Das Tal wird international

Wir in Wuppertal:Das Tal wird international

Menschen aus aller Welt ziehen nach Wuppertal. Die Stadt ist, nicht nur wirtschaftlich, weltweit vernetzt. Und inzwischen ein gefragtes Touristenziel.

Die Wuppertaler nennen ihre Stadt auch gerne bergische Metropole oder gar bergische Hauptstadt. Daraus spricht eine Verbundenheit mit der Stadt im Tal, ja sogar eine gewisse Heimatliebe. Mit Heimattümelei hat das aber nichts zu tun. Die Wuppertaler sind weltoffene Menschen, ihre Stadt durchaus international geprägt. Das zeigt sich auch immer mehr im Straßenbild: Immerhin Menschen aus 160 Nationen leben heute hier – die Bandbreite reicht von den ersten Gastarbeitern, die in den 50er und 60er Jahren kamen, bis zu den jüngsten Flüchtlingswellen.

Dass so viele Menschen aus dem Ausland ausgerechnet nach Wuppertal kommen, mag an der Attraktivität der grünen Stadt im Tal liegen. Aber diese Kommune lässt die Neubürger auch nicht im Stich: 200 Mitarbeiter der Stadt sind eigens dafür im Einsatz, dass die Integration gelingt. Projekte wie „Gemeinsam im Quartier“ sorgen dafür, dass sich Einheimische und Neuzugezogene besser kennen- und verstehen lernen.

Vereinigung Bergischer Unternehmerverbände e. V. – VBU®

Auch die Uni hat die Internationalität längst auf ihre Fahnen geschrieben und diesen Grundsatz sogar in ihrem Leitbild verankert. Spezielle Unterstützungsprogramme helfen beispielsweise akademischen Flüchtlingen, den (Wieder-) Einsteig in die akademische Laufbahn in ihrer neuen Heimat zu meistern. Darüber hinaus ist es erklärtes Ziel der Bergischen Universität, die heimischen Studenten möglichst international zu vernetzen.

Vielfalt durch neue Impulse und Einflüsse

Wenn sie auch inzwischen in der zweiten, dritten und sogar vierten Generation in Wuppertal beheimatet sind, so pflegen die Bürger mit Migrationshintergrund dennoch ihre Traditionen und Kulturen. Und tragen so dazu bei, dass die Stadt neue Impulse und Einflüsse aufnimmt – und damit bunter und vielfältiger wird. Ein beliebter Anziehungspunkt sind ausländische Geschäfte, wo auch viele Alteingessene gerne einkaufen. Wie etwa der italienische Supermarkt am Hofkamp, der für viele Deutsche eine feste Anlaufstelle ist. Dort decken sie sich mit landestypischen Spezialitäten ein und halten gerne auch mal ein Pläuschchen über das Sehnsuchtsland vieler Deutscher – eben Italien.

So vielfältig wie diese Stadt sind auch Team und Besucher im Welt-Café der City Kirche: Bei Maher Abboud (v.r.n.l.), Karen Graeber, Marlene Bretzke und Biniam Gebremedin kommen täglich Menschen aller Generationen, Religionen und Kulturen zusammen.
So vielfältig wie diese Stadt sind auch Team und Besucher im Welt-Café der City Kirche: Bei Maher Abboud (v.r.n.l.), Karen Graeber, Marlene Bretzke und Biniam Gebremedin kommen täglich Menschen aller Generationen, Religionen und Kulturen zusammen.

Die Katholische Italienische Gemeinde Wuppertals vertritt übrigens eine der größten ethnischen Gruppen in der Stadt. Sie war und ist Anlaufpunkt für viele Neubürger aus dem Land des Stiefels. Und sie zieht nicht zuletzt mit der großen Karfreitagsprozession, bei der die Leidensgeschichte Christi szenisch dargestellt wird, Tausende Katholiken (und Nichtkatholiken) vielerlei Nationalität in die Stadt.

