Clubabende und gelerntes Marketing

Starke Wirtschaft am Niederrhein

Clubabende und gelerntes Marketing

Der Marketingclub Krefeld besteht seit 2005 und ist einer der größten Clubs mit den meisten Mitgliedern im Raum Krefeld. Das Ziel ist es, die verschiedenen Aspekte von Marketing kennenzulernen.

Die Clubabende sind stets gut besucht. Bis zu 200 Gäste kommen zu diesen Veranstaltungen.

In 2005 liegen die Ursprünge des Marketingclubs Krefeld, der sich in 16 Jahren zu einem der größten seiner Art im Krefelder Raum entwickelt hat. Eine Leistung des Gesamtvorstands. „Wir haben, gemessen an der Einwohnerzahl Krefelds, auch die meisten Mitglieder“, sagt der Geschäftsführende Vorstand Michael Neppeßen, der seit etwa zehn Jahren Clubmitglied, seit acht Jahren im Vorstand und seit zwei Jahren Geschäftsführender Vorstand ist. „Entstanden ist der Marketingclub aus dem Grund, dass sich einige Krefelder Unternehmer zusammengesetzt haben, um sich über das Thema Marketing – das ja nun wirklich jeden Unternehmer betrifft, ob er nun Soloselbstständiger ist oder ein mittelständisches Unternehmen führt – auszutauschen“, sagt Neppeßen. Er selbst ist Herausgeber des Krefelder Crevelt Magazins.

Schnell sei man damals auf den Deutschen Marketingverband aufmerksam geworden. „Das Thema Netzwerken ist von großer Bedeutung, Marketing ist unser wichtigstes Thema.“

Michael Neppeßen
Michael Neppeßen

Und dass der entsprechende Bedarf in Krefeld und Umgebung vorhanden sei, habe sich schon recht schnell gezeigt. „Der neue Club hat sich sehr schnell etabliert und hat heute 230 Mitglieder aus den unterschiedlichsten Branchen von Handwerk, Industrie, Einzelhandel und Soloselbständigkeit“, sagt Neppeßen.

Die Hauptaufgabe des Marketingclubs bestehe dabei im Netzwerken. Denn schließlich würde es im Austausch nur Gewinner geben, man könne voneinander lernen, gemeinsame neue Ideen auf die Beine stellen und das eigene Unternehmen optimieren. „Es gibt drei Aspekte, auf denen unsere Arbeit fußt“, sagt Neppeßen. Das sei zum einen die Wissensvermittlung zu den Themen Marketing und Vertrieb, dazu kämen das bereits erwähnte Netzwerken sowie die Persönlichkeitsentwicklung.

Einmal im Monat gibt es einen Clubabend mit einem Fachvortrag und einem entspannten Get-Together, bei dem für das leibliche Wohl gesorgt wird. Ersteres dient natürlich der Information und Weiterbildung – also der Weitergabe von Wissen.“ Das zweite dient dem Austausch untereinander. Eine Art zwangloser Austausch.

Für die Vorträge habe man oft Unternehmer geladen, die aus ihrem beruflichen Leben erzählen. „Wir hatten etwa Dirk Wellen von Rondo Food eingeladen, der uns berichtete, wie er von der Produktion von Backpulver zur Herstellung von Hundeleckerli kam“, sagt Neppeßen. Auch der Biobäcker Schomaker sei bereits zu Gast gewesen sowie der Autor Hermann Scherer, der zum Thema Persönlichkeitsentwicklung gesprochen hat. „Dabei geht es generell darum herauszufinden, was zur Persönlichkeit eines Unternehmers gehört. Dabei kann man sich etwa die Frage stellen: Mache ich, ganzheitlich betrachtet, eigentlich das, was ich liebe?“

Zu den Clubabenden würden immer zwischen 50 und 200 Besucher kommen. Wobei es für Interessierte die Möglichkeit gibt, dreimal kostenlos teilzunehmen, ehe man sich für eine Mitgliedschaft entscheidet. „Unser Club ist gerade für die neuen Unternehmer am Standort Krefeld eine gute Adresse. Denn natürlich ist es vor allem am Anfang besonders wichtig, Kontakt zu knüpfen.“

Während der Corona-Zeit habe man die Clubabende auf digitale Weise abhalten müssen. Das sei zwar besser als nichts gewesen, allerdings seien sie deutlich schlechter besucht gewesen als die regulären Abende in Präsenz. „Digitales Netzwerken funktioniert nicht so gut, der persönliche Austausch ist dringend nötig“, sagt Neppeßen.

