Die Zweilandstadt mit den unglaublich vielen Facetten

Unterwegs:Die Zweilandstadt mit den unglaublich vielen Facetten

Die Heimat Albert Einsteins lockt mit Kunst, Kultur und ganz besonderen Quartieren.

Fällt in Gesprächen der Name Ulm – woran denken Sie zuerst? An das weltberühmte Ulmer Münster? An den hier geborenen Albert Einstein? Oder an den „Schneider von Ulm“, den Flugpionier? An die Bundesfestung, die den alten Ulmer Kern umschließt und den von Neu-Ulm auf der gegenüberliegenden Donauseite gleich mit? Vielleicht ja auch an eindrucksvolle zeitgenössische Architektur? Oder haben Sie den Schwörmontag im Auge, das Internationale Donaufest oder die bezaubernden Budenstädte vor Münster und Rathaus vor Weihnachten?

Ende der Aufzählung. Das genügt erst einmal, um eine Ahnung von den vielen Gesichtern dieser 185 000-Einwohner zählenden „Zweilandstadt“ zu vermitteln. Aber wieso eigentlich „Zweilandstadt“? Nun ja, ganz einfach: Die alte Reichsstadt Ulm liegt in Baden-Württemberg, und das jüngere Neu-Ulm, direkt gegenüber, in Bayern. Somit besuchen Sie als Gast quasi an einem Ort gleich zwei (Bundes-)Länder.

Neue Mitte in Ulm: die Kunsthalle Weishaupt. Foto: StadtArchiv Ulm
Neue Mitte in Ulm: die Kunsthalle Weishaupt. Foto: StadtArchiv Ulm

Und somit müssen Sie sich auch nicht entscheiden: lieber Weißwurst oder Maultaschen, eher Spätzle oder Knödel. Hier bekommen Sie das Gute aus Schwaben und Bayern gemeinsam und unmittelbar an einem Ort.

768 Wendeltreppenstufen himmelwärts

Das gotische Münster hat den höchsten Kirchturm der Welt und oben angelangt wird der Aufstieg mit einem eindrucksvollen Blick belohnt, bei gutem Wetter sogar bis zu den Alpen. Drunten, beim Schlendern durch die gemütlichen Gassen ringsumher, bildet der 161,53 Meter hohe Westturm des 1377 begonnen Münsters eine feste Wegmarke – als stiller Beobachter des Stadtgeschehens und Symbol ihrer mittelalterlichen Macht. Wieder unten werden Sie feststellen, dass nicht nur der Ausblick oben lohnt, sondern auch das Innere des Gotteshauses, denn das Münster ist eine wahre Schatztruhe der Kunstgeschichte.

Fester Bestandteil des Besuchsprogramms sollte auch der Bummel durch die Altstadt sein. Längst nicht nur im pittoresken Fischer- und Gerberviertel an der Donau lässt es sich tief in die Baugeschichte vergangener Tage und die unterschiedlichen reichsstädtischen Milieus eintauchen. Die ebenfalls mustergültig sanierten Quartiere „Auf dem Kreuz“ und „Nördlich des Münsters“ machen das Dichterlob nicht minder nachvollziehbar, das Hermann Hesse dieser „außerordentlich schönen und originellen Stadt“ nach einem Besuch spendete.

Historie und Moderne liegen direkt nebeneinander

Längst aber mischen sich Baudenkmale der Zukunft zu den historischen Bauten: das weiße Stadthaus des New Yorker Architekten Richard Meier am Münsterplatz, die sich immer weiter verwandelnde Neue Mitte mit dem Kaufhaus „Münstertor“ und der Kunsthalle Weishaupt, die gläserne Bibliotheks-Pyramide am Marktplatz.

