Wuppertaler Maschinen für die ganze Welt

Starke Partner im Bergischen:Wuppertaler Maschinen für die ganze Welt

Der Maschinenbauer Putsch ist Spezialist in der Produktion von Maschinen für die Zuckerindustrie. Seit drei Jahren ist er in Wuppertal.

2017 zog die Hagener Maschinenbau-Firma Putsch von Hagen nach Wuppertal ins Gewerbegebiet Nächstebreck. An der Linderhauser Straße entstand das neue Technologiezentrum des Unternehmens. Die meisten Mitarbeiter arbeiten in der rund 7300 Quadratmeter großen Produktionshalle. Die Verlagerung von Hagen nach Wuppertal hatte mehrere Gründe. Zum einen lag das Gelände in Hagen mitten in einem Wohngebiet. Die großen Maschinen des Unternehmens hätten dort keinen Platz mehr gehabt. Zum anderen ermöglicht der Standort in Nächstebreck dem Unternehmen nun eine kontinuierliche Steigerung der Produktivität. Möglich machen das technische Verbesserungen in modernen Räumen, neuartige Produktionsmaschinen und verbesserte Krananlagen. Zunächst suchte der Maschinenbauer entlang der Autobahn A1 Richtung Aachen nach einem neuen Standort, wo sich eine weitere Niederlassung befindet. Der Wuppertaler Wirtschaftsförderung gelang es schließlich, die Firma Putsch für den Standort in Nächstebreck zugewinnen. Die Lage in der Nähe zur Autobahnerschien ideal.

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Das Hauptprodukt von Putsch sind Maschinen zur Verarbeitung von Zuckerrüben und Zuckerrohr. Aber auch für die Gemüseindustrie werden Maschinen und Anlagen gefertigt. Dazu kommen Doppelspindelpressen, Filtertechnik und Aufbereitungstechnik für die Bioenergieproduktion. Beim Bau der ersten beiden Hallen haben die Planer schon an die Zukunft gedacht. Unterirdisch verläuft eine Art Kanal, der die Gebäude verbindet. In ihm liegen Kabel und Versorgungsleitungen. Angeschlossen ist das Technikgebäude. Es versorgt die Hallen am Standort. Außerdem gibt es zahlreiche Büros mit Blick in die Halle. Ein Nebengebäude beherbergt Dusch- und Pausenräume sowie einen Wassertank für die Sprinkleranlage. Auch das Thema Nachhaltigkeit spielt eine wichtige Rolle. So wird die Abluft abgesaugt und die Wärme daraus zurückgewonnen. Die Beleuchtung erfolgt umweltfreundlich über LED-Lampen.

Die Putsch Group ist international aufgestellt. So gibt es neben vier Standorten in Deutschland weitere in Spanien, den USA, Russland, Italien, Norwegen und Tschechien. Alle zusammen gewährleisten die Vielfalt der Produkte, die bei der Putsch Group entstehen. Die Philosophie des Unternehmens besagt nämlich, gesamtheitliche Lösungen anbieten zu wollen und nicht nur Lieferant von Teilen zu sein. Ziel ist die stetige Verbesserung der Wertschöpfung für den Kunden. Seine Mitarbeiter betrachtet das Unternehmen als das wertvollste Kapital. Denn ohne sie funktioniert die Fertigung nicht.