Trotzdem hat der Marketingclub Krefeld sogar in der Zeit der diversen wirtschaftlichen Lockdowns wegen der Corona-Pandemie neue Mitglieder gewinnen können. „Außerdem haben wir kaum Mitglieder verloren“, berichtet Neppeßen zufrieden.

Veranstaltungen

Am 4. November, 19 Uhr, wird der Marketingpreis im Autohaus Becker Klausmann, Glockenspitz 123, verliehen.

Der nächste reguläre Clubabend findet am Dienstag, 30. November, ab 19 Uhr, statt. Zu diesem Abend eingeladen ist Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer, der über die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt sowie seinen Alltag berichtet.

Der letzte Clubabend 2021 ist am 9. Dezember, 19 Uhr. Gast ist „Piano-Referent“ Martin Klapheck. Weitere Details wie die Veranstaltungsorte sind auf der Website des Marketingclubs Krefeld zu finden:

marketing-club-krefeld.de

Ein Preis als Anreiz

Seit 2018 werden Unternehmen prämiert.

Preise wirken immer anregend, sich mit einem Thema zu beschäftigen. Deswegen liegt es auf der Hand, dass der Marketingclub Krefeld auch einen Preis auslobt. „Einmal im Jahr verleiht der Deutsche Marketingverband, dem wir auch angehören, einen Marketingpreis. Und auch einzelne Marketingclubs machen das“, sagt der Geschäftsführende Vorstand des Krefelder Marketingclubs, Michael Neppeßen. „Unser Preis wird am Dienstag, 4. November, verliehen. Der erste wurde übrigens 2018 verliehen“, ergänzt er.

Ausgezeichnet werde ein regionales Unternehmen, das sich durch vorbildliche Marketingarbeit präsentieren könne. „Eine grundlegende Voraussetzung ist, dass die Marketingleistung des Unternehmens beispielhaft für eine konsequente Marktorientierung ist. Marketing ist nicht nur eine einzelne Kampagne. Marketing ist auch die Reaktion auf äußere Einflüsse – etwa aktuell die Corona-Pandemie samt aller Auswirkungen auf die Wirtschaft“, sagt Neppeßen.

Der Geschäftsführende Vorstand betont die Bedeutung des Krefelder Marketingpreises auch über die Grenzen der Stadt am Niederrhein hinaus. „In die Bewertung fließen sowohl eine ganzheitliche Unternehmensstrategie, als auch die spezifische Produkt- und Markenführung mit ein“, sagt Neppeßen. Dabei werfe man auch den Blick auf die Gesamtleistung der Vorjahre, die Nachhaltigkeit und die Marketingleistung entlang der Faktoren Preisgestaltung, Produktgestaltung, Vertriebsleistung, Marketing und Kommunikation.

Auch der Kontakt zu den Kunden über die unterschiedlichen digitalen und analogen Interaktionskanäle würden mit in die Bewertung einfließen. Ebenfalls von Bedeutung seien dabei systematische und erkennbare Ergebnisse und deren Bezug zum Unternehmenserfolg. „Letzteren Zusammenhang müssen die Bewerber nachweisen können“, betont Neppeßen.

Der Preis des Krefelder Marketingclubs ist übrigens nicht der einzige Preis seiner Art in der Region. So hatten erst im September die Volksbank, die WZ und die Wirtschaftsförderung der Stadt Krefeld den diesjährigen Gründerpreis verliehen. Coronabedingt fand die Verleihung im kleinen Kreis in der ehemaligen Kirche auf dem Campus Fichtenhain statt.

Die Gründer, die im Rahmen des Gründerpreises 2021 ausgezeichnet wurden, waren das junge Unternehmen Strike, das gebrauchte Markenkleidung an junge Menschen verkauft, auf Platz drei, der mit 1000 Euro dotiert war. Auf Platz zwei, der mit 2000 Euro dotiert war, landete das Unternehmen Woelfins, das sich auf nachhaltige Kunstdrucke spezialisiert hatte.

Sieger des Gründerpreises 2021 war das Unternehmen Oceansafe, das die Textilindustrie mit biologisch abbaubaren Textilprodukten revolutionieren will. Geschäftsführer Manuel Schweizer durfte sich über das Preisgeld in Höhe von 3000 Euro freuen.