„Wir holen die Unternehmen ab“

Starke Partner im Bergischen:„Wir holen die Unternehmen ab“

W-Tec in Wuppertal schreibt seit 1992 seine Erfolgsgeschichte. Das als klassisches Technologiezentrum gegründete Unternehmen hat sich im Laufe der Jahre vom Technologieunterstützer zum Dienstleister gewandelt, bei dem Unternehmen aller Art Unterstützung finden.

Was mit 25 Unternehmen Anfang der 1990er begann, hat sich zu einem der größten vergleichbaren Zentren in Deutschland entwickelt. Dabei ist das Technologiezentrum ein Angebot für Technologiefirmen und Existenzgründer aller Branchen. In fünf ehemaligen Kasernen auf den Südhängen Wuppertals untergebracht, vermietet W-tec Büroräume, aber auch Labore und Werkshallen. Dabei mieten die Firmen immer nur die Räumlichkeiten an, die sie wirklich benötigen und nutzen die bereit gestellte Infrastruktur.

Trotz Corona-Krise optimistisch in die Zukunft
W-Tec bietet daneben auch Dienstleistungen an, wie Post- und Paketdienste oder die Koordination von Veranstaltungen. Dr. Martin Hebler ist Geschäftsführer bei W-tec und blickt trotz Corona-Krise optimistisch in die Zukunft. „Die Stimmung bei uns im Haus ist trotz Coronapositiv und ich habe subjektiv das Gefühl, dass die Stimmung in der Wirtschaft gar nicht so negativ ist.“ Gegründet wurde das Technologiezentrum Wuppertal 1992 von 20 Wuppertaler Unternehmen und der Stadt Wuppertal. „Unsere Aufgabe ist die Förderung von Innovationen und der Technologietransfer in Wuppertal. Der anfangs noch sehr starke Fokus auf technologische Gründungen ist heute nicht mehr dominierend“, sagt Dr. Martin Hebler. „Das W-tec ist branchenoffen geworden und profitiert von dieser Mischung, da Unternehmen ihre Geschäftspartner innerhalb des Netzwerkes finden können.“

Wirtschaftsförderung Wuppental

Das Konzept des W-Tec ist dabei so einfach wie genial: Neu gegründete und bereits bestehende Unternehmen können Räumlichkeiten mit der passenden Infrastruktur in fünf ehemaligen Kasernengebäuden auf den Südhöhen Wuppertals anmieten. Dabei ist wirklich jedes Unternehmen beziehungsweise Start-up willkommen. So können sogenannte „Workspaces“ – kleinste Büroeinheiten – für Einzelpersonen ebenso gemietet werden wie Labore oder Halleneinheiten für produzierende Unternehmen.

Unternehmen können in den ehemaligen Kasernengebäuden Räumlichkeiten für Seminare und Vorträge anmieten. Die Infrastruktur wird gestellt.
Unternehmen können in den ehemaligen Kasernengebäuden Räumlichkeiten für Seminare und Vorträge anmieten. Die Infrastruktur wird gestellt.

Profitabel auch ohne öffentliche Förderung „Wir sind eines der wenigen der über 400 Technologie- und Gründerzentren in Deutschland, das profitabel arbeitet und keine öffentliche Förderung bekommt“, sagt Dr. Hebler, „Unsere 98-prozentige Auslastung spricht für sich.“Ganz nebenbei ist das W-tec mit 22 000 Quadratmetern Grundfläche eines der größten Technologiezentren in ganz Deutschland. „Aber wir sind auf der anderen Seite auch kein gewinnmaximierendes Unternehmen, sondern reinvestieren Überschüsse in die weitere Verbesserung unseres Angebotes, um den ansässigen und neu hinzu kommenden Unternehmen immer bessere Rahmenbedingungen anbieten zu können“, sagt Geschäftsführer Dr. Martin Hebler. 260 Firmen nutzen die Räumlichkeiten, die das W-tec ihnen bietet, eine natürliche Fluktuation ist dabei völlig normal. Und auch in Zeiten von Corona ist die „Absprungrate“ keineswegs höher als sonst. „Wir haben bei unserer sehr kurzen Kündigungsfrist zum 30. Juni nicht mehr Kündigungen als sonst auch. Unser Umsatz ist die Miete und die ist nicht eingebrochen“,sagt Dr. Hebler. Überhaupt bietet das W-tec im Vergleich zu herkömmlichen Immobilien seinen Mietern einen erheblichen Mehrwert, denn hier haben alle ansässigen Unternehmen die gleichen, professionellen Möglichkeiten, die sonst nur in größeren Betrieben gegeben sind. „Wir versuchen, die Leute dort abzuholen, wo sie sich befinden. Die Angebote sind dabei völlig individuell.“ Das können die schon erwähnten „Workspaces“ sein, aber auch Besprechungsräume für externe Mieter oder Firmenräumlichkeiten.

„Unser integriertes Serviceangebot hilft, Zeit und Geld zu sparen. Die Beratungs- und Kooperationsmöglichkeiten vor Ort erhöhen die Erfolgsaussichten der Unternehmen im W-tec“, sagt Dr. Hebler. Quasi alles aus einer Hand.


Schon bevor Nachhaltigkeit in Mode kam

Das Wuppertaler Architektenbüro ACMS sieht sich in einer Pionierrolle des ökologisch und energieeffizienten Bauens

Das Studentenwohnheim Im Ostersiepen wurde von ACMS entwickelt.
Das Studentenwohnheim Im Ostersiepen wurde von ACMS entwickelt.