So hat es die Putsch Group geschafft, einer der weltweitführenden Technologieanbieter für Zuckerfabriken und Zuckerraffinerien zu werden. Die Produkte reichen von der Rübenannahme und -aufbereitung über die Schnitzelproduktion und Saftreinigung bis hin zu Sieb- und Filteranlagen sowie Anlagen zur Zuckerförderung. Von besonderer Bedeutung für die Zuckerindustrie ist die Saftreinigung. Die Maschinen von Putsch schaffen es, ein Drittel der Nichtzuckerstoffe aus dem Saft zu entfernen. Das Saftreinigungssystem kann an die jeweiligen Saftqualitäten vor Ort angepasst werden. Das erlaubt die Erzeugung hochwertiger Säfte von hoher Reinheit. Damit das über Jahre erhalten bleibt, stehen die Mitarbeiter auch nach der Installation der Anlage zur Verfügung. So international wie die Standorte der Putsch Group, so international sind auch die Gebiete, in denen Produkte des Maschinenbauers gefragt sind. Unter anderem belieferte Putsch bereits eine Zuckerraffinerie im nigerianischen Lagos. In der Golden Sugar Refinery weiß man, dass es kaum Zeit für Wartungsarbeiten gibt, da die Produktion vor Ort fast ganzjährig läuft. Die Prozesssicherheit innerhalb der Anlage ist daher besonders wichtig. Die Ingenieure der Firma Putsch schafften es in Lagos, einen sicheren Prozess zu entwickeln und zu programmieren. Installiert wurde das Prozessleitsystem „PIA“. Dieses erlaubt es der afrikanischen Zuckerraffinerie, voll automatisch zu laufen. Basis ist eine entsprechende Prozessleittechnik. In den Prozess der Zuckerherstellung eingebunden sind die Rohrzucker-Auflösung, die Klärreinigung, die Entfärbung, die Kristallisation und die Zuckertrocknung. In die USA lieferte Putsch unter anderem Maschinen für die Bruchstückaufbereitung einer Fabrik der Amalgamated Sugar Company in Nampa, Idaho. Bei der Rübenwäsche fallen täglich jede Menge Bruchstücke an. Die Maschinen der Firma Putsch machen es möglich, diese Bruchstücke zu sammeln und ebenfalls für die Zuckerproduktion zu verwenden.

Auch für die Gemüseverarbeitung stellt die Firma Putsch zahlreiche Maschinen her. Dazu gehören unter anderem Gemüse-Entladungsanlagen, Trockenenterdungsanlagen, Reinigungsanlagen für Kartoffeln und Rote Beete, Waschtrommeln für Meerrettich und Gurtkrautabscheider. Der Kompetenzbereich für die Gemüseverarbeitung entwickelte sich aus den Erfahrungen, die aus der Herstellung von Maschinen für die Zuckerindustrie stammen. Angefangen hat der Maschinenbauer 1871. Damals gründete Hermann Putsch das Unternehmen. 1880 wurde die erste Schärfmaschine für Rübenschnitzelmesser konstruiert und gefertigt. Schon wenige Jahre später folgte die Produktion weiterer Maschinen. Im Laufe der Jahre wuchs das Unternehmen, expandierte und kaufte andere Firmen hinzu,die heute gemeinsam die Putsch Group bilden. Heute ist das Unternehmen eine erfolgreiche Technologiegruppe. Seit 2017 gibt es den Standort in Nächstebreck.

NÄCHSTEBRECK

Der Stadtteil war bis 1922 eine Gemeinde des Kreises Schwelm. Heute gehört er zum Stadtbezirk Oberbarmen im Nordosten der Stadt. Nächstebreck zählt mit seinen Unternehmen zu den klar strukturierten, eher „jungen“ Gewerbegebieten mit eindeutiger GI-Ausweisung.

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Das Recht der Schwachen

Arbeit nicht nur für Hochleister: Das fordern proviel und Engels gleichermaßen.

Jeder Mensch kann etwas zu einer gelingenden Gesellschaft beitragen – auf dieser Grundüberzeugung basiert die Arbeit von proviel.
Jeder Mensch kann etwas zu einer gelingenden Gesellschaft beitragen – auf dieser Grundüberzeugung basiert die Arbeit von proviel.

