Herbstliches Emsland: Aktiv in der buntesten Jahreszeit

Unterwegs

Herbstliches Emsland: Aktiv in der buntesten Jahreszeit

Entspanntes Radeln in farbenfroher Natur

Die erste Etappe der Emsland-Route führt nach Papenburg. Foto: Emsland Tourismus GmbH / Schöning Fotodesign

Nach einem schönen Sommer mit warmen Sonnentagen folgt der goldene Herbst – die Jahreszeit, in der die Natur sich in einer bezaubernden Farbenpracht präsentiert. Mild und erfrischend sind die Tage und laden Aktivfreunde ein, das Emsland entspannt per Rad zu erkunden. Es lohnt sich!

Radfahrer können Herbstsonne und Natur aktiv genießen, kulturelle Schätze entdecken, Geschichte erleben, am Wasser und im Grünen entschleunigen und sich einen Hauch maritime Atmosphäre um die Nase wehen lassen. Die Region im Nordwesten Deutschlands hat ein vorbildlich ausgebautes Radwegenetz mit lückenloser Beschilderung.

Die Emsland-Route führt auf 400 erlebnisreichen Kilometern einmal rund durch die Region und vereint alle Highlights. Sie steuert Radler durch beide Naturparke und verbindet entlang der Ems die Städte, geleitet sie zu Schlössern und Herrensitzen, vorbei an Mühlen und Großsteingräbern. Zwischendurch geht es durch Moore, Heide, Wiesen und Wälder und natürlich immer am Wasser entlang – vorbei an Flüssen, Kanälen und Seen. Hofcafés und Gaststätten laden zur Einkehr ein.

Fünf oder sieben Etappen – je nachdem in welchem Tempo der Rundkurs „erfahren“ wird – eine Urlaubswoche mit spannenden Eindrücken ist in jedem Fall „eine runde Sache“.

1. Etappe: Meppen – Papenburg (68 km): Nah am Wasser entlang

Schon am Startpunkt in Meppen ist „Wasser“ Programm - hier treffen die Flüsse Hase und Radde, Ems und Dortmund-Ems-Kanal zusammen. Wir überlegen kurz, an welcher Wasserstraße wir uns befinden? Die fröhliche und moderne Kreisstadt ist anheimelnd und gemütlich. In Richtung Haren durchqueren wir das „Borkener Paradies“, das seinem Namen durch die landschaftlichen Reize alle Ehre macht.

Haren, das Zuhause vieler Reeder und Schiffer, ist der drittgrößte Reedereistandtort in Deutschland. Schiffe dienen als Museum auf dem Wasser und dokumentieren Harens Schifffahrtsgeschichte.

Schon von weitem sehen wir die Segelflügel – die Mühlen des Emslandes sind charakteristisch für das Landschaftsbild – die Hilter Mühle begegnet uns als erste. Der Erdholländer mit Steert und Segelflügeln thront auf einer kleinen Anhöhe.

Nach der Schleusenbrücke geht es am rechten Emsufer weiter nach Lathen. Kappellenmoor oder Puppenmuseum? Ein Abstecher in den kleinen Ort Niederlangen ist in jedem Fall eindrucksvoll. Ebenso wie der Radweg durch Steinbild und den hübsch gelegenen Marina Park Emstal in Walchum, ein Domizil vieler Freizeitskipper. 10 Minuten entfernt steht die 1.000-jährige Linde mit einem Stammumfang von mehr als 18 Metern - der dickste vollholzige Baum Deutschlands.

Die Emsauen im nördlichen Emstal sind bei Naturliebhabern bekannt als Zufluchtsort für seltene Vögel und Tierarten. In Papenburg, dem südlichsten Seehafen Deutschlands, staunen wir über die älteste und längste Fehnkolonie. Die Van-Velen-Anlage erzählt Geschichten der Moorkolonisten und die weltweit bekannte Meyer Werft gewährt Einblicke in die riesigen Baudocks.

2. Etappe: Papenburg – Haselünne (69 km): Steinalt und steinreich – die Wege auf dem Hümmling

Durch Surwolds Wald in Richtung Sögel führt der Weg vorbei an zahlreichen frühsteinzeitlichen Großsteingräbern.

Nun sind es die Segel der Hüvener Mühle, Wind- und Wassermühle aus dem 18. Jahrhundert, die in den Himmel ragen. Ein kultureller Schatz ist das barocke Jagdschloss Clemenswerth in Sögel, weltweit bekannt durch die einzigartige sternförmige Anlage, einst Urlaubsort des Clemens August mit Gefolge.

