Große Erwartungen

Fahrspaß :Große Erwartungen

Ähnlich wie Volkswagen will Skoda in den kommenden Jahren gerade in Europa zu einer zentralen Elektromarke werden. Größer denn je ist der Druck dabei auf das Erstlingswerk, den SUV namens Enyaq.

Bald ist es soweit, Skoda wird seinen elektrischen SUV mit dem Namen Enyaq erstmals der Öffentlichkeit vorstellen. Anders als Volkswagen, das mit dem ID.3 zunächst ein Kompaktklassemodell zum europäischen Kunden bringt, setzt Skoda auf einen SUV. Technisch ist der Skoda Enyaq dabei eng mit dem VW ID.3 und noch mehr mit Audi Q4 E-Tron und VW ID.4 verwoben; basiert zudem auf dem modularen Elektrobaukasten, der in den kommenden Jahren den meisten Elektromodellen aus dem Volkswagen Konzern ein mobiles Zuhause geben soll.

Mit einer Länge von 4,65 Metern und einer Höhe von 1,62 Metern positioniert sich der Enyaq knapp unter dem Kodiaq, dem SUV-Flaggschiff der Tschechen. Und damit liegt er bei den Dimensionen in etwa auf einer Stufe mit dem Audi Q5, dem Alfa Romeo Stelvio, dem Hyundai Nexo, dem Jaguar I-Pace oder dem Jeep Cherokee. Der Radstand von 2,76 Metern sorgt vor allem im Innenraum für ein ordentliches Platzangebot; der Kofferraum fasst 585 Liter - das ist mehr als bei den meisten Konkurrenten mit Verbrennungsmotor. Der Innenraum präsentiert sich aufgeräumt und puristisch. Neue Wege gehen die Skoda-Designer auch beim Thema Lichtdesign. „Die Frontscheinwerfer unserer Modelle haben wir ja bereits mit der aktuellen Designsprache grundlegend weiterentwickelt“, so Skoda-Lichtdesigner Petr Nevřela; „bei allen Modellen, die wir in den letzten eineinhalb Jahren vorgestellt haben, sind die Scheinwerfer insgesamt flacher und entfalten dadurch eine noch dynamischere Wirkung.“

Fahrspaß Online - Sie finden diese Ausgabe auch unter wz.de/fahrspass
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Geplant sind fünf Leistungsvarianten und drei Batteriegrößen.

In der Einstiegsversion treibt ein Heckmotor die beiden Hinterräder an. Der E-Motor wird aus einem Lithium-Ionen-Akku mit 55 kWh gespeist, von denen sich 52 kWh nutzen lassen. Das Aggregat leistet 109 kW (148 PS), und die maximale Reichweite gibt Škoda mit bis zu 340 Kilometer an. Die stärkeren Versionen haben vorne einen zweiten Elektromotor. Bei der 132 kW (179 PS) starken Maschine reicht der Strom aus einem 62-kWh-Akku (58 kWh netto) für bis zu 390 Kilometer. Am weitesten kommt man bei der heckgetriebenen Version mit 150 kW-Motor (204 PS) und einem Akku, der 82 kWh fasst (77 kWh netto) - das soll für bis zu 500 Kilometer reichen. Fehlen noch die beiden Versionen mit zwei Motoren und Allradantrieb, die 195 bzw. 225 kW leisten (265 bzw. 306 PS). Das Topmodell kommt auf 460 Kilometer Reichweite, schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h und braucht für den Spurt von 0 auf 100 km/h 6,2 Sekunden.

Als Zugfahrzeug – nicht gerade eine Domäne der Elektroautos – schafft der stärkste Enyaq bis zu 1.200 Kilogramm Last auf dem Haken. Die Ladezeiten liegen je nach Stromanschluss und Akkugröße zwischen acht Stunden an der Haushaltssteckdose und 40 Minuten an der Schnellladesäule mit 125 kW Ladeleistung. Maßstäbe setzen will Škoda auch beim Preis. „Teuer kann jeder,“ sagt Björn Kröll, bei Škoda Chef des Produktmanagements: „Zum Marktstart werden wir beim Verhältnis von Preis und Leistung die Besten sein.“ Produziert werden soll der Elektro-SUV Ende 2020, die Markteinführung ist für Anfang 2021 geplant. Kröll: „Entsprechend muss er zu einem ähnlichen Preis verkauft werden.“ Das wäre dann ein Einstiegspreis von unter 30.000 Euro für einen Elektro-SUV. Jürgen Wolff/Stefan Grundhoff; press-inform


Familienkraxler

Der Jeep Compass 4xe ist 16 Zentimeter länger und rund 4.000 Euro teurer als der Jeep Renegade 4xe. Der Antriebsstrang ist identisch. Der etwas gediegenere Compass bietet etwas mehr Beinfreiheit im Fond, einen größeren Kofferraum und das etwas ruhigere Fahrverhalten.

