Ausgereift

Fahrspaß

Ausgereift

Der Renault Arkana findet aufgrund seiner sportlich-coupéhaften Form einige Fans. Jetzt kommt mit der Vollhybrid E-Tech 145-Variante die Vernunftfraktion auf ihre Kosten.


Ein Schnellstart tut immer gut. Sei es beim 100 Meter-Sprint oder bei einem neuen Automobil. So gesehen, ist der Renault Arkana ziemlich gut aus den Startblöcken gekommen. Seit März dieses Jahres haben sich mehr als 10.000 Europäer für das französische SUV-Coupé entschieden. Die Silhouette mit der abfallenden Dachlinie kommt beim BMW X4 oder beim Mercedes GLC Coupé gut an, das zieht auch für ein einige Tausend Euro weniger beim Renault Arkana. Der kostet als E-Tech Hybrid 145 in der getesteten RS. Line Ausstattung 35.300 Euro.

Was den Platz angeht, ist beim 4,69 Meter langen Franzosen keineswegs Schmalhans Küchenmeister. Ganz im Gegenteil. Auch jenseits einer Körpergröße von 1,85 Metern findet man in der zweiten Reihe noch gut Platz. Der einzige Bereich, bei dem der elektrisierte Arkana seinem Hybrid-Konzept samt 37,5 Kilogramm schwerer 1,2 Kilowattstundenbatterie Rechnung tragen muss, ist der Kofferraum, der um 33 Liter auf 480 Liter und 1.263 Liter in der Maximalvariante schmilzt. Beim Umlegen der Rücklehnen wandern die Sitzkissen nach vorne, es entsteht ein Schlitz von gut zwei Zentimetern. Zudem ist die Ladekante ziemlich hoch. Das eingebüßte Ladevolumen ist gut investierter Raum. Der Renault Arkana E-Tech 145 ist ein Vollhybrid, hat aber im Grunde den gleichen Antriebsstrang wie die beiden Plug-In-Hybride Megane sowie Capture. Also nutzt auch der Arkana E-Tech Hybrid die Kraft des Triebwerks-Trios, bestehend aus einem 1,6-Liter-Verbrenner mit 69 kW / 94 PS, einem Elektromotor (36 kW / 49 PS mit 205 Nm) und dem HSG-Generator (15 kW / 20 PS und 50 Nm). Insgesamt ergibt das eine Systemleistung von 105 kW / 143 PS.
   

 
 

Die Schnittstelle ist das DogBox-Getriebe, das in der Charakteristik einer CVT-Automatik ähnelt, dessen Prinzip von den Formel-1-Boliden stammt. Der verhältnismäßige starke Starter-Generator ist für die ideale Drehzahl verantwortlich, um die fehlende Synchronisation auszugleichen. Außerdem ist die Reibung des Getriebes stark reduziert, das hilft bei der Energie-Rückgewinnung und senkt den Verbrauch. Den gibt Renault mit 4,2 Litern pro 100 Kilometer an. Wir kamen bei unserer ersten Testfahrt auf 5,2 l/100, bewegten den 1.510 Kilogramm schweren Crossover aber trotz einiger Autobahn-Etappen nicht an der oberen Leistungsgrenze.

Treibstoffsparende Technik

Wenn die gewünscht ist, fühlt sich der Arkana E-Tech hörbar nicht mehr so wohl in seiner Haut, und die angestrengt wirkende Klangkulisse resultiert nur bedingt in einem dementsprechenden Vortrieb, was auch an der Konstruktionsweise des Getriebes liegt. Kitzelt man dennoch das Letzte aus dem Arkana E-Tech Hybrid 145 heraus, sprintet er aus dem Stand in 10,8 Sekunden auf 100 km/h und schaff t maximal 174 km/h. Deutlich harmonischer agiert der Crossover, wenn man es etwas gemächlicher angehen lässt. Dann zeigt die Technik ihre ausgereifte und treibstoffsparende Seite.


Fahrbericht - Renault Arkana - E-Tech Hybrid 145


Am besten lässt man die paar Kilometer elektrische Reichweite, die der Akku verspricht, komplett außer Acht und übergibt dem Fahrzeug den Dirigentenstab, indem man das aus Clio und Megane bekannte „MySense“-System aktiviert und die Effizienz durch die maximale Rekuperationsleistung unterstützt, sobald man den Automatikhebel nach unten zieht. Die Verzögerung ist dann so einschneidend, dass man auch ohne das Bremspedal auskommt. Bei vorausschauendem Einsatz der Energierückgewinnungsfunktion sieht man den Strombalken nach oben wachsen.

Der Komfort ist ebenfalls ausreichend vorhanden, auch wenn wir uns eine etwas längere Oberschenkelauflage gewünscht hätten. Einige Assistenten unterstützen den Fahrer: angefangen vom Toter-Winkel-Assistenten bis hin zu einem Parkassistenten, der teilautonom agiert. Das Infotainment mit dem zentralen 9,3 Zoll Touchscreen ist nicht auf dem technisch letzten Stand, was sich daran zeigt, dass sich die Grafik des Navigationssystems bisweilen langsam aufbaut. Die Bedienung ist jedoch unkompliziert, da man unter den Symbolen ohne große Umschweife in die entsprechenden Menüs gelangt. Wolfgang Gomoll; press-inform