Wuppertalfeiert das Engelsjahr – und proviel feiert ein Stückchen mit. Denn an vielen Stellen kommen die Ansichten von Friedrich Engels und die Arbeitsweise von proviel zum gleichen Ergebnis. So lehnt der Gründer des Kommunismus das Konkurrenzprinzip ab, das der liberalen ökonomischen Wirtschaft zugrunde liege und ein simples „Recht des Stärkeren“ bedeute. Dieses Konkurrenzprinzip entzweie die Menschen. Gleichzeitig hielt Engels es für selbstverständlich, dass sich die Gemeinschaft um „Alte, Kranke und im Kriege Gelähmte“ kümmert.

„In dieser Frage sind wir einer Meinung mit Engels“, sagt Christoph Nieder, Geschäftsführer von proviel. Immer wieder erlebt er Menschen, die aus vielfältigen Gründen mit dem hohen Zeitdruck, dem oft rauen Umgangston und den multiplen Anforderungen des Ersten Arbeitsmarkts nicht zurechtkommen. Bei proviel und in Maßnahmen des Muttervereins forum können sie in einem geschützten Umfeld in einem für sie passenden Tempo arbeiten und blühen auf. Die Fachkräfte für Arbeits- und Berufsförderung sowie im Sozialdienst und in der Inklusion achten darauf, dass ein wertschätzender Umgangston herrscht und die Menschen berechtigte Anliegen freundlich kommunizieren. Viele Mitarbeiter, aber auch Kunden und Partner schätzen die angenehme Atmosphäre bei proviel sehr. Und die regelmäßige Arbeit, das Gefühl, etwas Sinnvolles für die Gemeinschaft beizutragen, bedeutet den proviel-Mitarbeitern sehr viel. Aussagen wie „proviel hat mir das Gefühl gegeben, dass ich etwas leisten kann“, „ich gehe mit guter Laune hier hin und komme mit guter Laune nach Hause“ oder „durch proviel habe ich mehr Lebensqualität gewonnen“ zeigen das deutlich.

Selbstvertrauen durch gute Begleitung
Immer wieder kommen Männer und Frauen zu proviel, die durch Stress und Mobbing im Beruf jegliches Selbstvertrauen verloren haben. Es braucht oft lange Zeit, bis die erfahrenen proviel-Fachkräfte diese Mitarbeiter wieder aufbauen, ihnen Schritt für Schritt zeigen, was sie leisten können. Durch die Bereitschaft zahlreicher Wuppertaler Unternehmer, die proviel-Mitarbeiter für ein Praktikum oder einen Betriebsintegrierten Arbeitsplatz bei sich aufzunehmen, können Mitarbeiter dann, wenn sie möchten, verschiedene Optionen für ihren Schritt Richtung Ersten Arbeitsmarkt testen. Manche schaffen anschließend selbstbewusst die Rückkehr auf einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz; andere bleiben lieber unter dem schützenden Dach von proviel oder erproben sich langfristiger auf einem Außenarbeitsplatz (BiAp).

Unternehmen schätzen die Zuverlässigkeit von proviel
Dank der vielen Kooperationspartner in Wuppertal können proviel-Mitarbeiter in unterschiedlichsten Sparten arbeiten. So bietet proviel Unternehmen die pünktliche und zuverlässige Erledigung von Verpackungs- und Konfektionierarbeiten, (Elektro-)Montagen, Metallverarbeitung und Laserbeschriftung. Unternehmer schätzen dabei die Flexibilität und Zuverlässigkeit von proviel. Im CAP-Frischemarkt, im Zoo-Restaurant Okavango und im Bistro des Gymnasiums Sedanstraße verkaufen die provieler, schmieren Brötchen, schneiden Gemüse und kümmern sich darum, dass alles läuft. Anwohner, Gäste und Schüler sind hochzufrieden mit diesem Service. All diese Beispiele zeigen, dass jeder Mensch etwas zu einer gelingenden Gesellschaftbeitragen kann. Dafür braucht es jedoch von allen Seiten Rücksichtnahme und Toleranz. Also vielleicht genau das, was Friedrich Engels schon vor 150 Jahren forderte.