Beitrag für den medizinischen Fortschritt

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Seit jeher gehört Bayer zu Wuppertal. Jetzt gab es einen Stabwechsel an der Spitze: Dr. Timo Fleßner will die „Erfolgsgeschichte fortschreiben“.

Mitten in einer für alle herausfordernden Zeit hat Dr. Timo Fleßner einen verantwortungsvollen Job übernommen: Seit dem 1. Mai leitet der 49-Jährige den Bayer-Standort Wuppertal. Er folgte damit also mitten in der Corona-Krise auf Dr. Holger Weintritt (50), der sich nach zweijähriger Standortleitung nun komplett auf seine Aufgaben als global verantwortlicher Leiter der Herstellung pharmazeutischer Wirkstoffe innerhalb der Division Pharmaceuticals konzentriert. Allerdings kennt Fleßner den Standort Wuppertal und die Division Pharmaceuticals bereits seit 2002 aus vorausgegangenen Tätigkeiten.

Bayer ist ein Unternehmen, das in langjähriger Geschichte schon viele globale Krisen meisterte. Von daher wundert es nicht, dass der neue Standortleiter mit großem Optimismus startete: „Ich freue mich sehr darauf, die Stärken des traditionsreichen Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsstandorts Wuppertal weiter zu nutzen und somit die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben.“

Wirkstoffe für den Weltmarkt
Der international aufgestellte Konzern wurde 1863 an der Wupper gegründet. Heute werden dort Wirkstoffe für verschreibungspflichtige Medikamente erforscht, entwickelt und produziert. Der Wuppertaler Standort besteht aus vier Werksteilen: dem Werk an der Wupper, dem Forschungs- und Entwicklungszentrum und der Werkskläranlage sowie einer Dependance in Köln. Im Werk werden rund 24 Wirkstoffe für den Weltmarkt produziert und die Verfahren weiterentwickelt. Im Forschungs- und Entwicklungszentrumarbeiten die Mitarbeiter an Substanzen für die medizinischen Indikationen, Kardiologie (Herz-Kreislauf) und Onkologie (Krebs). Insgesamt sind am Standort Wuppertal rund 3100 Mitarbeiter tätig. 

Fortwährende Investitionen in den Standort: Arbeiten an einem Laborgebäude auf dem Bayer-Gelände.
Fortwährende Investitionen in den Standort: Arbeiten an einem Laborgebäude auf dem Bayer-Gelände.

Natürlich zeigt die aktuelle Corona-Pandemie auch Auswirkungen am Wuppertaler Bayer-Standort. „Wir mussten unsere Abläufe umstellen, und in Bereichen, in denen dies funktioniert, haben unsere Mitarbeiter von zu Hause aus gearbeitet.“, schildert Weintritt bei seinem Abschied die Herausforderung. Das funktioniere sehr gut. „Natürlich ist das in unseren pharmazeutischen Wirkstoffbetrieben nicht ohne weiteres möglich. Und auch da gilt mein großer Dank allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, denn wir sind während der gesamten Pandemie bis jetzt stets produktionsfähig geblieben und konnten dadurch der Verantwortung gegenüber den Patienten nachkommen.“ Alle hätten „während dieser ungewöhnlichen Zeit viel Einsatz gezeigt, um die Gesellschaft und auch die Stadt Wuppertal zu unterstützen.“ Ein Beispiel: Bayer hat allein 18 000 Liter Desinfektionsmittel und Laborgeräte für Corona-Tests zur Verfügung gestellt.

Fleßner, der den Standort Wuppertal und die Division Pharmaceuticals von Bayer gut kennt, blickt aber über die aktuelle Lagehinaus. Erlegtinseiner neuen Rolle einen besonderen Fokus darauf, zusammen mit den Mitarbeitern vor Ort innovative Lösungen für den Erfolg von morgen voranzubringen und einen Beitrag für den medizinischen Fortschritt zum Wohle der Patienten leisten zu können. „Im Pharma-Bereich stehen wir immer wieder vor großen Herausforderungen. Neue Technologien für Wirkstoffe und Darreichungsformen beschäftigen uns zunehmend. Viele Produkte werden komplexer, gleichzeitig wird die Geschwindigkeit in Forschung und Entwicklung bis hin zur Markteinführung an vielen Stellen beschleunigt.“

Den Standort Wuppertal weiter voranbringen
Auch in der Produktion müsse kontinuierliche Verbesserung stets im Fokus stehen. Die Verknüpfung von bestehender Expertise und innovativen Technologien sei daher wichtig, um langfristigen Erfolg zu sichern. „Gemeinsam mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möchte ich vor diesem Hintergrund den Wuppertaler Standort weiter voranbringen“, gibt Fleßner einen Zukunftsausblick.

