Die Seele baumeln lassen

Unterwegs:Die Seele baumeln lassen

Sylt kommt nie aus der Mode: Egal, zu welcher Jahreszeit, die größte nordfriesische Insel hat immer ihren Reiz.

Plötzlich überfällt einen diese Sehnsucht nach „der Insel“. Dann muss man raus – an die Nordsee nach Sylt. Schon über den Hindenburgdamm fahrend versinkt der Alltag links und rechts im Wattenmeer – immer Sonne, Strand und Dünen entgegen. Für die Liebhaber der größten Nordfriesischen Insel ist „die Königin der Nordsee“ der Sehnsuchts-Ort schlechthin: endloser Strand, tosende Wellen und brausender Wind. Jetzt erstmal ganz tief Luft holen.

Von den Dünen weht der betörende Duft der Dünenrose herüber und paart sich mit der salzigen, klaren Luft. Sofort ist jeder Stress vergessen. Endlich wird man wieder gründlich durchgepustet – auf Sylt ist die Entschleunigung garantiert.

Wer nach Sylt kommt, sucht in erster Linie Abstand vom Alltag und will einfach die Seele baumeln lassen. Das geht hier prima, denn Sylt hat wunderschöne breite Strände und eine faszinierende Dünenlandschaft sowie auf der östlichen Seite auch noch das Wattenmeer zu bieten.

Den Strand bei Kampen ohne Touristenmassen genießen.
Den Strand bei Kampen ohne Touristenmassen genießen.

Der nördlichste Zipfel Deutschlands

Bekannt ist die Insel vor allem durch die touristischen Orte Wenningstedt, Westerland und das glamouröse Kampen sowie für den rund 40 Kilometer langen Weststrand und den Ellenbogen – den nördlichsten Zipfel Deutschlands. Seit den 1920er-Jahren ist die Sylt über den Hindenburgdamm mit dem Festland verbunden. Daher ist die Anreise mit dem Zug oder Autozug bis Westerland am einfachsten. Der Flughafen Westerland wird zudem von vielen deutschen Flughäfen angeflogen.

Auf Sylt trifft „Schick auf Natur“ – was den besonderen Charme der Insel ausmacht. Denn nach langen Spaziergängen am Meer, vorbei am berühmten Roten Kliff, oder nach ausgiebigen Radtouren durch die Dünen, kann, wer möchte, durch Nobelboutiquen flanieren, sich ein Fischbrötchen auf der Westerländer Strandpromenade schmecken lassen oder ein Glas Champagner in der Sansibar genießen, während die Sonne langsam im Meer versinkt.

Aber die Insel ist eben nicht nur ein Ort der Reichen und Schönen, sondern auch ein Mekka für Naturliebhaber. Es gibt viele Strandbars und andere Lokalitäten mit normalen Preisen. Ein Muss ist ein Besuch der Kupferkanne in Kampen zu Kaffee und Kuchen.

Neben dem malerischen Ambiente, kann man am Watt wandern oder Radfahren. Auch ein Besuch der Ellenbogenspitze ist für Sylt-Urlauber obligatorisch. Hier gibt es nichts als pure Natur. Das letzte Teilstück ist im Privatbesitz. Wer hier mit dem Auto reinfahren will, muss Maut bezahlen. Fußgänger können kostenlos passieren.

Noch eine Sache macht Sylt einzigartig: Hier ist die einzige deutsche Auster zu Hause – die Sylter Royal. Gästeführer Rolf Paulsen zeigt auf einer Wattwanderung nicht nur viel über die Bewohner des Naturschutzgebietes, sondern auch wie diese Austern kultiviert werden. Zusammen mit Bine Pöhner von der Dittmeyer‘s Austern-Compagnie wandert man in hohen Stiefeln bei Ebbe raus ins Wattenmeer und kann die Austernbänke aus der Nähe betrachten. In Säcken liegend reifen die Austern zwei Jahre vor sich hin, bis sie ihre Verkaufsgröße erreichen.

Aber probieren geht bekanntermaßen über studieren: „Die meisten machen beim Austern essen einen großen Fehler“, sagt Bine Pöhner. „Sie schlucken das Austernfleisch zu schnell hinunter. Es muss aber ein paar Minuten im Mund behalten werden und richtig darauf gekaut werden, erst dann entfaltet sich die wahre Geschmacksvielfalt.“

Danach kann man noch eine Runde entlang der historischen Kapitänshäuser in Keitum drehen oder mit dem E-Bike, das man sich im überall leihen kann, zur Südspitze der Insel nach Hörnum radeln, mit Shopping-Zwischenstopp in Westerland.

In Geschäften und in öffentlichen Verkehrsmitten ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Die Gemeinde Sylt bittet zudem darum, diese auch in der Westerländer Fußgängerzone anzulegen, falls der Abstand nicht einhaltbar ist – die Strandpromenade fällt aber nicht darunter. Von Antonia Kasparek

SERVICE

Insel: Sylt ist die größte Nordfriesische Insel. Sie erstreckt sich über 38 Kilometer in Nord-Süd-Richtung vor der Nordseeküste Schleswig-Holsteins und Dänemarks. Im Norden, am Königshafen bei List auf Sylt, ist sie nur etwa 320 Meter breit. An ihrer breitesten Stelle, von Westerland im Westen bis zur Nössespitze bei Morsum im Osten, misst sie 12,6 Kilometer. Die Form der Insel ist fortgesetzten Veränderungen unterworfen. Wegen ihrer exponierten Lage in der Nordsee kommt es zu kontinuierlichen Landverlusten bei Sturmfluten.

Anreise: Mit der Bahn, dem Flugzeug oder mit dem Auto. Eine Überfahrt vom Festland nach Sylt ist mit der Fähre vom dänischen Havneby/Rømø nach List auf Sylt oder per Autoreisezug von Niebüll nach Westerland möglich. Bis zum 2. November fährt darüber hinaus am Wochenende mit dem Alpen-Sylt-Nachtexpress möglich. Man reist im eigenen Abteil, in dem man keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen muss über Nacht von Salzburg bis nach Westerland auf Sylt. Zustiege sind in Freilassing, Traunstein, Prien am Chiemsee, Rosenheim, München-Pasing, Augsburg, Donauwörth, Nürnberg, Würzburg, Aschaffenburg und Frankfurt/Main-Süd möglich.
www.nachtexpress.de

Hoteltipp: Mitten in Westerland liegt das exklusive Traditionshaus Hotel Stadt Hamburg:
https://hotelstadthamburg.com/de/home
www.sylt.de