Duale Ausbildung als Erfolgsgarant des Werks

Starke Wirtschaft am Niederrhein

Duale Ausbildung als Erfolgsgarant des Werks

Outokumpu investiert viel in seine künftigen jungen Fachkräfte. Für zwei Millionen Euro wurde ein neues Ausbildungszentrum errichtet.

Für Ausbildungsleiter Uwe Graupmann sind bei einer Bewerbung nicht nur die Noten wichtig. Mit Teamfähigkeit und sozialer Kompetenz wusste auch Azubi Paul Hinkel im Vorstellungsgespräch zu überzeugen.

Gerade wurden zu den 40 Auszubildenden zehn weitere eingestellt. „Außerdem bilden wir aktuell zwölf junge Leute im Auftrag für externe Unternehmen aus“, berichtet Ausbildungsleiter Uwe Graupmann. „Wir hatten schon einmal wesentlich mehr Auszubildende und haben früher auch über Bedarf ausgebildet“, erinnert er sich an Glanzzeiten des Werkes zurück. „Natürlich musste das Unternehmen die Zahlen der Geschäftslage anpassen“, sagt der Handwerksmeister und Schweißfachmann, der schon seit 1983 dem Unternehmen angehört und seit 2004 die Ausbildung mitverantwortet. Dennoch habe man als Zeichen für den hohen Stellenwert der traditionell starken Rekrutierung von Auszubildenden 2014 ein neues Ausbildungszentrum für zwei Millionen Euro eröffnet.

Was rund um die Bewerbung wichtig ist

Der Erfolg des Unternehmens beruhe nicht zuletzt auf den vielen hochwertigen Arbeitsplätzen und den Fachkräften, die auf den eigenen Anlagen von fünf erfahrenen Ausbildern geschult werden. Ausgebildet wird in fünf verschiedenen gewerblichen Berufen: Industriemechaniker, Elektroniker, Verfahrenstechnologe, Zerspanungsmechaniker sowie Maschinen- und Anlagenführer.

Die Ausbildung der ersten vier Berufsbilder dauert 3,5 Jahre im Werk (Verkürzung um ein halbes Jahr ist möglich) und kann statt Berufsschule auch mit einem Studium kombiniert werden. Der Fokus liegt dabei auf der Verfahrenstechnologie, die auf die Umformtechnik zugeschnitten ist und Experten benötigt, die die hochtechnisierten Prozesse steuern und optimieren können. Für den Maschinen- und Anlagenführer genügen zwei Ausbildungsjahre.

Je nach Berufsbild und Lehrjahr variiert die Zahl der Arbeitstage im Werk und der Besuch in der Berufsschule. Die Ausbildung in den kaufmännischen Berufen ruhe derzeit wegen des markt- und coronabedingten Personalabbaus, könne aber jederzeit wieder aufgenommen werden.

„Wer sich bei uns bewirbt und entsprechende Voraussetzungen mitbringt, wird zunächst zu einem dreistündigen Eignungstest eingeladen“, berichtet der Ausbildungsleiter. Dabei spielen wegen der technischen Berufe speziell die Schulnoten in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) eine Rolle.

„Besonders freuen wir uns über die Bewerbung junger Frauen, die sich für eine technische Berufsausbildung interessieren“, betont Graupmann. Auch Englischkenntnisse sind in einem internationalen Konzern gefragt. Pluspunkte sammelt, wer schon in jungen Jahren Verantwortung als Klassensprecher oder Streitschlichter übernommen hat.

Ein Azubi berichtet von seiner Ausbildung

Die Eignungstests werden sofort ausgewertet. Wer sie bestanden hat, führt direkt danach ein Bewerbungsgespräch, bei dem auch auf Teamfähigkeit und soziale Kompetenz geachtet wird. „Wir möchten gerne den Menschen kennenlernen“, sagt Graupmann. Als Zusatzangebot bieten die Ausbilder für Mitarbeiter interner Abteilungen Schweißkurse sowie Gabelstapler- und Kranführerscheinprüfungen an.

Paul Hinkel ist 19 Jahre, in Krefeld geboren und hat sich nach dem Abitur direkt in die Ausbildung gestürzt. Er lernt im zweiten Jahr Verfahrenstechnologe. An der Hochschule Niederrhein an der Obergath studiert er parallel Verfahrenstechnik.

Seine Affinität zu diesem Beruf ist familiärer Natur: Sein Vater war Schlosser, sein Bruder ist Ingenieur in der Stahlbranche, und er selbst habe in den Schulferien gerne in einer Schlosserei gejobbt. „Drehen, Fräsen, Schweißen, Zerspanung und Biegetechnik sind mein Ding“, sagt er. Das Handwerk werde ohnehin oft unterschätzt und dessen Image finde viel zu wenig Anerkennung. Gerade die Kombination aus technischem Verständnis und dem Wissen, wie es umgesetzt wird, sei anspruchsvoll und spannend.

Als er eine Online-Ausschreibung für die Ausbildung bei Outokumpu entdeckte, musste er nicht lange überlegen. „Ich wusste um den guten Ruf des Unternehmens, habe mich beworben, den Eignungstest bestanden, mich im Bewerbungsgespräch direkt wohlgefühlt und meine Entscheidung bisher nicht bereut.“

Zwei Jahre der betrieblichen Ausbildung laufen parallel zum Studium, zwei weitere Jahre wird er als Werkstudent freigestellt. „Wenn ich meine Prüfungen bestehe, würde ich gerne bleiben.“ Das müsse dann noch verhandelt werden, aber alles spreche für eine Übernahme, meint sein Ausbilder.

Doch zunächst durchläuft Hinkel die Grundausbildung. Es geht Schlag auf Schlag – Drehen, Fräsen, Pneumatik sowie alle üblichen Schweißtechniken wollen erlernt sein. Dazwischen stehen Projektarbeiten an, zum Beispiel Reparaturen und andere praktische Aufgaben, die aus dem Betrieb angefordert werden. Daher hat er auch schon genug Einblick in die Produktion, um zu wissen, wo er später gerne arbeiten möchte. „Ich würde gerne an einem Walzgerüst arbeiten, an dem die Bleche auf die gewünschte Dicke gewalzt werden – eine Arbeit, bei der es auf Präzision und Geschick ankommt.“ Weniger gerne würde Paul Hinkel dauerhaft Schichtarbeit machen.

Super findet er den kollegialen Teamgeist im Unternehmen, den er mit „sehr eng bis herzlich“ beschreibt. Für seine Prüfung arbeitet er an einem größeren elektropneumatischen Projekt mit. Auch seine Hobbys überraschen nicht: „Motorradfahren und an meinem älteren Auto rumschrauben.“

OUTOKUMPU

2021 wurde Outokumpu von der IHK erneut unter „Die besten Ausbildungsbetriebe“ gewählt.

Mehr zu Ausbildung und Karriere bei Outokumpu steht auf dem Karriere-Portal des Unternehmens: www.outokumpu.com/de-de/careers

Für Fragen zur Ausbildung und für Bewerbungen steht Ausbildungsleiter Uwe Graupmann gern zur Verfügung unter uwe.graupmann@outokumpu.com