Innovationskraft für die Zukunft

Starke Partner im Bergischen:Innovationskraft für die Zukunft

Wuppertal zählt in zentralen Wirtschaftszweigen zu den führenden Regionen in Deutschland und Europa und bietet daher Unternehmen und Fachkräften spannende Perspektiven, erläutert Dr. Rolf Volmerig, Vorstand der Wirtschaftsförderung Wuppertal, im Interview. Die Mischung macht‘s – und daher sind Unternehmen und Stadt auch zuversichtlich, die aktuelle Lage zu meistern.

Warum ist Wuppertal eigentlich für Unternehmen interessant? 
 
Dr. Rolf Volmerig: Eine der großen Stärken Wuppertals ist das hohe Potenzial an Produktions- und Forschungsunternehmen. Das eröffnet Bestandsunternehmen Wachstumsmöglichkeiten, bietet aber auch neuen Unternehmen gute Ansiedlungsbedingungen. Dabei ist Wuppertal in den wichtigen Wirtschaftszweigen Automotive- und Werkzeugbau eine der führenden Regionen in Deutschland und Europa. Namen wie Aptiv, ein führendes Unternehmen im Bereich automatisiertes Fahren, Vorwerk Autotec, WKW oder Brose sind Belege für die Kompetenz der Region im Bereich Automobil. Im Werkzeugbau sind Weltmarktführer wie Knipex, Technologietreiber wie Wera oder Stahlwille Garanten für innovative und leistungsfähige Produkte, die von hier aus nicht nur in Deutschland, sondern weltweit vermarktet werden. Auch in der Pharmazie und der medizinischen Forschung stehen Namen wie Bayer oder Technologie-Spin-Offs wie Ai-Curis für die Innovationskraft der Region.

Technologietreiber sind also da. Reicht das, um Wuppertal auch weiterhin zukunftsfähig zu machen?

Volmerig: Es ist in der Tat wichtig, dass nicht nur die traditionell starke produktionsorientierte Industrie den Standort bestimmt, sondern auch Zukunftsentwicklungen vorangetrieben werden. Hierbei spielt das Thema der Digitalisierung eine zentrale Rolle. Themen wie das automatisierte Fahren, das von Aptiv mit seinem Europaforschungszentrum auf den Südhöhen vorangetrieben wird, oder die 5G- und 6G-Forschung im Mobilfunk, die an der Universität betrieben wird, sind wichtige Bausteine für eine Technologieentwicklung, die die nächsten Jahrzehnte bestimmen wird.

Volksbank im Berglschen Land

Was tut die Stadt dafür?

Volmerig: Die Stadt reagiert auf diese Herausforderung in unterschiedlicher Weise, so zum Beispiel durch die erfolgreiche Auswahl als digitale Modellregion oder durch die Bereitstellung spezieller Gewerbeflächen für diese Zielgruppe. Hier ist der Umbau des ehemaligen Freizeitbades ‚Bergische Sonne‘ zum ‚Smart Tec Campus Wuppertal‘ als wichtiges Element zu nennen.

Neben Hightech bestimmt heute oft ein weiteres Thema die wirtschaftliche Ausrichtung: Nachhaltigkeit. Auch in Wuppertal?

Volmerig: Auf jeden Fall. Neben den technologiegetriebenen Entwicklungen spielt das Thema der Umwelt- und Kreislaufwirtschaft eine zunehmend wichtige Rolle. Mit dem Wuppertal Institut, der Neuen Effizienz und vielen Firmen, die in diesem Bereich aktiv sind, wird diese Thematik an Bedeutung gewinnen. Hohes Interesse gilt daher der Initiative der Wuppertal Bewegung, die mit dem Projekt ‚Circular Valley‘ diese Thematikvorantreiben und sich in diesen Zukunftstechnologien engagieren wird. Weitere starke Partner in diesem Themenfeld sind zum Beispiel die Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen. Prof. Dr. Karsten Voss ist zusammen mit anderen Playern wie dem Kreativprojekt Utopia Stadt gelungen, erstmals den Wettbewerb Solar Decathlon Europe nicht nur nach Deutschland, sondern an den Standort Wuppertal zu holen. Ein Beleg der Innovationskraft der Region!

Finden denn die Unternehmen und Akteure die Fachkräfte, die sie brauchen?

Volmerig: Ja. Wuppertal verfügt immer noch über ein hohes Potenzial an motivierten Arbeitskräften aus unterschiedlichen Bereichen – eine Ressource, die für eine wirtschaftliche Entwicklung nicht hoch genug einzuschätzen ist. Sie macht neben starken Partnern im industriellen Bereich und der Ausrichtung auf eine zukunftsorientierte Wirtschaftsentwicklung die Stadt wirtschaftlich interessant – in beiden Richtungen: sowohl für Unternehmen wie auch für Bewerber.

Für ökonomischen Erfolg wird darüber hinaus gerne auch eine Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft als Voraussetzung genannt. Wie steht es damit?

Volmerig: Ganz richtig. Nicht unerwähnt bleiben darf daher natürlich die Bergische Universität Wuppertal, die mit ihrer starken Ausrichtung auf Forschung und Entwicklung wichtige Impulse setzt.

