Mit Qualitätsradwegen durch Ostbelgien

Unterwegs:Mit Qualitätsradwegen durch Ostbelgien

Auf ehemaligen Bahntrassen quer durch Ostbelgien fahren – und dabei Landschaft und Geschichte erkunden.

Früher donnerten hier Züge durch die Landschaft. Von Aachen aus quer durch das heutige Ostbelgien. Sie beförderten Frachten wie Kohle, Erz und Roheisen. Bei Reisenden stieß die Eisenbahn auf Skepsis. Man sagte, der Genuss beim Betrachten der Landschaft würde verloren gehen. Zu hoch wäre die Reisegeschwindigkeit, sodass Blumen zu farbigen Flecken vergehen.

Heute geht es gemächlicher auf der Vennbahn zu. Kein Röhren, schrilles Pfeifen oder Quietschen auf Gleisen ist zu hören, bloß das Rauschen des Windes und Vogelgezwitscher. Die ehemalige Eisenbahntrasse ist ein Qualitätsradweg geworden, der mehrfach, auch international, ausgezeichnet wurde. Fernab vom Straßenverkehr schlängelt er sich, von Aachen ausgehend, 125 Kilometer durch die ostbelgische Landschaft.

Naturschutzgebiet Hohes Venn

Nach einem Abstecher nach Monschau mit seinen Fachwerkhäusern geht es auf der Vennbahn zurück nach Ostbelgien. Ganze elfmal wechselt sie auf den ersten 35 Kilometern das Staatsgebiet.

Einzigartig ist das Hohe Venn, ein Naturschutzgebiet, das mit Tümpeln, Mooren und Birkenwäldchen aufwartet. Bütgenbach und Robertville locken längs des Weges mit ihren Talsperren und Seen.

Das Städtchen profitierte einst von der Eisenbahn

Es folgt St. Vith. Das Städtchen profitierte im 19. und 20. Jahrhundert wirtschaftlich stark von der Eisenbahn und wurde zu einem wichtigen Handelszentrum. Der Bahnhof wurde im zweiten Weltkrieg zerstört. Auf dem ehemaligen Gelände steht nun das Heimatmuseum „Zwischen Venn und Schneifel“, das über Regionalgeschichte und über die Geschichte der Vennbahn informiert.

In der Nähe beginnt das Ourtal, ein idyllisches Plätzchen für diejenigen, die Natur und Ruhe schätzen. Vorbei an der Burgruine von Reuland nähert sich bald die Landesgrenze.

Ziel ist das luxemburgische Troisvierges

Steigungsarm bisher und daher bestens für Familien und Genussradler geeignet, geht es nun kurz steil bergauf, weil der Tunnel, durch den die Vennbahn ursprünglich verlief, zum Schutz einer seltenen Fledermausart geschlossen wurde.

Im luxemburgischen Troisvierges ist schließlich das Ziel erreicht. Hier donnern auch heute noch Züge durch die Landschaft, sodass die Blumen im Vorbeirauschen für die, die im Innern sitzen, zu bunten Flecken verschwimmen.

Service

INFORMATIONEN
Tourismusagentur Ostbelgien
Hauptstraße 54
B-4780 St. Vith
Telefon 0032/80/22 76 64
E-Mail: info@ostbelgien.eu
www.ostbelgien.eu
www.vennbahn.eu
www.liegetourisme.be