Zukunftsstandort mit überregionaler Strahlkraft

Starke Partner im Bergischen:Zukunftsstandort mit überregionaler Strahlkraft

„Smart Tec Campus Wuppertal“: Auf dem Gelände der ehemaligen Bergischen Sonne sollen sich zukunftsrelevante Technologieunternehmen ansiedeln. Unter strengen ökologischen Kriterien.

Die jüngste Projektentwicklung in Sachen Gewerbeansiedlung läuft derzeit auf dem Gelände der ehemaligen Bergischen Sonne an. Das Areal des ehemaligen Freizeitbades ist von der Stadt gekauft worden. Das Spaßbad, das seit vielen Jahren nicht mehr genutzt wird, wird abgerissen. Auf dem Gelände, das dann für eine neue Nutzung zur Verfügung steht, soll ein technologisches Kompetenzzentrum für die Bereiche Künstliche Intelligenz, IT, Smart Tec oder Industrie 4.0 entstehen. 

Der Standort auf der Technologieachse Süd bietet mit seiner optimalen Verkehrsanbindung, der Nähe zur Universität und vielen Technologieunternehmen beste Ansiedlungsbedingungen. Durch die Schwerpunktsetzung auf zukunftsrelevante Technologieunternehmen und die Markenbildung unter dem Begriff „Smart Tec Campus Wuppertal“ soll ein Zukunftsstandort mit überregionaler Strahlkraft entstehen.

Bereits jetzt können sich interessierte Unternehmen an die Wirtschaftsförderung Wuppertal wenden, um Grundstücksreservierungen vorzunehmen. Für Unternehmen, die sich dort niederlassen wollen, sollen Klimaschutz-Kriterien entscheidend für den Zuschlag sein.

Die Stadt will das fast 20 000 Quadratmeter große Gelände als Gewerbegebiet entwickeln, nachdem sich kein Investor für das Areal und das 2012 geschlossene Bad fand. Die Barmer Krankenkasse kaufte etwa die Hälfte des eigentlich rund 40 000 Quadratmeter großen Geländes und nutzt es als Parkplatz, die Stadt kaufte 2018 das übrige Areal, um die weitere Entwicklung an diesem exponierten Standort in der Hand zu haben. 


„Der Standort bietet beste Bedingungen für eine Ansiedlung“

Dr. Rolf Volmerig
Wirtschaftsförderung Wuppertal


Abriss des Bades bis zum Herbst
Das frühere Freizeitbad soll in Kooperation mit der Landesgesellschaft NRW Urban bis Herbst 2020 abgerissen werden. Nach der Sanierung der Brache will die Stadt die Fläche an mehrere sogenannte Wachstumsunternehmen aus den Bereichen smarter Technologien verkaufen.

Klimagerechte Gewerbeentwicklung geplant
Wegen der Nähe zum Naturschutzgebiet Gelpe, aber auch im Sinne eines Modellprojektes soll eine klimagerechte Gewerbeentwicklung geplant werden, das heißt, die Neubauten dürfen möglichst wenig in die Umwelt eingreifen. Dazuzählen unter anderem eine flächensparende und kompakte Bauweise und Konstruktionen, die sich schnell verändern lassen, wenn sich die Nutzung ändert. Baumaterialien sollten recycelbar sein, auf Kunststoffe wie PVC sollte verzichtet werden. Statt versiegelter Flächen werden Rasengittersteine, Schotter oder Steine mit wasserdurchlässigen Fugen empfohlen. Künstliche Teiche könnten ein besseres Mikroklima erzeugen. Grünflächen sollten naturnah bepflanzt werden, es wird auf die Möglichkeit zur Dach- und Wandbegrünung hingewiesen.

Vorschlag: Mobilitätskonzept für die Beschäftigten
Bei der Energieversorgung sollten Fernwärme, Solarthermie und Wärmepumpen, zur Kühlung Verschattungssysteme sowie Kühle aus Grundwasserbrunnen genutzt werden. Das Konzept empfiehlt zudem, ein Mobilitätskonzept für die künftigen Beschäftigten des neuen Gewerbegebiets zu erstellen.


600 Arbeitsplätze in 16 Unternehmen

In Vohwinkel, auf dem ehemaligen Rangierbahnhof, ist das moderne Gewerbegebiet „VohRang“ entstanden.

Auch das Maschinenbauunternehmen Profilator hat sich im neuen Gewerbegebiet VohRang angesiedelt.
Auch das Maschinenbauunternehmen Profilator hat sich im neuen Gewerbegebiet VohRang angesiedelt.

Bei dem Gewerbeprojekt „VohRang“ in Wohwinkel ist ein Areal von 116 000 Quadratmetern gewerblich entwickelt und vermarktet worden. Das Konzept für diesen Standort sieht eine Mischung aus mittelständischen Unternehmen und größeren Anker-Betrieben vor. In diesem Jahr erfolgte der Verkauf der letzten freien Flächen. Dabei konnte die Zielvorgabe eines Nutzungsmixes erfüllt werden, wie die Städtische Wirtschaftsförderung mitteilt. 16 Unternehmen haben nunmehr im Vohwinkeler Westen eine neue Heimat gefunden.

Dabei sind dies ganz unterschiedliche Firmen: von Großunternehmen wie Columbus McKinnon (YALE) über die Wera Werkzeuge GmbH oder dem Maschinenbauunternehmen Profilator bis hin zu mittelständischen Unternehmen, wie der Hesse KG, Großhändler für Qualitätswerkzeuge für Industrie und Handwerk oder der SMC Schäfer Messe-Consulting GmbH.

