Vorsorge Letzten Weg selbst bestimmen

Abschied nehmen:Vorsorge Letzten Weg selbst bestimmen

Schon zu Lebzeiten können Menschen den Ablauf ihrer eigenen Beerdigung verbindlich festlegen. So können sie sicher sein, dass ihre Wünsche umgesetzt werden. Eine Checkliste hilft dabei.

Zelz Bestattungen

Manchmal ist die Erkrankung so schwer, dass eine medizinische Heilung nicht mehr möglich ist. Man muss akzeptieren, dass das Leben bald endet. Natürlich möchte jeder die letzte Lebensphase mit möglichst positiven Dingen füllen. Pläne für die eigene Beerdigung gehören nicht unbedingt dazu. Doch wer sich mit dem Thema eingehend beschäftigt, entlastet nicht nur seine Angehörigen, die sich ohnehin schon in einer emotionalen Ausnahmesituation befinden. Auch der finanzielle Aspekt lässt sich vorab zuverlässig organisieren. Betroffene können wichtige Details der Beerdigung, die ihnen am Herzen liegen, vorgeben und so ihre Bestattung nach ihren Wünschen planen. Es hat auch etwas Gutes, die letzten Dinge selbst zu regeln.

Alle wichtigen Punkte auflisten

Man kann zum Beispiel mit dem Beerdigungsunternehmen seiner Wahl einen Bestattungsvorsorgevertrag abschließen, der alle Modalitäten regelt. Angefangen beim Kauf des Grabmals über die Einzelheiten der Bestattung bis hin zur langfristigen Grabpflege. Ob die Tradition gewahrt oder kreative Ideen umgesetzt werden sollen: Eine Checkliste mit allen relevanten Punkten hilft. Punkt eins auf der Checkliste betrifft die Art der Bestattung: Soll es eine Erd- , eine Feuer- oder gar eine Seebestattung sein? Die Wahl der Grabstätte steht auf Punkt zwei. Welcher Friedhof soll es sein, welche Grabstätte? Oder lieber eine Ruhestätte im Waldfriedhof? Wie soll der Sarg oder die Urne aussehen, welches Material und Dekor sind gewünscht? Neben all dem ist auch die Gestaltung der Trauerfeier von Belang. Falls während der Zeremonie Musik gespielt werden soll, gehört die Auswahl des Titels auf die Checkliste. Soll ein Solist musizieren oder kommt das Stück aus dem CD-Spieler? Wird eine Trauerrede gewünscht oder eine Beerdigung in aller Stille bevorzugt? Soll eine bestimmte Person die Rede halten? Wer wird überhaupt eingeladen? Welche Blumen sollen das Trauergesteck und den Kranz schmücken, jahreszeitlicher Blumenschmuck oder die Lieblingsblume?

Krematorium Niederrhein Willich

Lieb gewonnenen Gegenstand mit in den Sarg nehmen

Ganz wichtig ist auch die Auswahl der eigenen Totenkleidung. Vielleicht ist es auch von Belang, einen lieb gewonnenen Gegenstand mit in den Sarg zu nehmen? Nicht zuletzt muss ein Grabstein samt Inschrift ausgewählt werden.

Wer sich mit der organisatorischen Planung seiner eigenen Beerdigung beschäftigt, kann dem Lebensende vielleicht etwas gelassener entgegensehen. Um alles geregelt zu wissen, muss man natürlich nicht sterbenskrank sein.

Finanziell lässt sich ein Bestattungsvorsorge-Vertrag über das Kuratorium Deutsche Bestattungskultur und die Deutsche Bestattungsvorsorge Treuhand AG mit einem Treuhandvertrag oder einer Sterbegeldversicherung absichern.

Man kann den Vertrag aber auch über ein Sperrkonto bei der eigenen Bank absichern und das Guthaben an den Bestatter verpfänden. Nach dem Tod des Kunden verfügt der Bestatter dann über das Geld und setzt die Wünsche des Verstorbenen wie zuvor besprochen um.


Einen Erbschein beantragen

Erben brauchen in der Regel einen Erbschein, um über das Vermögen des Verstorbenen verfügen zu können. „Er legitimiert die Erben zum Beispiel vor der Bank“, erklärt Rechtsanwältin Stephanie Herzog vom Deutschen Anwaltverein (DAV). „Jeder, der meint, Erbe zu sein, kann den Erbschein einfordern.“ Hierzu zählen auch Gläubiger. „Der Antrag kann beim Nachlassgericht des letzten Wohnsitzes des Erblassers schriftlich oder am besten mithilfe eines Notars eingereicht werden“, sagt Herzog. Vor dem Nachlassgericht sind laut Gesetz die Sterbeurkunde, das Familienbuch, die Abstammungs-, Geburts- und gegebenenfalls die Heiratsurkunde sowie der eigene Personalausweis vorzulegen, um die Verbindung zum Toten nachzuweisen. Wenn es ein oder mehrere Testamente gibt, sind diese ebenfalls abzugeben, falls dies durch die Eröffnung noch nicht geschehen ist. Die Kosten für einen Erbschein hängen von der Höhe des Nachlasses ab. Hier handele es sich aber nicht um einen prozentualen Wert vom Erbe, sondern um eine degressive Staffelung.