Heide, Wald und Wellness

Unterwegs:Heide, Wald und Wellness

Wandern und die Kraft der Bäume.

Einzelne Birken mit weißen Stämmen ragen empor, Büsche und Kiefern stehen wie zufällig hingestreut in der Landschaft. Die Lüneburger Heide fasziniert als Wander- und Radfahrgebiet nicht nur von August bis Anfang September, wenn sie in voller, lila Blüte steht. Ganzjährig ist das Naturschutzgebiet ein beliebtes Ziel – vor allem im Herbst lockt sie alle, die in der Natur aktiv sein wollen. Denn die Heide ist keineswegs eine weite Ebene, sondern mit ihrem leicht hügeligen Profil durchaus ein anspruchsvolles Gebiet. 

Wandern auf den Spuren der Eiszeit

Wer im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide unterwegs ist, hat 23440 Hektar zum Wandern, Radfahren oder Reiten. Kutscher bieten Rundfahrten durch die in Europa einzigartige Landschaft an, die einst durch Eiszeiten und Gletscher geschaffen wurde. Steine und größere Felsen finden sich überall in der Gegend und sind Zeugnisse dieser kalten Vergangenheit. Auch der immerhin 169 Meter hohe Wilseder Berg entstand aus einem Geröllstau der schmelzenden Gletscher – er ist heute ein beliebtes Ausflugsziel. Wer an sonnigen Wochenenden dorthin wandert, ist nicht allein: Zahlreiche Wanderer und Radfahrer nutzen die gut markierten und befestigten Wege, um die Aussicht von der höchsten Erhebung des Gebiets zu genießen. Doch die ist kaum besser als während der gesamten Tour von Undeloh nach Wilsede.   

Meditationstrainerin Lonny Andersen bei der Wald-Wellness. Foto: Daniela Kebel
Meditationstrainerin Lonny Andersen bei der Wald-Wellness. Foto: Daniela Kebel

Undeloh ist der touristische Hauptort der Region, hat zahlreiche Hotels, Restaurants und Einkehrmöglichkeiten. Auch ein Informationszentrum, das über die Geschichte der Heidelandschaft, deren Pflanzen, Bewirtschaftung und natürlich die Heidschnucken aufklärt. Denn wer will sie nicht sehen, die scheuen, zotteligen Schafe, die in erster Linie für die Pflege der Heide zuständig sind? Sie halten die Pflanzen kurz, damit junge Triebe gedeihen. Für Besucher gibt es Kutschfahrten zu einem Schäfer – doch mit etwas Glück grast eine Herde auch ganz zufällig dort, wo man gerade wandert.

Von Undeloh führen Wanderwege nach Wilsede, einem schnuckeligen kleinen Dorf. Neben Einkehrmöglichkeiten ist vor allem „Dat ole Huus“ interessant. Bereits 1907 wurde das einstige Bauernhaus zu einem Heidemuseum umgebaut, das zeigt, wie die Bauern um 1850 lebten, wohnten und arbeiteten. Wer auf dem Hauptweg zwischen den beiden Orten unterwegs ist, trifft nicht nur auf viele andere Wanderer und Radfahrer, sondern hauptsächlich auf Kutschen. Wie Perlen an einer Schnur nutzen sie den steinigen und sandigen Weg, um als Taxiersatz ihre Passagiere von A nach B zu bringen oder bei einer Rundfahrt das Naturschutzgebiet zu zeigen.

Etwa 60 Kilometer entfernt liegt Bad Bevensen. Mit der Infrastruktur eines Kurortes: vom Thermalbad über Rehakliniken bis hin zu komfortablen Hotels, einer kleinen Altstadt mit Gastronomie und Geschäften. Und einem beeindruckenden, 18 Hektar großen Kurpark. Top gepflegt, mit Wegen entlang der Ilmenau, vorbei an Blumenbeeten, Wiesen und durch den Wald. Auch ein Kneipp-Wasserbecken gibt es: direkt in der Ilmenau, einem Nebenfluss der Elbe.

Als man 1964 auf der Suche nach Erdgas auf die Sole-Quelle stieß, war klar, dass man daraus etwas machen musste. „Bis etwa 1999 hatte Bad Bevensen den klassischen Kurbetrieb“, sagt Ines Utecht von der Bad Bevensen Marketing GmbH. Danach wurden Kuren nur noch selten verordnet, im Ort musste man umdenken. „Wir haben uns ganz auf den Gesundheitsurlaub konzentriert und haben für unsere Gästen zahlreiche Bewegungsangebote vom Nordic Walking bis zum Yoga.“ Alles für die Prävention.

Wald-Wellness sorgt für Entspannung

Lonny Andersen geht mit den Teilnehmern ihres Entspannungskurses quer durch den Kurpark in den Wald. Eine der vielen schmucken Holzbrücken führt über die Ilmenau dorthin, Bänke stehen an lauschigen Uferplätzen unter riesigen Bäumen. Auf einer kleinen Wiese bringt sie die Teilnehmer mit Atemübungen zur Ruhe, erklärt ihnen, wie sie mit den Füßen den Boden und seine Kraft spüren können. Dann beginnt sie mit fließenden Armbewegungen, die immer größer werden und schließlich auch den Oberkörper und die Beine umfassen.

„Und immer tief ein- und ausatmen“, sagt die Meditationstrainerin. „Damit wir die Kraft der Natur fühlen.“ Dann geht es einen kurzen Anstieg hinauf tiefer in den Wald. „Wir bleiben achtsam für unsere Umgebung, für die Bäume, die Geräusche und Gerüche“, erklärt sie unterwegs. Die Gruppe folgt schweigend und versucht, sich ganz auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren.

Zu guter Letzt sucht sich jeder einen Baum, ertastet seinen Stamm, lehnt sich schließlich mit dem Rücken an und schließt die Augen – und fühlt die Verbundenheit mit der Natur. Ein ganz besonders entspannendes Erlebnis. Von Daniela Kebel

Die Autorin reiste mit Unterstützung der Bad Bevensen Marketing GmbH.    

Informationen:

Bad Bevensen Marketing GmbH
Dahlenburger Straße 1
29549 Bad Bevensen
www.bad-bevensen.de