Der Blick über den wissenschaftlichen Tellerrand

Wir in Wuppertal:Der Blick über den wissenschaftlichen Tellerrand

Die Bergische Universität hat ihre Internationalisierung im Leitbild verankert.

Wenn die Lehramtsstudenten an der Bergischen Universität an ihren Laptops sitzen und ein leises Skype-Signal hören, dann wartet am anderen Ende der Leitung zuweilen ein Kommilitone aus Nicaragua. Längst sind sich die beiden nicht mehr fremd. Ganz im Gegenteil. Dank eines gemeinsamen Projekts zum Thema „Blended Learning“, das im Deutschen mit „Integriertem Lernen“ übersetzt wird, sind Lehramtsstudenten hier und dort Kollegen geworden – manchmal sogar Freunde.

Über die Grenzen hinweg haben junge Akademiker der Bergischen Universität und der Universidad Centroamericana in Nicaragua so eine Unterrichtseinheit entwickelt, die elektronische Medien und Präsenzunterricht unter einen Hut bringen will. Die gemeinsame Forschung passt bestens ins Konzept der Bergischen Universität. Mehr als 70 Partnerschaften zu anderen Hochschulen pflegen die Wuppertaler, dazu kommt die Zusammenarbeit mit europäischen Universitäten unter dem Erasmus-Dach. Der Wunsch nach Internationalisierung ist sogar im Leitbild verankert.


„Diese Begegnungen leisten einen wichtigen Beitrag zur internationalen Verständigung.“
Nina Phlippen, Referentin für Internationalisierung Bergische Universität


Multikulturalität ist Teil des hochschuleigenen Profils

„Die Offenheit für andere Nationen und Kulturen, der weltweite Austausch mit Partnerhochschulen und die Förderung der internationalen Mobilität ihrer Mitglieder hat an der Bergischen Universität eine hohe Priorität“, erklärt Nina Phlippen, Referentin für Internationalisierung an der Uni. Multikulturalität sei Teil des hochschuleigenen Profils. Und es liege im Interesse der Universität, so vielen Hochschulmitgliedern wie möglich internationale Begegnungen und Austausch zu ermöglichen. Denn über Fakultätsgrenzen hinweg, ist man sich einig: „Diese Begegnungen fördern ein offenes und tolerantes Miteinander und leisten einen wichtigen Beitrag zur internationalen Verständigung“, sagt Nina Phlippen. Studenten und Dozenten bekommen eine neue Perspektive und die Möglichkeit, unterschiedliche Blickwinkel einzunehmen. Das sei auch deshalb von großer Bedeutung, weil die zukünftige Berufswelt vieler Studenten ebenfalls durch globale Vernetzung und Zusammenarbeit mit Menschen verschiedener Herkunft geprägt sein werde.

Wissensaustausch und Technologietransfer fördern

Gleichzeitig begründe der Blick über den Tellerrand, die gemeinsame Forschung und die akademische Begegnung auch die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit an Hochschulen, ist sich die Referentin sicher. Grenzüberschreitende wissenschaftliche Teamarbeit und Vernetzung fördern Wissensaustausch und Technologietransfer sowie die Sichtbarkeit und internationale Wahrnehmung von Ergebnissen. Und deswegen ist etwa die enge Zusammenarbeit mit der Universidad Centroamericana – die wie viele andere internationalen Projekte an der Uni auch von der Digitalisierung begünstigt wird – nur eines von vielen Beispielen wie Internationalisierung an der Bergischen Universität gelebt wird. So treffen sich im Rahmen der Länderschwerpunkte, zu denen unter anderem Frankreich, die USA und Japan gehören, auch regelmäßig Arbeitsgruppen zur besseren Vernetzung und zum Ideenaustausch. Hierüber sind bereits interdisziplinäre Projekte und Ideen entstanden und zahlreiche Partnerschaften wurden auf weitere Fakultäten und neue Bereiche ausgeweitet.

Die Bergische Universität Wuppertal will so vielen Hochschulmitgliedern wie möglich internationale Begegnungen und Austausch ermöglichen. Denn über Fakultätsgrenzen hinweg, ist man sich einig, dass diese Begegnungen ein offenes und tolerantes Miteinander und einen wichtigen Beitrag zur internationalen Verständigung leisten.
Die Bergische Universität Wuppertal will so vielen Hochschulmitgliedern wie möglich internationale Begegnungen und Austausch ermöglichen. Denn über Fakultätsgrenzen hinweg, ist man sich einig, dass diese Begegnungen ein offenes und tolerantes Miteinander und einen wichtigen Beitrag zur internationalen Verständigung leisten.

Eine langjährige Kooperation mit der University of Michigan- Flint in den USA hat zu einem intensiven Austausch von Studierenden geführt, darüber hinaus konnten mehrere Gastaufenthalte von Lehrenden und anderen Hochschulmitarbeitern realisiert werden. Und seit mehr als zehn Jahren gibt es einen von der Europäischen Kommission geförderten Erasmus Mundus-Master in Euro- Philosophie. Die Studenten nutzen außerdem gerne die Möglichkeiten der klassischen Austauschsemester, gemeinsamer Sommerschulen oder eines Labor-Praktikums im Ausland.

Leben, Kultur und Menschen eines anderen Landes verstehen

„Wissenschaftliche Fragestellungen und Forschungen profitieren von einer internationalen Vernetzung durch Nutzbarmachung von Synergien und komplementären Stärken, Ideen- und Wissensaustausch sowie die gemeinsame Nutzung von Ressourcen“, erklärt Nina Phlippen. Dazu zählen erhobene Daten, Literatur, Datenbanken oder auch Versuchsapparaturen.

Dazu kommt noch ein weiterer Punkt: „Der Zugang zu Studienerfahrungen über die Grenzen hinweg und damit das Leben, die Kultur und die Menschen eines anderen Landes kennen und verstehen zu lernen, ist gerade im Hinblick auf die politischen Veränderungen in Europa wichtiger denn je“, betont Judith Schmitz, Erasmus- Hochschulkoordinatorin an der Bergischen Universität. Denn am Ende gehe es bei der Internationalisierung der Hochschule vor allem um das Miteinander von Menschen, das Freundschaften entstehen lasse und wertvolle Kontakte schaffe. „Es geht darum, gemeinsame Erfahrungen zu machen, die Einfluss auf die eigene Wahrnehmung und Persönlichkeitsentwicklung haben.“ Dann werden aus Fremden Vertraute.