Wir bauen keine Gebäude, um Energie einzusparen, sondern für den Aufenthalt von Menschen; zum Wohnen, Lernen, Arbeiten.“ Das Wuppertaler Architekturbüro ACMS (Architektur-Contor Müller Schlüter) hat den Begriff „Nachhaltigkeit“ schon geprägt, bevor er zu einem mehr oder weniger austauschbaren Modewort wurde. „Wir haben unser Büro 1998 gegründet, und der Gedanke eines nachhaltigen Bauens war von Anfang an ein Antriebspunkt für uns“, sagt Michael Müller, Geschäftsführender Gesellschafter bei ACMS. Damals hieß das allerdings noch anders. „Umweltgerechtes“ oder „ökologisches Bauen“ waren die Schlagworte. Vom Inhalt hat sich trotz unterschiedlicher Begrifflichkeiten jedoch kaum etwas geändert. „Wichtig war damals wie heute energieffizientes Bauen“, sagt Michael Müller. „Doch das allein ist zu kurz gesprungen.“ Entscheidend sei der Energieverbrauch während der gesamten Nutzungsphase. Die sogenannte „graue Energie“, also die Energie, die bei der Erstellung eines Gebäudes eingeplant werden muss, spielt dabei genauso eine Rolle wie die Nutzungsenergie.

Dass daneben auch die Ästhetik und Optik des Gebäudes gefallen müssen, macht die Aufgabe indes nicht einfacher. „Aus unserer Sicht steht die Aufenthalts- und Gestaltungsqualität eines Gebäudes keinesfalls im Widerspruch zur Ressourceneffizienz“, betont Müller.

Um diesen Spagat zwischen Energieeffizienz und ansprechender Optik zu gewährleisten, hinterfragt das ACMS-Architektenteam ständig seine Arbeit. „Drei Säulen sind bei einem Gebäude entscheidend“,sagt der Architekt. Es muss ökonomisch, ökologisch und soziokulturell nutzbar sein. „Alle drei Säulen müssen bedient werden. Höchste energetische Standards einzuhalten, ist aus unserer Sicht daher eine gesellschaftliche Verantwortung, aber auch wirtschaftlich sinnfällig. Deshalb errichten wir seit über 20 Jahren Gebäude mit niedrigsten Verbrauchswerten, sei es als Passivhäuser, KFW 55 und 40-Häuser oder anderen Standards. Uns beschäftigt dabei nicht die Einhaltung exakter Zahlenwerte, sondern die Umsetzung sinnfälliger Konzepte.“

Nicht umsonst sind die ACMS Architekten Gründungsmitglieder der „Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen“ (DGNB). „Darüber hinaus unterstützen wir die von der Bundesarchitektenkammer gemeinsam mit der DGNB gegründete Initiative ‚Phase Nachhaltigkeit’“, sagt Michael Müller. Zielsetzung ist „die Transformation der aktuellen Planungs- und Baukultur hin zum nachhaltigen Bauen“. „Damit verpflichten wir uns als teilnehmendes Architekturbüro,in Gesprächen mit Bauherren die wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen zu forcieren“, sagt der Architekt, der sein Büro als Pionier auf diesem Gebiet sieht.

In der Praxis kann man sich die Gebäude von ACMS auch im Wuppertaler Stadtgebiet anschauen, etwa auf der Max-Horkheimer Straße, wo sich das Studentenwohnheim Im Ostersiepen befindet, die Wohnanlage Albert-Einstein-Straße Wuppertal oder die Variowohnungen. Nähere Informationen gibt es unter www.acms-architekten.de. „Es bedarf eines Paradigmenwechsels, um gesellschaftliche Anforderungen erfüllen zu können, ohne dabei die ökologischen Grenzen unseres Planeten zu verletzen“, sagt Michael Müller. „Gemeinsam mit unseren Bauherren werden wir Gebäude, Städte und Infrastrukturen entwerfen und realisieren, die Bestandteile eines größeren, regenerativen Systems sind. Deshalb sind wir Teil des deutschen Ablegers des Kollektivs ‚Architects Declare Climate and Biodiversity Emergency’.“


Ein Zentrum für smarte Ideen

Wirtschaftsförderung: Die Planungen für den Smart Tec Campus Lichtscheid schreiten voran. Unternehmen und Investoren können sich jetzt für den Standort bewerben.

Die Zukunft der „Bergischen Sonne“ wird smart. Am Standort des ehemaligen Spaßbades auf Lichtscheid entsteht auf rund 19 000 Quadratmetern der Smart Tec Campus Wuppertal.

Der höchste Punkt Wuppertals soll zum neuen Firmensitz von großen und kleinen Unternehmen sowie Start-ups aus innovativen Technologie-Branchen werden. Know-how und Ideen rund um IT, künstliche Intelligenz oder Forschung und Entwicklung werden an diesem zentralen Ort gebündelt. „Ziel ist es, ein Kompetenzzentrum zu bilden, das überregionale Strahlkraft besitzt“, sagt Rolf Volmerig von der Wirtschaftsförderung Wuppertal.

Damit geht die Erfolgsgeschichte weiter: Nach der Entwicklung des EngineeringParks, des W-tec-Standortes, dem Universitätscampus Freudenberg und des Technologiequartiers Vorm Eichholz entsteht mit dem Smart Tec Campus der nächste Baustein zum Ausbau der Technologieachse Süd. Dort befindet sich der Smart Tec Campus in bester Gesellschaft. Technologieunternehmen wie APTIV, Brose, WKW, Vorwerk Automotive oder Ceteq befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft. Somit bietet sich jede Menge Potential für Kooperationsprojekte.

Aktuell wird der Abriss des alten Gebäudes vorbereitet. Im Herbst soll mit den Abbrucharbeiten begonnen und das Gelände für einen Neubau vorbereitet werden. So entsteht ein Zukunftsstandort für vier bis fünf Unternehmen mit Flächengrößen von 2500 bis 9000 Quadratmetern.