Wenn fairer Handel lecker schmeckt

Wir in Wuppertal

Wenn fairer Handel lecker schmeckt

Seit zehn Jahren trägt die Stadt Wuppertal das Siegel „Fair Trade Town“ – auch die Schulen ziehen mit.

Fairer Handel hilft allen. Vor zehn Jahren trat auch Wuppertal an, um als eine der ersten Städte in Deutschland das Siegel „Fair Trade Town“ zu bekommen.

Fairer Handel schmeckt: Das haben in Wuppertal viele Mitstreiter längst entdeckt. Ob beim fairen Dinner, bei dem gleich vier Gänge mit fairen, bunten Lebensmitteln gezaubert und serviert werden, bei Schulfesten, Aktionstagen oder bei Terminen mit der Gepa: Der „Faire Handel“ ist in Wuppertal längst kein Nischen-Phänomen mehr.

Fairer Handel ist ein Gewinn für alle

Vor zehn Jahren trat die Stadt als eine der ersten in Deutschland an, um als „Fair Trade Town“ zertifiziert zu werden. Als 25. Stadt erhielt sie schließlich das Gütesiegel – Hunderte sollten folgen. Seit dem ist das Siegel alle zwei Jahre erneuert worden. „Der Faire Handel ist ein Gewinn für alle“, erklären die Initiatoren des runden Tisches das große Engagement für das Thema in Wuppertal, „die Menschen im globalen Süden profitieren von besseren Arbeitsbedingungen und gerechteren Löhnen. Und die Verbraucher haben die Sicherheit, dass die Produkte ohne Kinderarbeit und unter kontrollierten, fairen Bedingungen hergestellt wurden.“

Die Gesamtschule Barmen engagiert sich seit Jahren im Fair-Trade-Bereich. 2016 gewann die Schule den Deutschen Schulpreis.
Die Gesamtschule Barmen engagiert sich seit Jahren im Fair-Trade-Bereich. 2016 gewann die Schule den Deutschen Schulpreis.

Ein runder Tisch bündelt die Aktionen und Veranstaltungen

Für die Zertifizierung und das Thema „Fairer Handel“ legen sich die Wuppertaler ordentlich ins Zeug: Ein runder Tisch bündelt die Aktionen und Veranstaltungen – viele Vereine, Kirchen und andere Ehrenamtliche ziehen mit. Auch Vertreter der beiden Wuppertaler Weltläden und der Gepa, die ihren Hauptsitz in Wuppertal hat, sitzen mit am Tisch. Gemeinsam haben sie in den vergangenen zehn Jahren viele Aktionen realisiert – wie das Faire Fest oder das Faire Dinner, um darauf aufmerksam zu machen, dass der Verbraucher die Wahl hat. Gastronomen und Einzelhändler, die bei der Initiative mitmachen wollen, werden beraten. Auch die Stadtverwaltung engagiert sich im Fairen Handel – im Rathaus wird längst nur noch fairer Kaffee getrunken. Jüngst fand mit vielen Kooperationspartnern die „Faire Woche“ statt.

Sechs Wuppertaler Schulen für den fairen Handel im Einsatz

Inzwischen sind auch sechs Wuppertaler Schulen für den Fairen Handel im Einsatz: das Berufskolleg Elberfeld, die Gesamtschule Barmen, die Friedrich-Bayer-Realschule, das Regio Berufskolleg Elberfeld, die St. Anna-Schule und die Realschule Boltenheide. Mit vielen kreativen Ideen bringen sich Schüler ein und werben für faire Arbeitsbedingungen in Südamerika, Afrika oder Asien. St. Anna-Schüler nahmen 2018 an der ersten NRW-Fairtrade-Akademie in Duisburg teil, im gleichen Jahr besuchten sie einen Workshop bei der Gepa. Die Gesamtschule in Barmen beteiligte sich vor der Corona-Pandemie mit einem großen Stand am „Fairen Trassenfest“, im Schulalltag verkaufen sie faire Süßigkeiten an Mitschüler und Lehrer. Auch im Unterricht der sechs teilnehmenden Schulen kommt das Thema „fairer Handel“ regelmäßig vor.

Und immer mal wieder sind die Schüler auch in der Innenstadt zu entdecken, wenn sie rote Rosen verschenken. Dann wollen sie den Wuppertalern nicht nur eine Freude machen, sondern auch daran erinnern, dass fairer Handel nicht nur im Lebensmittelgeschäft eine Rolle spielt. Auch im Blumengeschäft können sich Verbraucher für faire Blumen entscheiden – und damit für faire Löhne und faire Arbeitsbedingungen.