Berlin: Wo Natur, Kultur und Geschichte beste Nachbarn sind

Unterwegs:Berlin: Wo Natur, Kultur und Geschichte beste Nachbarn sind

Berlin: Wo Natur, Kultur und Geschichte beste Nachbarn sind

Morgens beim Paddeln auf der Havel die Ruhe und das Grün genießen, nachmittags den Bildungshunger auf der Museumsinsel stillen und abends unter freiem Himmel kleine Kulturveranstaltungen erleben. Das Ganze bevorzugt per Rad erfahren und mit dem typische Berliner Kiezleben krönen. Hört sich anstrengend an? Ist es aber nicht, da in kaum einer anderer Metropole Kultur und Natur so „grün“ miteinander verwoben sind wie in Berlin. Flüsse, Seen, Parks und Wäldern ziehen sich wie grüne und blaue Bänder durch die Stadt und sind oft das verbindende Element zwischen den Kiezen, die mit ihren unverwechselbaren Charakteren das besondere Lebensgefühl der deutschen Hauptstadt ausmachen.

Grün und blau in Zahlen

Das hätten Sie gerne mit Fakten belegt? Kein Problem: An den Straßen der Stadt stehen rund 430 000 Bäume und mehr als 2500 Gärten und Parks bieten reichlich Räume zur Erholung.

Stand up Paddling wird in Berlin immer beliebter. Foto: visitBerlin/Sarah Lindemann
Stand up Paddling wird in Berlin immer beliebter. Foto: visitBerlin/Sarah Lindemann

Knapp 44 Prozent des Stadtgebietes besteht aus Grünflächen, das sind rund 53 000 Hektar. Zum Vergleich: Die Stadt Köln hat eine Größe von etwa 40 000 Hektar. Gewässer prägen das Bild der Stadt, sie bedecken mehr als 53 Quadratkilometer, das ist in etwa so viel wie Mitte, Friedrichshain und Kreuzberg zusammen. Und wildes Nachtleben mal anders: Rund 1500 Füchse schleichen morgens und abends durch die Dämmerung – höflich unbeeindruckt vom menschlichen Treiben.

Natur- und Kulturlandschaft in den Bezirken

Nur einen Katzensprung vom Ku´damm entfernt liegt der Grunewald in Charlottenburg, er ist mit einer Fläche von 3100 Hektar der größte Stadtwald in ganz Deutschland.

Der Kolonnadenhof auf der Museumsinsel Berlin ist ein an drei Seiten von Säulengängen umschlossenes Freigelände. Foto: visitBerlin/Wolfgang Scholvien
Der Kolonnadenhof auf der Museumsinsel Berlin ist ein an drei Seiten von Säulengängen umschlossenes Freigelände. Foto: visitBerlin/Wolfgang Scholvien

Auch weniger bekannte Bezirke lohnen einen Ausflug: Durch das Tegeler Fließ in Reinickendorf zieht sich ein mehr als 120 Quadratkilometer großes System aus Bächen und Mooren, gemütlich kauende Wasserbüffel halten hier das Gras auf den Wiesen kurz.

In Marzahn bilden die Gärten der Welt auf 43 Hektar den Stil ferner Länder ab und Britz lockt mit einem Schloss aus dem 18. Jahrhundert, umgeben von einem eleganten Park.

In Spandau wird der Gutspark Groß Glienicke von den nostalgischen Ruinen eines alten Adelssitzes geprägt, Steglitz-Zehlendorf überrascht mit einem 1000 Meter langen Strand des Strandbades Wannsee und einen besonders verträumten Ort gibt es in Schöneberg: Der Naturpark Südgelände ist ein zugewachsener alter Rangierbahnhof, der zum Erkunden und Entspannen einlädt.

Aktiv durch den Großstadtdschungel

Doch die schönste Kulisse ist die Natur in Berlin selbst: Backstage Tourism bietet Kanutouren an lauschige Plätzen entlang der Spree, beim Stand Up Paddling bringen mehrere Anbieter Sie sicher aufs Brett – beliebt sind Touren auf dem Müggelsee in Treptow-Köpenick oder rund um den Molecule Man in Friedrichshain.