Ein Klassiker: der bayerische Biergarten. Foto: Anne-Kathrin Riethdorf
Ein Klassiker: der bayerische Biergarten. Foto: Anne-Kathrin Riethdorf

Letztere steht gleich neben dem wiederum mittelalterlichen Rathaus mit seiner markanten Astronomischen Uhr an der Ostseite. Drinnen im Lichthof hängt ein Nachbau der Flugapparatur von Albrecht Ludwig Berblinger, weithin bekannt als „Schneider von Ulm“. Obwohl sein Flugversuch über die Donau 1811 tragisch gescheitert ist, gehört der Tüftler längst der Ahnengalerie der lokalen Größen an, ebenso wie Conrad Dietrich Magirus, der Pionier des Feuerlöschwesens und natürlich der in Ulm geborene Albert Einstein, das Physikgenie.

Bei Festen ist viel los im Fischerviertel. Foto: Stadtarchiv Ulm
Bei Festen ist viel los im Fischerviertel. Foto: Stadtarchiv Ulm

Die boomende Zweiland- ist gleichzeitig auch Kulturstadt. Das zeigt sich vor allem in den eindrucksvollen Museen, Sammlungen und Theatern. Im Museum Ulm beispielsweise wird ein weiterer weiter Bogen von der Gegenwart bis zur reichsstädtischen Historie geschlagen, ja mit dem vor 40 000 Jahren von Steinzeitjägern aus Mammutelfenbein geschnitzten „Löwenmenschen“ sogar weit zurück bis in die Prähistorie. Längst noch nicht alle Rätsel dieser Mensch-Tier-Figur sind gelöst, sicher ist aber, das diese Statuette die älteste ihrer Art auf der Welt ist und ihr Fundort, die Stadel-Höhle im Lonetal bei Ulm, mittlerweile zum Unesco-Welterbe gehört.

Das „Edwin Scharff Museum“ mit Kindermuseum oder das kulturgeschichtlich ausgerichtete „Museum Brot und Kunst“ sowie das Donauschwäbische Zentralmuseum sind weitere wichtige Anziehungspunkte für Kultur-Besucher. Und allemal lohnt sich ein Blick in die Programme des Theaters Ulm, des in alten Industriehallen untergebrachten Roxy sowie der diversen Kleintheaterbühnen.Die boomende Zweiland- ist gleichzeitig auch Kulturstadt. Das zeigt sich vor allem in den eindrucksvollen Museen, Sammlungen und Theatern. Im Museum Ulm beispielsweise wird ein weiterer weiter Bogen von der Gegenwart bis zur reichsstädtischen Historie geschlagen, ja mit dem vor 40 000 Jahren von Steinzeitjägern aus Mammutelfenbein geschnitzten „Löwenmenschen“ sogar weit zurück bis in die Prähistorie. Längst noch nicht alle Rätsel dieser Mensch-Tier-Figur sind gelöst, sicher ist aber, das diese Statuette die älteste ihrer Art auf der Welt ist und ihr Fundort, die Stadel-Höhle im Lonetal bei Ulm, mittlerweile zum Unesco-Welterbe gehört.

Das „Edwin Scharff Museum“ mit Kindermuseum oder das kulturgeschichtlich ausgerichtete „Museum Brot und Kunst“ sowie das Donauschwäbische Zentralmuseum sind weitere wichtige Anziehungspunkte für Kultur-Besucher. Und allemal lohnt sich ein Blick in die Programme des Theaters Ulm, des in alten Industriehallen untergebrachten Roxy sowie der diversen Kleintheaterbühnen.   

Das Ulmer Münster mit dem höchsten Kirchturm der Welt. Foto: Reinhold Mayer
Das Ulmer Münster mit dem höchsten Kirchturm der Welt. Foto: Reinhold Mayer

Bereits im Mittelalter rangen die Zünfte den Patriziern Mitbestimmungsrechte ab – festgehalten im „Schwörbrief“. Von diesem führt eine direkte Verbindungslinie zum Schwörmontag, dem jährlich Mitte Juli gefeierten Stadtfest mit dem karnevalesken Wasserfestzug „Nabada“ auf der Donau. Feuern Sie die Teilnehmer mit an – „Ulmer Spatza, Wasserratza!“, so der bekannte lokale Schlachtruf.

