Zwischen einstigen Vulkanen und mächtigen Felsen

Unterwegs - Wandern und Wellnes:Zwischen einstigen Vulkanen und mächtigen Felsen

Nachhaltige Naturerlebnisse: Wandern mit Muße in der Vulkaneifel, auf Rangertouren im Nationalpark Hunsrück-Hochwald und auf Augenhöhe mit Baumwipfeln im Biosphärenreservat Pfälzerwald.

Von Heidrun Braun  
  
Uns Zeit für den Genuss zu nehmen, ist eine unserer wertvollsten Fähigkeiten, die wir zu oft vernachlässigen. Daran knüpft das Muße-Pfad-Projekt des Natur- und Geoparks Vulkaneifel an, das zum Müßiggang im besten Sinne des Wortes auffordert. In der Landschaft aus Vulkanen, Maaren, Wald und Felsen wurde vor zwei Jahren der Maare- und Thermenpfad als erster von insgesamt sechs Vulkanpfaden als Mußepfad eröffnet.

Der Genuss, sich Zeit zu nehmen für Landschaft, Leute und Geschichten ist die Philosophie der Wege. Große rote Tafeln markieren jeden Mußeplatz. Auf diesen Erlebnislandkarten erzählen jene die Geschichten, von denen man es am wenigsten erwartet: das Feuer, die Luft, das Wasser, der Wald, das Maar, der Tuffwall oder die Kraniche.
         

Der Achterblick bei Lutzerath ist einer von fünf weiteren Mußeplätzen auf dem Maare-und Thermenpfad von Ulmen nach Bad Bertrich. Von der Aussichtsplattform haben Schwindelfreie einen herrlichen Rundblick in die Eifellandschaft: Zu sehen ist der Römerberg – er entstand vor rund 20 000 Jahren mit dem Ausbruch des Vulkans Strohner Märchen. Ein Stück links davon ragt der Wartgesberg aus der Landschaft, der mit der 120 Tonnen schweren Lavabombe berühmt wurde. Im Norden ist der Gipfel der Hohen Acht zu erkennen. Mit 747 Metern ist sie der höchste Berg der Eifel.

Muße-Pfade haben immer ein bestimmtes Thema

Jeder der Muße-Pfade widmet sich einem bestimmten Thema. Beim Maare- und Thermenpfad steht das Wasser im Vordergrund, das für seine Reichhaltigkeit an Mineralien berühmt ist. Die Eifel hat deutschlandweit die meisten Mineralbrunnen. Ihr Wasser sprudelt überwiegend aus Hydrogenkarbonatquellen, sogenannten Säuerlingen. Die Kohlensäure entsteht dabei tief in der Erde und wird auch als der „Atem der Vulkane“ bezeichnet.
            

Hirschbrunft und Knüppeldamm

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist der jüngste Nationalpark in Deutschland. Wenn sich im Herbst die Blätter der Bäume rot, braun und golden färben, spielen die Hormone der Hirsche verrückt und die Brunftzeit beginnt. Dieses vom kehligen Röhren der Hirsche begleitete Naturschauspiel begleiten Ranger und Nationalparkführer mit Touren zu den Plätzen, an denen man die Hirschbrunft besonders gut beobachten und fotografieren kann.

Beliebtes Ziel für geführte Touren sind die für den Hunsrück typischen Hangmoore. Eine Menge geschützter Pflanzen und Tiere haben hier ihr Rückzugsgebiet. Breite Holzstege bringen die Wanderer sicher und trockenen Fußes übers Moor.
       

Eine interaktive Ausstellung zum Thema Moor

Das Moor ist auch eines der vier Hauptthemen in der ersten Nationalpark- Ausstellung im Hunsrückhaus am Erbeskopf. „Willkommen im Urwald von morgen“ heißt das Motto der Ausstellung, die mit Animationen, interaktiven Exponaten, Naturfotografien und Filmen den Nationalpark wie bei einem Waldspaziergang in Szene setzt. Die Besucher können sich virtuell an der Renaturierung der Moore versuchen: Wassergräben zuschütten, Bäume fällen und einen Knüppeldamm übers Moor bauen. Anschließend sind die Rangertouren eine gute Gelegenheit, die Buchenwälder, Rosselhalden, Moore und Felslandschaften zu erkunden.

Der Naturpark Pfälzerwald ist Unesco-Biosphärenreservat

Der Naturpark Pfälzerwald gehört zu den ersten und größten Naturparken in Deutschland. 1992 wurde der Naturpark als zwölftes deutsches Unesco-Biosphärenreservat anerkannt und ist seit 1998 der deutsche Teil des deutsch-französischen Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen. Den Naturpark bilden der Pfälzerwald und seine Bachtäler sowie die sich im Osten anschließenden Rebenlandschaften der Deutschen Weinstraße. Rund 70 Prozent des größten zusammenhängenden Waldgebietes Deutschlands sind Kiefern und andere Nadelhölzer. Besonders schützenswert sind die wertvollen Eichenbestände und Edelkastanienwälder am Fuße des Pfälzerwaldes.
              

Felsentürme und Baumwipfel

Mittelalterliche Burgen und Felsentürme aus Buntsandstein sind in der Pfalz Wander- und Kletterziele. Wanderer schätzen die hohe Dichte an bewirtschafteten Wanderhütten. In Fischbach führt der fast 300 Meter lange Baumwipfelpfad in bis zu 18 Metern Höhe über feste Holzstege und drei abenteuerliche Wackelbrücken durch die Baumkronen und über eine Riesen-Wendelrutsche wieder hinunter. Wer noch höher hinaus will, besteigt den 40 Meter hohen Aussichtsturm.

Spielstationen und Ausstellungen bringen im Biosphärenhaus Erwachsenen und Kindern Kultur und Natur der Region nahe. In einem abgedunkelten Raum werden sogar die nächtlichen Geheimnisse der Natur präsentiert. An der Weinstraße sind es die Weinbergterrassen, Mandelbäume, Kastanienwälder und historisch gewachsenen Weindörfer, die den besonderen Reiz des Naturparks ausmachen. Im wärmsten Klima Deutschlands reifen sogar Feigen, Kiwis und Zitronen.

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