Der Müggelsee in Köpenick. Foto: visitBerlin/Dagmar Schwelle
Der Müggelsee in Köpenick. Foto: visitBerlin/Dagmar Schwelle

Viele Wanderwege führen von der Innenstadt bis nach Brandenburg durch malerische Landschaften wie das Wuhletal in Marzahn-Hellersdorf oder den waldreichen Saum entlang der Panke im Bezirk Pankow.

Unterwegs mit dem Rad oder dem Elektroboot

Lieber ein Fahrrad mieten und den Radius erweitern? Geht ganz einfach: Auf dem visitBerlin Blog wurden die schönsten Radtouren mit radlerfreundlichen Unterkünften wie dem Flottwell Berlin Hotel & Residenz für Sie zusammengestellt. Oder möchten Sie doch eher entspannt mit der Kraft der Sonne über die Spree gleiten? Solarwaterworld vermietet im Osthafen solarbetriebene Elektroboote für Gruppen ab zwei Personen.

Grün und regional kochen

Die Natur gibt den Menschen in Berlin so viel: Klares Wasser. Saubere Luft! Knackiges Gemüse. Ja, auch das, denn Urban Gardening wird immer beliebter – vom Mörchenpark in Friedrichshain bis zum Almende-Kontor in Neukölln.

Der Havelradweg sorgt für ein entspanntes Erlebnis fernab der Stadt. Foto: visitBerlin/Dagmar Schwelle
Der Havelradweg sorgt für ein entspanntes Erlebnis fernab der Stadt. Foto: visitBerlin/Dagmar Schwelle

Auch Kräuter, Honig und Fische stammen in vielen Berliner Restaurants aus der eigenen Stadt; die Hafenküche Rummelsburg im Bezirk Lichtenberg verwandelt regionale Lebensmittel in erstklassige Köstlichkeiten, das Restaurant Good Bank in Mitte baut Salat und Gemüse direkt im Restaurant an, und beim Zero-Waste-Restaurant Frea in der Torstraße werden Reste täglich als Kompost zu den Bauernhöfen zurückgebracht.

Mehr Informationen unter:
https://www.visitberlin.de/berlin-auch-das

Viele aktuelle Tipps zu Ausflügen mit dem Rad, geöffneten Museen und Kultureinrichtungen sowie Gastro- und Wochenendtipps gibt es hier:
https://www.visitBerlin.de/blog

Haben Sie gewusst...

... dass Berlin die einzige europäische Stadt ist, die mehr Museen als Regentage hat? Regentage gibt es im Durchschnitt 99 pro Jahr, Museen mehr als 175.

... dass in Berlin der größte chinesische Garten Europas liegt? Er ist Teil des Erholungsparks Marzahn mit seinem Ensemble von zehn „Gärten der Welt“. Im japanischen Garten können Besucher auch an einer Teezeremonie teilnehmen. Zudem sind ein balinesischer, ein koreanischer und ein orientalischer Garten sowie ein italienischer Renaissance-Garten, ein Staudengarten, ein christlicher Garten, ein englischer Landschaftsgarten und ein Irrgarten angelegt.

... dass der höchste Baum Berlins eine Europäische Lärche ist, die 1795 im Tegeler Forst gepflanzt wurde? Sie hat bislang eine Höhe von 45 Metern erreicht. Der älteste Baum steht ebenfalls in Tegel, eine 900 Jahre alte Stieleiche. Sie ist 26 Meter hoch, der Umfang des Stammes beträgt 6,65 Meter. Den Namen „Dicke Marie“ sollen ihr Alexander und Wilhelm von Humboldt verpasst haben.

... dass der größte See der Stadt der Große Müggelsee mit einer Oberflächenausdehnung von fast 7,4 Quadratkilometern ist? Der kleinste See, der Pechsee im Grunewald, bedeckt hingegen nur 3000 Quadratmeter.