Vor allen Dingen für das bereits genannte Thema der Bereitstellung von motivierten und qualifizierten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen spielt die Universität eine zentrale Rolle – ebenso aber auch für die immer wieder relevante Erneuerung der wirtschaftlichen Strukturen durch Unternehmensneugründungen: Die Bergische Universität zählt zu den führenden Gründungsuniversitäten in Deutschland und trägt damit wesentlich zur Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Wuppertal und der Region Bergisches Land bei.

Was trägt die Stadt zur Unterstützung der Wirtschaft konkret bei?

Volmerig: Mit rund 363 000 Einwohnern und einer starken Industriestruktur ist Wuppertal als siebt größte Stadt Nordrhein-Westfalens und siebzehnt größte Stadt in Deutschland allein durch diese Größe ein attraktiver Wirtschafts- und Wohnstandort. Eine wesentliche Aufgabe der kommunalen Entwicklung ist es, für die Industrie Rahmenbedingungen zu schaffen, die Wachstum und Expansion ermöglichen. Hierzu gehört insbesondere auch die Bereitstellung neuer Gewerbeflächen. Diese Thematik ist als dringliche Herausforderung erkannt worden. Deswegen hat der Rat der Stadt in seiner Sitzung im Mai dieses Jahres entschieden, neue Gewerbegebiete zu entwickeln. So wurde zum Beispiel der Ankauf eines Gewerbegrundstück sind er Spitzenstraße im Wuppertaler Osten oder des potenziellen Gewerbegrundstücks „Buntenbeck“ im Wuppertaler Westen beschlossen. Auch in Nächstebreck soll ein neuer Gewerbestandort entstehen. Eine besondere Bedeutung bei der Gewerbeflächenentwicklung hat der schon erwähnte Standort Smart Tec Campus Wuppertal, der für die Ansiedlung von Unternehmen aus dem Bereich smarter Technologien und IT entwickelt wird. Der Abriss des ehemaligen Freizeitbades ist in Vorbereitung. Interessenten können sich bereits jetzt bei der Wirtschaftsförderung für Entwicklungsflächen in einer Größenordnung zwischen 2500 und 9000 Quadratmeter bewerben, wenn sie in den genannten Technologiefeldern tätig sind. Insofern sind in jüngster Zeit wichtige Entscheidungen gefallen, die die Zukunftsfähigkeit im gewerblichen und industriellen Sektor ermöglichen.

Wie sieht es denn bei der Infrastruktur aus?

Volmerig: Das Thema spielt eine wichtige Rolle, insbesondere der Breitbandausbau. Hier läuft gerade die Ausschreibung für ein großes Projekt. 240 Kilometer Glasfaser sollen durch Telekommunikationsunternehmen verlegt werden. Fördermittel, um dieses Angebot an den Standorten bereitzustellen, die bisher noch keine Glasfaseranbindung haben, sind von Bund und Land zur Verfügung gestellt worden.

Sie erwähnten bereits Unternehmensgründungen. Ist Wuppertal auch ein Start-up-Standort?

Volmerig: Neugründungen und Start-ups haben eine nicht zu unterschätzende Bedeutung für die Wirtschaftsentwicklung, denn sie sind für den Innovationsprozess eines Wirtschaftsstandortes von zentraler Bedeutung. Daher legen wir darauf natürlich einen Fokus. Mit der Bergischen Universität, dem Wuppertaler Technologiezentrum W-tec, aber auch einem starken Netzwerk aus Wirtschaftsförderung und Kammern bietet die Stadt hier hervorragende Ausgangsbedingungen.

Industrie und Technologie alleinsichern keine stabile Entwicklung. Wie sieht der Branchenmix in Wuppertal aus?

Volmerig: Eine Stadt sollte in der Tat nicht nur ein Gewerbe- und Dienstleistungsstandort sein, sondern zum Beispiel auch ein Handelsstandort. Insofern werden mit den aktuellen Ausbauprogrammen für den Werth in Barmen oder für die Neugestaltung der City in Elberfeld erhebliche öffentliche Mittel investiert, um auch den Handelsstandort Wuppertal positiv zu gestalten. Diese Investitionen sind eine logische Schlussfolgerung, um die Attraktivität der Innenstädte zu steigern, nachdem die Entwicklung des Bahnhofsumfeldes nahezu abgeschlossen ist und von dort Impulse in die City ausstrahlen.

Eine gute Bildung gilt als Voraussetzung für gutes Wirtschaften. Was tut die Stadt hier?

Volmerig: Wir sehen hier eine weitere wichtige Aufgabe – auch für die Kommune. Sie muss die Infrastruktur schaffen und Möglichkeiten bieten, dass die jüngere Generation Bildungschancen findet. Mit der Entscheidung, eine siebte Gesamtschule zu errichten, ist ein wichtiger Impuls gesetzt worden, um den zukünftigen Bildungsbedarf der jungen Generation in Wuppertal zudecken. Auch dieses ist ein wichtiger Beitrag für die Stärkung des Wirtschaftsstandortes.