Dazu gehören ebenso zahlreiche Investitionen in Infrastruktur. Das ist auch notwendig, denn der Standort Wuppertal vereint die Bereiche Forschung, Entwicklung, Produktion, Chemie sowie Biotechnologie, bildet also eine komplexe Struktur, die dadurch gute Voraussetzungen bietet, um Wirkstoffe und Technologien für wichtige, innovative Medikamente auf den Markt zu bringen.

Deshalb investiert Bayer auch kontinuierlich in Wuppertal. Ende des vergangenen Jahres zum Beispiel wurde der Produktionsbetrieb für Acarbose, einem Wirkstoff zur Behandlung von Diabetes Typ 2, um einen vierten Herstellungsbereich, einen sogenannten Fermenter, erweitert. Die Kapazitätserhöhung trage maßgeblich dazu bei, in einem wichtigen Markt weiter wettbewerbsfähig zu bleiben und die steigende weltweite Nachfrage zu befriedigen, teilte Bayer dazu mit. Es ist die derzeit größte Baustelle im Werk an der Wupper. Trotz leichter Verzögerung durch die Corona-Pandemie soll der neue Bereich Ende des Jahres betriebsbereit sein.

Nicht nur durch die wirtschaftliche Bedeutung ist Bayer in Wuppertal präsent – auch optisch. Erst kürzlich wurde das zentrale Bayer-Kreuz wieder auf dem Acarbose-Betrieb an der Friedrich-Ebert-Straße installiert. Nach einer halbjährigen Pause, in der es gesäubert und der Korrosionsschutz erneuert wurde, leuchtet es auch nachts jetzt wieder an seinem altbewährten Platz.Und seit Februar ist der Standort um ein weiteres sichtbares Wahrzeichen reicher: Zwei Großkräne hievten einen neuen Kamin für zwei neue Gasmotoren passgenau auf das vorbereitete Fundament. Der knapp über 20 Tonnen schwere und insgesamt 45 Meter hohe Schornstein gehört nun zu den höchsten Anlagenteilen im Werk an der Wupper. Der Edelstahlkoloss ist das weithin sichtbare Anlagenteil der neuen Gasmotoren. Sie dienen der Eigenproduktion von Strom, falls es zu einem langfristigen Stromausfall kommt. Diese neue Infrastruktur ergänzt bestehende Ersatzsysteme. Darüber hinaus leisten sie auch einen Beitrag zum Klimaschutz.

Als Unternehmen in Wuppertal übernimmt Bayer darüber hinaus auch soziale Verantwortung. So unterstützt man zum Beispiel die Integration Geflüchteter. Mit der Initiative „Restart Your Future“ starteten bis Ende des vergangenen Jahres 45 Geflüchtete am Standort ins Berufsleben. 14 von ihnen begannen anschließend bei Bayer eine Ausbildung als Chemikant, Biologielaborant, Chemielaborant,Elektroniker oder Industriemechaniker und standen im Wettbewerb mit den Bewerbern insgesamt.

Auch nach dem Abschluss der Initiative setzt Bayer in Wuppertal sein Engagement für Flüchtlinge fort. Aktuell entwickelt das Unternehmen in enger Kooperation mit der Stadt Wuppertal und dem Internationalen Bund, einem Sprachinstitut der IB-Gruppe, ein angepasstes Qualifizierungsprogramm für Migranten.

ZENTRAL GELEGEN

Die Bayer-Werke liegen mit ihrer Produktion entlang der Wupper sehr zentral in einem der ältesten Gewerbegebiete der Stadt. Die Schwebebahn fährt quer durchs Firmengelände mit je nach Wochentag bis zu 100 000 Fahrgästen.