Gelungene Konversion

Starke Wirtschaft am Niederrhein

Gelungene Konversion

Auch die letzten Grundstücke sind bereits reserviert. Insgesamt entstanden 33 Hektar Gewerbefläche.

Das frühere Stahlwerk Becker ist ein Beispiel für eine gelungene Konversion einer Industriefläche.

Das „Konversionsprojekt Stahlwerk Becker“ ist eines der Vorzeigeprojekte der Grundstücksgesellschaft der Stadt Willich mbH (GSG) und steht 2021 kurz vor einem erfolgreichen Schlusspunkt. „Aktuell haben wir noch sieben freie Grundstücke, die aber bereits alle reserviert sind“, sagt Christian Hehnen, seit mehr als zehn Jahren Wirtschaftsförderer bei der Stadt Willich. Insgesamt entstanden Gewerbeflächen von 33 Hektar, teils als Neubauten, teils wurden die denkmalgeschützten Stahlwerksgebäude aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts für neue, innovative Nutzungen umgebaut.
 

Gewerbemix bringt Sicherheit für Kommune und Bürger

Gezielt hat die GSG bei der Ansiedlung der Unternehmen auf eine gute Branchen-Durchmischung geachtet – vom Oldtimer-Museum in Halle 31 über das Fitness- und Gesundheitsstudio in Halle 22 bis zur Großdruckerei oder einem großen Stahlhändler und vielfältigen Handwerksbetrieben. Damit wurden vielen Unternehmen Ansiedlungsmöglichkeiten gegeben, und die Stadt Willich hat ihren Haushalt ein Stück weit krisenfester gemacht: „Durch den Branchenmix sind wir besser gegen Konjunkturschwankungen abgesichert, wenn eine Branche kriseln sollte“, so GSG Geschäftsführer Willy Kerbusch, der auch lange Jahre als Kämmerer die Finanzsituation der Stadt verantwortet hat. Dank einer stabilen Einnahmequelle kann die Stadt wiederum Leistungen für die Bürger – von guten Schulen und Kitas bis zu lebenswerten Innenstädten – nachhaltig absichern.
 

Wirtschaftsförderer Christian Hehnen achtet darauf, dass sich in dem alten Stahlwerk die unterschiedlichsten Branchen niederlassen.
Wirtschaftsförderer Christian Hehnen achtet darauf, dass sich in dem alten Stahlwerk die unterschiedlichsten Branchen niederlassen.

Das Wasserwerk ist fertig saniert

Ein Highlight dieses Jahres ist die Fertigstellung der Sanierung des früheren Wasserwerkes bis Anfang November – ein Großprojekt der GSG, das nicht ganz problemfrei ablief. Die Bausubstanz des denkmalgeschützten Gebäudes an der Walzwerkstraße war doch in Teilen schlechter als erwartet, so dass die Planer eine zweistufige Lösung entwickelten: Die historischen Außenmauern wurden Meter für Meter ertüchtigt und abgesichert, in ihrem Innern wurde ein neues, hochmodernes Gebäude mit aktuellen energetischen Standards aufgebaut.

Von außen ist das „Haus im Haus“ nicht ersichtlich, der Charme des alten ist unverändert – die schmalen, hohen, zweiflügeligen Fenster mit Sprossen, die großzügigen Rundbogenfenster auf beiden Seiten über den Eingangsbereichen. Im Inneren sind die Schienen der alten Krananlage mit den Ketten erhalten geblieben, alte Pumpen aus dem ehemaligen Wasserwerk sind zu Gestaltungselementen im Raum geworden.

Zum Konzept gehört eine nachhaltige Wärmeversorgung, erklärt Kerbusch: „Bei der Sanierungsplanung haben wir von vornherein ein monovalentes Heizsystem ausschließlich über Geothermie entwickelt. Das Gebäude wird nicht zusätzlich über eine Gastherme beheizt.“ Für Bernd Bremerich-Ranft, technischer Leiter des Energiezentrums Willich (EZ:W), ist das Wärmekonzept „beispielhaft für heutige Möglichkeiten. Wir möchten diese Konzepte bei weiteren Bauprojekten entsprechend angepasst verwenden.“ Im Freien möchte die GSG Streifen mit Wildblumenwiesen anlegen – auch ein Aspekt von Nachhaltigkeit in dem denkmalgeschützten Gesamtareal.

Der nutzbare neue Gebäudekomplex hat eine Fläche von rund 900 Quadratmeter, und die GSG startet aktuell gerade mit der Suche nach Mietern. „Wir wünschen uns einen Ankermieter, der die ganze Fläche in Anspruch nehmen möchte. Aber wir können auch in vier kleinere Einheiten unterteilen“, schildert Kerbusch.