An Corona kommt man derzeit nicht vorbei. Wie ist die Region mit Blick auf aktuelle Entwicklungen aufgestellt?

Volmerig: Wuppertal und die Bergische Region sind, wie alle Regionen in Deutschland, durch die aktuelle Corona-Pandemie massiv betroffen. Alle Wirtschaftsbereiche, von Industrie und Gewerbe über die Dienstleistung bis hin zu Handel und Gastronomie stehen vor immensen Herausforderungen, deren Bewältigung sicherlich auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

Wie gehen die Unternehmen und die Kommune damit um?

Volmerig: Es ist bemerkenswert, dass alle Wirtschaftspartner in der Region diese Herausforderung mit hoher Professionalität angegangen sind und die notwendigen Instrumente und Maßnahmen ergriffen haben, um die aktuellen Einbrüche so gut wie möglich zu kompensieren. Zurzeit werden Strategien und Instrumente entwickelt, um ein Wiederhochfahren der Unternehmen sowie der Liefer- und Absatzketten zu ermöglichen. Wie auch bei vergangenen Herausforderungen sind die Region und der Standort Wuppertal durch eine pragmatische und anpackende Herangehensweise gekennzeichnet. Am besten lässt sich dieses in einem Zitat eines Unternehmers zusammenfassen, der sich bei einem Gespräch über die zukünftigen Möglichkeiten wie folgt äußerte: ‚Diese Pandemie stellt für alle Unternehmen, also auch für uns, eine immense Herausforderung dar. Es ist jedoch die Aufgabe eines Unternehmers, in jeder Krise auch immer die Chancen zu sehen und die Zukunftspotenziale, die sich aus solch einer Kreise ableiten lassen, zunutzen‘.Ein solches Zitat dokumentiert in hervorragender Weise, wie die Region aufgestellt ist, und insofern wird sich trotz aller Herausforderungen mittelfristig wieder eine positive Entwicklung abzeichnen.

Dennoch leidet die Stadt sicher auch wegen der Steuerausfälle?

Volmerig: Nicht nur die Unternehmen, sondern auch die kommunalen Haushalte stehen vor großen Herausforderungen, da Gewerbesteuereinnahmen wegbrechen und Ausgaben steigen. Insofern besitzt die Initiative des Bundesfinanzministers, auch für Kommunen einen Schutzschirm zu schaffen, für Wuppertal und die Region im Falle einer zu hoffenden Verwirklichung eine große Chance. Von besonderer Bedeutung ist hierbei auch der Vorschlag einer Übernahme der Altschulden von hochverschuldeten Gemeinden durch Bund und Länder.

Eine solche seit langem geforderte Lösung würde es ermöglichen, die strukturellen Herausforderungen Wuppertals und der Region anzugehen. Hierdurch würden dynamische Kräfte, die in Stadt und Region vorhanden sind, freigesetzt; eine Chance, um neu durchzustarten, Ideen zu entwickeln und sich künftigen Herausforderungen zu stellen.


Partner, Begleiter und Unterstützer

Volksbank im Bergischen Land ist für die Wirtschaft da

Wo die bergische Wirtschaft in ihrem Element ist, da ist auch die Volksbank im Bergischen Land. Als Partner, Begleiter und Unterstützer. Auch und besonders in schwierigen Zeiten. Die bergische Wirtschaft ist geprägt von Branchenvielfalt und komplexen Themen. Unsere Berater wissen um diese Besonderheiten, kennen die Unternehmer und ihr Geschäft genau. Wo unsere Kunden für Qualität brennen und in Fortschritt investieren, wo sie Kompetenz leben und in Lösungen denken, da unterstützen wir sie mit unseren vielfältigen Leistungen. Mit persönlichen und verlässlichen Ansprechpartnern, mit Beratung und Finanzierungsangeboten, die auf die Bedürfnisse des Unternehmers zugeschnitten sind. Wir haben – anders als viele Banken vergleichbarer Größe – eine eigene Auslandsabteilung, die den exportorientierten bergischen Unternehmen bei der Absicherung ihres internationalen Zahlungsverkehrs hilft.

Hinter unserer Firmenkundenabteilung steckt ein fast 40-köpfiges Team aus Beratern und Vertriebsreferenten, eine gute Mischung aus Jung und Alt, Erfahrung und Wissbegierde. Von drei Standorten in Wuppertal, Remscheid und Solingen haben die Berater kurze Wege zu unseren Kunden. In Wuppertal sind Sören Diehl und seine Kollegen für die Firmenkunden da.

Seit über 150 Jahren leben wir die genossenschaftliche Idee in der Region: Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele. Die langfristige Förderung unserer Kunden und Mitglieder steht im Mittelpunkt unseres Handelns. Die Volksbank im Bergischen Land ist nicht nur als Finanzdienstleister, sondern auch als Förderer für Vereine und soziales Engagement nah bei den Menschen. „Wir möchten unseren Teil dazubeitragen, dass das Bergische Land ein attraktiver Ort zum Arbeiten und Leben ist“, sagt Vorstandsvorsitzender Andreas Otto. „Wir gestalten Zukunft – mit den Menschen und für sie.“