Mit vier Säulen in die Zukunft

Starke Wirtschaft am Niederrhein

Mit vier Säulen in die Zukunft

   


Die erfolgreiche Vermarktung von Flächen für Industrie und Gewerbe hat ihren Preis. Es fehlt jetzt an Reserven. Seit einigen Jahren setzt die GGK ein neues Modell um.

Vier Säulen tragen die Strategie und Tätigkeiten der GGK Grundstücksgesellschaft der Stadt Krefeld: Gewerbegebiete, Revitalisierung, Gründungszentrum und Sonderimmobilien. Auf dieser Grundlage werden alle Projekte geplant, durchgeführt und nehmen nach und nach immer mehr Gestalt an. Die GGK entwickelt und vermarktet seit ihrer Gründung Ende 1997 als städtische Tochter unter dem Dach der Wirtschaftsförderung Krefeld Gewerbeflächen und -immobilien aus dem eigenen Bestand und informiert darüber hinaus über die verfügbaren Gewerbeobjekte anderer Eigentümer.

Keimzelle ihrer Entwicklungs- und Vermarktungstätigkeit ist der Flächenkomplex im Krefelder Süden – heute namentlich der Campus Fichtenhain und der Business-Park Fichtenhainer Allee. Für dessen finale Erschließung werden zurzeit die Weichen für die noch verfügbaren Flächen im nordöstlichen Bereich gestellt.

Die Flächenreserven sind – als Kehrseite der Medaille der erfolgreichen Vermarktung im vergangenen Jahrzehnt – jedoch nahezu erschöpft. Da dies bereits seit etlichen Jahren absehbar war, befasste man sich seit 2017 perspektivisch mit der Zukunft der GGK und entwickelte ein Vier-Säulen-Modell. Es verknüpfte die bisherigen Aufgaben mit der Ausweitung bestehender und dem Aufbau weiterer Tätigkeitsfelder. Der Aufsichtsrat der GGK fasste den entsprechenden Beschluss dazu im September 2019.

Säule 1 sieht die Entwicklung neuer Gewerbe- und Industriegebiete im Stadtgebiet Krefeld vor. Dabei liegt die erste Priorität auf dem Gebiet südlich des Elfrather Sees. Auf Basis des bereits erfolgten einleitenden Beschlusses zum Bebauungsplanverfahren soll auf 21 Hektar ein technologieorientiertes Gewerbegebiet entwickelt werden, das Kriterien der Nachhaltigkeit – wie dem GGK-Vermarktungskriterium „hoher Arbeitsplatzeffekt“, aber auch ökologischen Aspekten – Rechnung trägt: Als Zielgruppen sieht es nach Vorstellung der GGK mit Grundstückszuschnitten von maximal 10 000 Quadratmetern den lokalen und regionalen Mittelstand vor.

Säule 2 umfasst die Revitalisierung vorhandener Flächen und Objekte, die langfristig entwickelt und vermarktet werden sollen. Hierzu erstellt die GGK derzeit in Kooperation mit IHK und Stadt Krefeld ein Brachflächenkataster. Ergebnisse werden in Kürze vorliegen. Um diese dann ebenfalls im Sinne von Arbeitsplatzeffekt und sonstigen, von der Politik gewünschten Kriterien bestmöglich nutzen zu können, wird es allerdings auch eines mit hinreichenden Ressourcen ausgestatteten öffentlicher Akteurs – wie eben der GGK – bedürfen.

Übergeordnetes Ziel im Rahmen der Säule 3 ist die Schaffung und dauerhafte Etablierung einer aktiven Gründungsszene am Standort Krefeld. So können langfristig neue Arbeitsplätze erzeugt und Gewerbesteuereinnahmen erzielt werden. Ein Gründungszentrum im früheren Stadtbad Neusser Straße erscheint derzeit als der sinnvollste Weg zu diesem Ziel.

Für Säule 4 - „Sonderimmobilien“ - orientiert sich der genaue Leistungsumfang stark an einzelnen Projekten und lässt zudem den für weitere Entwicklungen erforderlichen Freiraum. Allerdings scheint sich gerade angesichts der von der Corona-Pandemie erzeugten Verwerfungen in der City mittlerweile ein stärkeres Engagement in der Innenstadt geradezu aufzudrängen. Es geht über die bisher von der GGK wahrgenommene bloße Vermittlung von leerstehenden Ladenlokalen weit hinaus und könnte Anmietung oder gar Erwerb von Objekten zwecks Entwicklung und Weitervermietung beinhalten.

Die GGK setzt bei allen Säulen auf einen aktiven Austausch mit verschiedenen Akteuren der Stadtgesellschaft und externen Projektpartnern, die die Prozesse städtebaulich und gutachterlich begleiten.

Am Ende eines jeden der vielen Projekte soll schließlich ein Ergebnis stehen, von dem Gewerbetreibende ebenso profitieren können wie auch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Krefeld.