Eingebettet in das Tal des Flüsschens Hase taucht Haselünne auf, die älteste Stadt des Emslandes und bekannt für seine traditionellen Kornbrennereien. Klein und beschaulich, aber auch lebendig und modern – diesen Eindruck nehmen wir mit.

3. Etappe: Haselünne – Spelle (64 km): Naturgenuss pur

Ab Haselünne radeln wir entlang des Wacholderhains. Das 30 Hektar große Naturschutzgebiet erstreckt sich bis ans Hase-Ufer – dem Zuhause von Bibern und Eisvögeln. Beeindruckend sind die Landschaftsbilder des Naturschutzgebietes Hahnenmoor.

Bis nach Lengerich tauchen Fachwerkhäuser zwischen unberührter Natur auf – es wirkt alles ein wenig verschlafen. Wir staunen: Ramings Mühle aus dem Jahr 1550 ist noch funktionstüchtig. Schwarzbrot und Schwarzbrottorte sind legendär. Über Freren steuern wir Spelle an, Ursprungsort der Krone Gruppe. Das Unternehmen gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Landtechnik und Nutzfahrzeugen und blickt in seinem liebevoll gestalteten Krone Museum auf eine spannende Unternehmensgeschichte zurück.

4. Etappe: Spelle – Lingen (63 km): Natur & Technik

Über Rheine und Salzbergen führt der Rundkurs aus dem südlichsten Teil zurück in nördliche Richtung und erreicht Emsbüren. An den Steilufern des mäandrierenden Flusses sind seltene Vögel zu Hause. Das Feuerwehrmuseum in Salzbergen ist für Techniker ein Muss. Ebenfalls technisch, aber auch bunt und imposant sind die Einblicke in die riesigen Gewächshäuser des größten Erzeugers von Beet- und Balkonblumen in Europa – dem Erlebnispark Emsflower.

An der Schleuse Gleesen überqueren wir den Dortmund-Ems-Kanal und erreichen anschließend das Erholungsgebiet Hanekenfähr. Danach vereinigen sich Große Aa, Ems und Dortmund-Ems-Kanal und teilen sich das Bett für ein Stück des Weges. Und nach der Trennung rauscht die Ems über ein Stauwehr in die Tiefe.

In Lingen angekommen, der größten Stadt des Emslandes, bieten stolze Bürgerhäuser den Rahmen für Straßencafés, Restaurants und Shoppingmöglichkeiten. Das kulturelle Angebot reicht von Museen der Festungsstadt bis hin zu Theater-, Messe- und Veranstaltungszentren.

5. Etappe: Lingen – Meppen (36 km): Naturerlebnis

Im Sommer ist die verhältnismäßig kurze Etappe zum 180 Hektar großen Speicherbecken Geeste zum Badevergnügen empfehlenswert bevor Meppen angesteuert wird. Jetzt im Herbst ist das Naturschauspiel auf den Wegen des Naturpark Bourtanger Moor (Etappenorte: Groß Hesepe-Twist-Bargerveen-Meppen) der richtige Weg, um das Farbenspiel der Natur im Herbst zu erleben.

Gelenkt werden wir per Fahrradknotenpunktsystem – ein System, das uns begeistert.

SERVICE

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Wie funktioniert das Knotenpunktnetz?

Dort, wo mindestens drei Wege aufeinandertreffen steht eine Infotafel. Sowohl Standort als auch die Entfernungen zu den nächsten Knotenpunkten sind in einer Übersichtskarte markiert. Zusätzlich ist der Knotenpunkt als Schild mit Einschubschildern für die nächsten Knotenpunkte und Zielwegweiser ausgestattet.

Das „Radeln nach Zahlen“ ist im Naturpark Bourtanger Moor beliebt. Emslandweit erfolgt zurzeit der Ausbau zu einem Fahrradknotennetz von Nord nach Süd. Neben ca. 50 Tourenvorschlägen sind spontane Ausflüge möglich.

Den Gepäckservice übernimmt das „Emsland-Koffer-Taxi“. Abkürzungen sind möglich dank des „Emsland RADexpress“, der während der Radsaison entlang beliebter Strecken verkehrt. Fahrradfreundliche Betriebe mit Rundum-Sorglos-Paketen wie Fahrradgaragen, E-Bike-Ladestationen, Kartenmaterial etc. runden den Service ab.

Informationen

Emsland Tourismus GmbH
Ordeniederung 1
49716 Meppen
Telefon 05931/92 509 00
www.emsland.com