Wie das Ende gelingen kann

Abschied nehmen:Wie das Ende gelingen kann

Für Eckart von Hirschhausen, Arzt, Kabarettist, Fernsehmoderator und Autor, besteht Gesundheit eigentlich aus Lebensfreude, Glück, Wundern und Humor. Doch jetzt machte er eine andere Erfahrung. Und hat diese fürs Fernsehen dokumentiert.

Zwei Tage besuchte Eckart von Hirschhausen eine ADR-Dokumentation ein Bochumer Hospiz. Mit viel Fingerspitzengefühl begab er sich an einen Ort, den die Gesellschaft gerne an den Rand drängt, wie eigentlich alles, was mit dem Thema Tod und Sterben zu tun hat. Eckart von Hirschhausen schafft es, das schwierige Thema mit einer gewissen Leichtigkeit anzugehen.

Die Doku „Hirschhausen im Hospiz“ schaut genau hin, was in den letzten Tagen des Lebens mit dem Menschen passiert. Er möchte herausfinden: Wie gelingt ein Leben, wenn einem die Endlichkeit bewusst ist, wenn man nur noch wenige Tage zu leben hat? Was wird wichtig, wenn man an der Schwelle zum Tod steht? Und müssen wir eigentlich Angst vor dem Sterben haben? Alles Fragen, die dem Arzt Eckart von Hirschhausen selbst während seines Medizinstudiums nicht unterkamen. „Stellen Sie sich vor, Sie sind weg, es gibt Sie nicht mehr. Sie sind tot“, fragt von Hirschhausen zu Beginn. „Für wen ist das eigentlich schlimm? Für Sie selber oder für alle, die noch weiterleben?“

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Eckart Hirschhausen hilft einem Gast bei der Zubereitung des Frühstücks, einem anderen bei der Körperpflege, er spricht mit Sterbenden, Pflegenden, Ärzten, Ehrenamtlichen. Und er schweigt gemeinsam mit den Angehörigen, wenn die Stunde des Abschieds gekommen ist.

Die Dokumentation ist wie die Stimmung im Hospiz: bedächtig, einfühlsam, ehrlich. Von Hirschhausen hat keine fertigen Antworten im Gepäck. Unvoreingenommen kommt er als Mensch mit seinen Fragen dem Tod sehr nahe. Am Ende spricht er mit einer Frau im Hospiz, die sich freut, zuletzt nur noch schöne Dinge zu machen, das Leben zu genießen. „Warum habe ich mir nicht früher ein Stückchen davon abgeschnitten?“, fragt sie.

Die Doku zeigt, was wir eigentlich schon wissen. „Wir vertrödeln viel Zeit und streben nach Dingen, die angesichts des Todes völlig unwichtig sind. Wir haben keine Angst vor dem Tod, sondern davor, im Leben die falschen Prioritäten zu setzen“ sagt Eckart von Hirschhausen. „Keiner sagt auf dem Sterbebett: Ich hätte mehr Zeit im Büro verbringen sollen oder mit Social Media.“ Der Film gibt aber auch Kraft. Er zeigt: Das Ende kann gelingen. Und zwar nicht dunkel und verängstigend, sondern leicht und hell kann der Tod zu uns kommen, wenn wir ihm entgegenblicken.