Ostbelgien – eine Landschaft, zum Verlieben schön

Unterwegs:Ostbelgien – eine Landschaft, zum Verlieben schön

Die Region zwischen Eifel und Ardennen begeistert vor allem Outdoor-Fans.

Echtes Wetter, echte Pfützen, echte Wälder. Willkommen in Ostbelgien. An der Schnittstelle zwischen Eifel und Ardennen finden Outdoor-Begeisterte, wovon sie träumen. Schmale, naturbelassene Pfade, Wiesenwege im Feeling „Querfeldein“ und Stege, die bis zum Horizont reichen. 

Kraftvoll, lebendig und inspirierend 

Wälder und Wiesen prägen das Landschaftsbild des Nordens, sowie die Flüsse Hill und Weser. Im Vennvorland erhebt sich majestätisch der Hertogenwald. Er gilt als größtes zusammenhängendes Waldstück Belgiens und umschließt den drittgrößten Trinkwasserspeicher des Landes, die Eupener Wesertalsperre. Im Süden Ostbelgiens verbindet das Warchetal die Seen von Bütgenbach und Robertville und die Flüsse Amel und Our schlängeln sich durch ihre gleichnamigen Täler. 

Das Hohe Venn ist die gefühlte Mitte. Hier liegt nicht nur der höchste Punkt Ostbelgiens, sonderndes gesamten Königreichs. 694 Meter ragt das Signal de Botrange empor und offenbart eine Landschaft, die die Blicke bis zum Horizont zieht. Das 5000 Hektar große Naturreservat „Hohes Venn“ verzaubert mit seinem urzeitlichen Flair. Das Moor ist ein riesiger Wasserspeicher mit einer ganz eigenen Flora und Fauna und gilt als eine der letzten Hochmoorlandschaften Europas.

Ohne Stege wäre das Hohe Venn kaum begehbar. Unzählige Flüsse und Bäche entspringen in dieser regenreichen Moorlandschaft. Foto: Lex van den Bosch
Ohne Stege wäre das Hohe Venn kaum begehbar. Unzählige Flüsse und Bäche entspringen in dieser regenreichen Moorlandschaft. Foto: Lex van den Bosch

Neue Schilder für eine gute Orientierung

Knapp 1400 Kilometer misst das Wanderwegenetz Ostbelgiens, das momentan von einer umfangreichen Neubeschilderung profitiert. Nach flämischem Vorbild wurden Knotenpunkte eingeführt. Das Prinzip ist einfach. Dort, wo sich zwei oder mehr Wanderwege treffen, wurde ein Kreuzungspunkt (= Knotenpunkt) mit einer Zahl versehen.

Zwischenwegweiser dienen der Orientierung zwischen den Knotenpunkten. Sie weisen die Richtung zum nächsten Knotenpunkt. Im Süden Ostbelgiens wurden bereits 900 Kilometer Wegenetz mit etwa 5000 neuen Schildern bestückt. Bis Ende des Jahres werden weitere 3000 Schilder im Norden folgen.

Neben einer stark vereinfachten Orientierung bietet das neue Beschilderungssystem einen weiteren entscheidenden Vorteil. Anstatt sich durch vordefinierte Wanderwege beschränken zu lassen, erlauben die Knotenpunkte eine individuellere Planung, die den eigenen Bedürfnissen hinsichtlich Länge und Schwierigkeitsgrad, Strecke oder Rundwanderung gerecht wird.

Wiesenwege im Feeling „Querfeldein“, beispielsweise in Kelmis. Foto: ostbelgien.eu/Dominik Ketz
Wiesenwege im Feeling „Querfeldein“, beispielsweise in Kelmis. Foto: ostbelgien.eu/Dominik Ketz

Praktisches Instrument, intuitive Bedienung

Ein praktisches Instrument zur Planung stellt der digitale Routenplaner „Go Ostbelgien“ dar, der unter http://go.ostbelgien.eu verwendet werden kann. Er enthält bereits seit geraumer Zeit das gesamte Knotenpunktsystem Ostbelgiens und wird regelmäßig aktualisiert. Hier können die Knotenpunkte angewählt und miteinander verbunden werden, so dass Routen entstehen.

Das System errechnet die Länge der ausgewählten Strecke und erlaubt intuitive Anpassungen. Ist der Nutzer mit seiner Auswahl zufrieden, findet er unter „Herunterladen, drucken oder teilen“, verschiedene Möglichkeiten der Weiterbearbeitung.