Fahrbericht - Jeep Compass 4xe PHEV
Fahrbericht - Jeep Compass 4xe PHEV

Die Frage, ob es Jeep Renegade oder Jeep Compass sein soll, hat etwas Philosophisches. Das gilt umso mehr so, wenn beide den identischen Antriebsstrang unter der Karosserie haben. Hier also mal das Grundsätzliche: Bevorzugt man die rustikalere Variante, ist es der Renegade, wer mehr Platz und Ausstattung mag, setzt sich in den Compass. Allerdings sind dann knapp 4.000 Euro mehr fällig, da der Compass mindestens 41.136,13 Euro kostet (der Renegade 37.236,97 Euro). Beim Infotainment setzen beide Italoamerikaner auf die identische Technik bestehend aus einem sieben Zoll TFT-Display für die Instrumente sowie einen 8,4 Zoll großen zentralen Monitor, über den das Smartphone via Apple CarPlay oder Android Auto eingebunden wird. Das System ist grafisch nicht auf dem neuesten Stand, erfüllt aber seinen Zweck, die Bedienung gibt wenig Probleme auf, und das Navigationssystem findet zuverlässig den Weg.

16 Zentimeter extra

Damit der Compass – und auch andere Verkehrsteilnehmer – unbeschadet ihren Weg finden, gibt es einen Toter Winkel Warner und einen Spurhalteassistenten. Darüber hinaus bekommt man aufgrund der Länge von 4,39 Metern beim Compass gegenüber dem Renegade 16 Zentimeter extra. Das macht sich auch beim Platz in der zweiten Reihe bemerkbar. Der Kofferraum des Compass hat ein Volumen von 420 Litern, das sind 90 Liter mehr als beim kleinen Bruder Renegade. Legt man die Lehnen der Rückbank um, werden 1.230 Liter daraus. Im Vergleich zum Compass ohne Elektromotor und Batterie sind das 18 Liter beziehungsweise 157 Liter weniger. Beim Gewicht fällt der Unterschied noch drastischer aus: Der Compass 4xe bringt mit 1.935 Kilogramm genau 430 Kilogramm mehr als die Brüder ohne Elektrifizierung.
    

Aber einen Plug-in-Hybriden wählt man unter anderem aufgrund der Möglichkeit, rein elektrisch zu fahren, und mancher freut sich auch über den Extra-Schub den der 44 kW/ 60 PS starke Drehstrom-Asynchron Elektromotor bei Bedarf bereithält. Der Antriebsstrang des Compass hält keine Überraschungen bereit. Zu dem Elektromotor an der Hinterachse gesellt sich ein 132 kW / 180 PS Vierzylinderbenziner, der sich um die Vorderachse kümmert, was in einer Systemleistung von 177 kW / 240 PS resultiert. Zu dem elektrifizierten Antriebskonzept gehört aber auch ein riemengetriebener Startergenerator, der mit dem Verbrennungsmotor gekoppelt ist und dafür sorgt, dass der Batterie nie der Saft ausgeht – selbst wenn die elektrische Reichweite bei null angekommen ist. Damit ist gewährleistet, dass in brenzligen Situationen auch die Hinterachse sich immer am Vortrieb beteiligt. Bei einem Jeep ist es auch nicht ganz unwichtig, dass man den Allrad Compass nur in der PHEV-Variante bekommt. Gerade bei schlechten oder rutschigen Straßenverhältnissen freut man sich über die Extra-Traktion.

Jeep gibt den Energiegehalt der Batterie mit 11,4 Kilowattstunden brutto und 9,1 kWh netto an, was für eine rein elektrische Reichweite von bis zu 46 Kilometer gut ist, die im alltäglichen Fahrbetrieb wohl kaum erreicht werden. Beim Strom tanken verzichtet Jeep auf eine Schnelllade-Funktion. Wird mit 3 kW geladen, sind die Akkus nach 3,5 Stunden voll, an einer Wallbox sind es maximal 7,4 kW, was die Ladezeit auf 100 Minuten reduziert. Rein elektrisch ist der Compass bis zu 130 km/h schnell und im Zusammenspiel mit dem 1.3 Fahrbericht Jeep Compass 4xe PHEV Liter Motor bis zu 200 km/h schnell. Die 100 km/h-Marke erreicht der Jeep Compass 4xe nach 7,3 Sekunden.

Allerdings hängt die Dynamik sehr von dem Fahrprogramm ab. Beim Standard-Hybridmodus hält sich der Compass zurück, die Befehle des Gaspedals werden eher gemächlich umgesetzt, und bei einem Kick-down muss sich die Sechsgangautomatik bisweilen sortieren, was in einem Aufjaulen des Verbrenners resultiert. Deutlich geschmeidiger und dynamischer geht es im „Sport“-Modus voran, der über den Gelände-Drehknopf aktiviert wird, der ebenso tief in der Mittelkonsole angebracht ist, wie die Fahrprogrammwahlschalter. Bei „Electric“, ist nur die Hinterachse aktiv. Bei „E-Save“ werden der Ladezustand der Batterie gehalten oder die Akkus bis zu 80 Prozent gefüllt. Da muss bei Bedarf der Verbrennungsmotor mithelfen, was den Verbrauch in die Höhe treibt. Jeep gibt 2,1 Liter pro 100 Kilometer an. Der stärkere Rekuperationsmodus wird per Knopf aktiviert, erlaubt aber kein One-Pedal-Fahren, da die Italiener das Segeln oftmals als energetisch effizienter erachten. Wolfgang Gomoll; press-inform

VERBRAUCHSANGABEN Jeep Compass 4xe:
CO2-Ausstoß (g/km): 48
Abgasnorm: Euro 6d