Allerdings hatten die städtischen Entwickler auf der Brachfläche erst einmal die nötige Infrastruktur schaffen müssen und unter anderem Strom-, Gas,- und Abwasserleitungen verlegt, was sehr zeitaufwendig war. Außerdem wurde der Bebauungsplan mehrfach geändert. Bis zur Vollendung von „VohRang“ hat es fast 20 Jahre gedauert. Dennoch sieht die Wirtschaftsförderung das Ergebnis als großen Erfolg. 600 Arbeitsplätze seien entstanden.


Die neue Mobilität aus dem Städtedreieck

Viele Beteiligte ziehen an einem Strang, um die Region als Wirtschafts- und Forschungsstandort zu positionieren. Das Potenzial, sich im Städtedreieck der Mobilität der Zukunft zu widmen, ist groß.

Bergisch.Smart – Künstliche Intelligenz als Enabler für die Mobilität von Morgen“ ist der Titel dieses Projekts, das die Landeregierung mit 13 Millionen Euro fördert.
Bergisch.Smart – Künstliche Intelligenz als Enabler für die Mobilität von Morgen“ ist der Titel dieses Projekts, das die Landeregierung mit 13 Millionen Euro fördert.

Unternehmen, die Bergische Universität, die Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal, die Stadtwerke, die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft und viele andere arbeiten zusammen an der Mobilität der Zukunft. Die einen an der Technik, die anderen erproben schon mal erste Neuerungen, noch andere helfen den Unternehmen, sich gut aufzustellen für das, was da zukünftig wichtig wird. Alles zusammen ist eine schlüssige Strategie, die Region als Wirtschafts- und Forschungsstandort zu positionieren.

Smart Fahren im Quartier“ oder „On Demand“
Ein kleiner Blick in die Zukunft: Geräuschlos fahren Autos durch die Wuppertaler Straßen, ab und zu steuern einige von ihnen selbständig Haltepunkte an, dort steigen entspannte Passagiere in kleine, fahrerlose Busse um, die sie in die City oder zum nächstgrößeren Bahnhof bringen. Viele Menschen sind gefahrlos auf Fahrrädern oder Rollern unterwegs, in den Straßen gehören laute Motorengeräusche, aggressives Hupen, Unfalle oder Dauerstau der Vergangenheit an. Die Verkehrssteuerung über intelligente Systeme verläuft reibungslos. Die Anschlüsse klappen optimal, jeder erreicht zu geplanter Zeit sein Ziel, und dabei haben die meisten kein eigenes Auto mehr. Und: Die Luft ist sauber.

Das Potenzial, sich im Städtedreieck der Mobilität der Zukunft zu widmen ist groß – sowohl von wissenschaftlicher als auch unternehmerischer Seite. Unter Moderation der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft haben sich diverse Institutionen zusammengefunden, die synergetisch an dem Thema arbeiten: APTIV Services Deutschland arbeitet daran, wie mehrere intelligent vernetzte Daten- und Energiespeicher in ein autonom fahrendes Fahrzeug integriert werden können. Die Bergische Universität Wuppertal forscht zu künstlicher Intelligenz, zu Sensortechnologien und intelligenter Verkehrssteuerung, die autonomes Fahren ermöglichen. Schon im August 2020 wird WSW Mobil einen ersten Erprobungsbetrieb von „On-Demand-Fahrzeugen“ starten, bei denen Teile dieser Technologien zum Einsatz kommen werden. Ebenfalls in Planung: Smart Fahren im Quartier“.Dabei werden smarte Mobilitätskonzepte unter Einbeziehung aller Verkehrsmittel entwickelt.

„Bergisch.Smart – Künstliche Intelligenz als Enabler für die Mobilität von Morgen“ ist der Titel dieses Projekts, das die Landeregierung 13 Millionen Euro fördert.

Auch Automobilzulieferer haben sich zusammengeschlossen
Auch die Unternehmerseite im Städtedreieck bereitet sich auf die Erfordernisse für autonomes und elektromobiles Fahren vor. Die Automobilzulieferer haben sich daher, initiiert durch die BSW, zu automotiveland.nrw, dem Netzwerk der Automobil- und Mobilitätswirtschaft in NRW zusammengeschlossen. Denn sie wollen der Branche Unterstützung geben. Innovationsbegleitung, Branchenvernetzung, Informationsaustausch, Vermittlung und die Initiierung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben – das will das Netzwerk aufbauen. automotiveland.nrw ist auch bundesweit vernetzt, um Support zu organisieren – gerade in der derzeitigen Corona-Krise.

Ein Beispiel: Für einen guten RE-Start auch der 250 bergischen Zulieferer in die Produktion ist wichtig, dass kooperativ agiert wird. Die Vertreter von automotiveland.nrw wollen eine kollaborative, transparente Kommunikation betreiben, um gemeinsam die Produktion ohne Reibungsverluste anzufahren. automotiveland.nrw möchte dazu auch die Kommunikation innerhalb des Netzwerks verdichten, um größtmögliche Transparenz für zukünftige Planungen zu erzeugen.

Das ist nicht nur ein guter Ansatz in der Krise, sondern hilft auch, eingeschlagene Entwicklungspfade zur Neuen Mobilität zu gehen. Dieser Unternehmergeist ist Teil der Bergischen DNA. Flexibel haben sich hier die Menschen und Unternehmen immer wieder neu erfunden und Nischen besetzt – das stellte einen großen Vorteil dar, um souverän auf die derzeitigen Herausforderungen zu reagieren.

Weitere Informationen finden sich unter:
- http://bergischsmartmobility.de
- http://automotiveland.nrw
- http://bergisches-dreieck.de