So können Karten ausgedruckt werden oder in Verbindung mit der kostenlosen „Go Eastbelgium“ App ans Handy geschickt werden, wodurch sie auch als offline-Karte unterwegs verwendbar sind.

Der See von Robertville speist die Stadt Malmedy mit Trinkwasser. Baden ist in einem speziell dafür vorgesehenen Bereich während des Sommers möglich. Foto: RSI Robertville
Der See von Robertville speist die Stadt Malmedy mit Trinkwasser. Baden ist in einem speziell dafür vorgesehenen Bereich während des Sommers möglich. Foto: RSI Robertville

Der Längste der Region

Wer lieber bewährte Strecken erkunden möchte, wird sicherlich im Fernwanderwegenetz fündig, das sich schleifenförmig durch Ostbelgien windet. Fünf verschiedene Fernwanderwege treffen hier aufeinander. Auf gut 280 Kilometer erschließt beispielsweise der GR 56 als längster Fernwanderweg der Region den größten Teil Ostbelgiens. Er führt durchs Hohe Venn und die belgische Eifel.

Entlang der Warche und der Stauseen von Bütgenbach und Robertville folgt er der Our und dem Bayehon, der Trôs-Marêts und zahlreichen weiteren Flüssen und Bächen. Unterwegs schlängelt er sich durch kleine Städte und Dörfer, vorbei an Häusern, Kirchen und Kapellen und sogar an mittelalterlichen Burgen, wie Burg Reinhardstein bei Ovifat oder der Ruine von Reuland im Süden Ostbelgiens.

Frühlingsbeginn in Ostbelgien: ein Meer aus wilden Narzissen. Foto: ostbelgien.eu
Frühlingsbeginn in Ostbelgien: ein Meer aus wilden Narzissen. Foto: ostbelgien.eu

Besondere Blütenpracht zu Ostern

In den ostbelgischen Naturschutzgebieten und Feuchtwiesen erblühen jedes Jahr im Frühjahr hunderttausende wildwachsende Narzissen. Es ist eines der letzten und vor allem größten Vorkommen in Mitteleuropa. Das Naturwunder dauert nur wenige Wochen und ist stark vom Klima abhängig. Dieses Jahr fällt es voraussichtlich auf Ostern. Bewundert werden kann die Blütenpracht zum Beispiel im Warchetal, auf der Höhe von Nidrum, zwischen den Wanderknotenpunkten 29 und 23. Diese beiden Knotenpunkte sind auch Teil der GR 56 Etappe Malmedy – Bütgenbach (siehe Tourentipp).

Burg Reinhardstein im Warchetal: Hinter diesen Mauern verbirgt sich eine stattliche Sammlung an Möbeln, Waffen und Wandteppichen. Foto: Pierre Pauquet
Burg Reinhardstein im Warchetal: Hinter diesen Mauern verbirgt sich eine stattliche Sammlung an Möbeln, Waffen und Wandteppichen. Foto: Pierre Pauquet

Verköstigungen inklusive

Nahe des Weges erwarten den Wanderer spannende ostbelgische Ausflugsziele. So locken die Bierbrauereien in Bellevaux und Ovifat mit Besichtigungen und Verköstigungen. In Montenau erfährt,wer möchte, wie der berühmte Montenauer Schinken hergestellt wird. Es gibt mittelalterliche Burgen, Kirchen und Kapellen, Badestrände und Museen zu entdecken und eine besondere Art der Fortbewegung auf Schienen können Besucher in Leykaul testen: per Railbike durch das Hohe Venn.

SERVICE

TOURENTIPP
Die spannendste Etappe des GR 56 von Malmedy nach Bütgenbach (22,8 km): Ein spannendes Auf und Ab erwartet den trittsicheren Wanderer, der hier auf teils schmalen Pfaden unterwegs ist. Entlang von Höhenzügen eröffnen sich überraschende Einblicke in Schluchten und Täler, wie das Warchetal. Es geht vorbei an Burg Reinhardstein und an einem schmalen Wasserfall, der je nach Witterung als höchster Belgiens betitelt wird. Der Weg führt am Ufer des Sees von Robertville entlang und folgt der Warche bis zu einem weiteren See, dem See von Bütgenbach.

Lust auf mehr? Wie wäre es mit einer mehrtägigen Wanderreise inklusive Gepäcktransport? Wir beraten Sie gern.

INFORMATIONEN
Tourismusagentur Ostbelgien
Telefon 0032/80/227664
E-Mail: info@ostbelgien.eu
www.ostbelgien.eu