Bei diesem Fest zeigt sich die Zweilandstadt von ihrer ausgelassenen Seite. Ebenso beim „Ulmer Zelt“, dem großen Musik-, Comedy- und Theater-Festival, das als lokale Institutionen längst überregionale Ausstrahlung hat. Alle zwei Jahre, so auch 2020 wieder, verwandelt das „Internationale Donaufest“ die beiden Donauufer in eine große Freilicht-Bühne, in der Folklore und Avantgarde sowie Schmankerl aus heimischen und den Ländern entlang der Donau Neugierden wecken.

Besinnlich, schräg und barock

Aber die Zweilandstadt kann auch anders. Besinnlich nämlich, wie bei den Weihnachtsmärkten. Oder schräg – dafür steht das „Schiefe Haus“, das laut Guinness-Buch der Rekorde schiefste Hotel der Welt. Und auch barock – vortrefflich demonstriert in Wiblingen im ehemaligen Prämonstratenser-Kloster und dem dortigen Museum im Konventbau und dem Rokoko-Bibliothekssaal, einem wahren Kleinod.

Zurück in die Innenstädte der Zweilandstadt: Wohl sortiert ist das breit aufgestellte Shopping-Angebot. Die Palette der Einkaufsmöglichkeiten ist groß. Das Angebot reicht von den vielen Inhaber geführten Fachgeschäften bis hin zu den Jumbos des Handels, die es in den Zentren ebenso gibt wie in den großen Shopping-Malls der beiden Städten.

Gläserne Bibliothek und kulinarische Genüsse

Bleibt nun die Frage, wann Sie diese tolle Bühne betreten? Wann schlendern Sie über die aus einer Verkehrsschneise auferstandenen Neuen Mitte zum historischen Rathaus und von dort rüber zur gläsernen Stadtbibliothek? Wann testen Sie die tollen Freizeitmöglichkeiten? Kart-Bahn Ecodrom, Trampolinhalle, Donaubad, DAV-Kletterwelt, Ulmer Tiergarten oder der auf der Donau schippernden „MS Ulmer Spatz“ sind nur einige davon.

Die UlmCard hat für Besucher der Stadt viele Vorteile. Foto: S. Braunwarth
Die UlmCard hat für Besucher der Stadt viele Vorteile. Foto: S. Braunwarth

Ach ja, und um Ihr leibliches Wohl müssen Sie sich auch nicht sorgen. Das gastronomische Angebot ist reichhaltig: mal schwäbisch, mal bayerisch, mal international, und immer lecker. Und wenn Sie dann am Ende des Tages müde sind, legen Sie Ihr Haupt doch einfach auf eines der Kissen der vielen lokalen Übernachtungsstätten – das Angebot reicht von First-Class-Hotels bis zu familiären Pensionen – und träumen Sie vom nächsten Tag in der Zweilandstadt.

SERVICE

INFORMATIONEN
Wir, die Tourist-Information Ulm/Neu-Ulm, sind die erste Adresse, wenn Sie Auskünfte und touristische Tipps zur Zweilandstadt an der Donau haben möchten: ob Sie eine Unterkunft suchen, an einer Stadtführung teilnehmen möchten, Souvenirs kaufen oder auf der Suche nach einem Restaurant o der Café sind. Wir helfen Ihnen gerne–kompetent und umfassend.

Oder besuchen Sie uns auf unseren Webseiten, auf Instagram oder auf facebook.

www.zweilandstadt.de
www.tourismus.ulm.de
#zweilandstadt

Öffnungszeiten:
Mo-Fr 9.30 - 18 Uhr
Sa 9.30 - 16 Uhr
So 11 - 15 Uhr ( nur von April bis Dezember)

ULMCARD

ULMCARD
Mit der UlmCard erleben Sie die Zweilandstadt preiswert. Alle enthaltenen Leistungen sind während Ihres Besuchs kostenfrei. Besonders interessant: Sie haben freie Fahrt in Bussen und Straßenbahnen in beiden Stadtgebieten, besteigen den höchsten Kirchturm der Welt ohne zusätzliche Kosten, nehmen kostenfrei an einer Stadtführung teil, genießen freien Eintritt in acht Museen und einige Restaurants und Café bieten Gratis-Schmankerl.