Die Ditib-Zentralmoschee auf der Gathe ist naturgemäß Anlaufstelle für die Mitbürger muslimischen Glaubens in der Stadt, vorzugsweise von Menschen mit türkischem Pass oder türkischen Wurzeln. Aber in jüngster Zeit durch die Welle der Geflüchteten auch für Muslime aus anderen Ländern. Auch in Wuppertal wird über die Struktur und Ausrichtung der Ditib diskutiert, die von der Zentrale in der Türkei aus gelenkt wird. Doch bemüht sich der Gemeindevorstand mit lokalem Engagement und für alle offenen Veranstaltungen, solche Bedenken auszuräumen.

Wie Integration gelingen kann, macht ein Verein beispielhaft vor: In den Jugendabteilungen des SV Heckinghausen spielen Nachwuchskicker mit weltweiten Wurzeln. Herkunft, Hautfarbe und Religionszugehörigkeit spielen dort keine Rolle. Und man vermeidet es, dass zu viele Jugendliche einer Nationalität oder Sprache in einer Mannschaft zusammen spielen, weil man „Grüppchenbildung“ verhindern will. Beim SV Heckinghausen wird nur in einer Sprache gesprochen – nämlich Deutsch.

Nicht nur die Bürger der Stadt werden internationaler, auch die Wirtschaft Wuppertals hat längst die Zeichen der Zeit erkannt. Viele der vor allem mittelständisch geprägten Unternehmen pflegen enge Geschäftsbeziehungen mit dem Ausland. Vor allem China ist für die vielen Zulieferer der Automobilbranche im Bergischen ein hochattraktiver Markt. Die Wuppertaler Wirtschaftsförderung unterstützt die heimischen Unternehmen dabei, Kooperationsverträge sind bereits geschlossen worden.


Modernes Ausbildungsmarketing

VBU: Unterstützung bei der Nachwuchssicherung

Die Tage, in denen selbst kleine Unternehmen ihre zukünftigen Auszubildenden aus einem Pool von Bewerbern auswählen konnten, sind vorbei. Um zukunftsfähig zu sein, müssen Unternehmen hierauf mit neuen Konzepten und innovativen Ideen reagieren. Ausbildungsmarketing spielt dabei eine zentrale Rolle.

Was bewährte Maßnahmen zur Gewinnung von Auszubildenden sind, lässt sich dabei kaum pauschal beantworten. Die Auswahl und Zusammenstellung sollte sich nach dem jeweiligen Unternehmen sowie dessen Umfeld richten. Maßnahmen können sein:

- Zusammenarbeit mit Schulen (Angebot von Schülerpraktika und Projekten, Info-Veranstaltungen für Lehrer sowie Eltern, Studienabbrechern als wichtige Ausbildungsressource)
- Ausbildungsmessen und Firmenkontaktveranstaltungen (Schnuppertage, Speeddating, Infotage in Schulen)
- Internetangebote inklusive Social Media (Auszubildenden- Website /Karrierewebsite, Videos über die Ausbildung auf YouTube oder der eigenen Webseite)

Eine besondere Herausforderung stellt die sogenannte Generation Z (ab 1999 geboren) dar. Diese prägt die ständige Nutzung sozialer Netzwerke, auch beruflich, die Suche nach einem Sinn in der Arbeit, der Wunsch nach persönlicher Weiterentwicklung und hohes Selbstbewusstsein. Bei den Möglichkeiten der Digitalisierung ist indes zu prüfen, wie Kosten und Nutzen zueinander stehen. Jedoch ist das Internet stets die Informationsquelle Nummer eins.

Die Vereinigung Bergischer Unternehmerverbände bietet ihren Mitgliedsunternehmen regelmäßig aktuelle Info-Veranstaltungen und Seminare zum Thema sowie Arbeitskreise für den Austausch und die Vorstellung von Best Practice Beispielen zum Ausbildungsmarketing. Über das Schule/Wirtschaft-Netzwerk der VBU werden zudem Kontakte vermittelt.