet Ghaderi einen automatischen Informationsfluss. „Das kommt unseren Kunden zugute, weil unser Angebot stets aktuell ist. Und wir sparen Zeit und können und auf Beratung und Verkauf konzentrieren.“ Die Wirtschaftsförderung empfiehlt, bei solchen Projekten die gegebenen Fördermöglichkeiten auszuschöpfen. Beim Programm „go-digital“ beraten Experten zu den Themen Online-Handel, Digitalisierung des Geschäftsalltags und IT-Sicherheit und begleiten die Projektumsetzung. Die Förderquote liegt bei 50 Prozent des Beratertagessatzes. Bei „unternehmensWert: Mensch Plus“ wird eine digitale Unternehmensstrategie ausgearbeitet. Hier werden die Kosten der Einführung mit 80 Prozent bezuschusst.

Die Zukunft im Handel ist digital. Nutzen Sie die Chance zur Umstellung auf Zukunftstechnologien.